Montag, 22. November 2010

Rückblick: 1. November 2008 - Queen + Paul Rodgers in der Wiener Stadthalle

Des is ja uralt, der Termin... ich will nur wieder etwas schreiben, diesmal einen Text  mit mehreren Verzweigungen. Das eine ist mein kürzlich letzter Besuch in der Wiener Stadthalle (Joe Cocker am 17.11.2010, Konzertbericht folgt noch), daran anknüpfend die Erinnerung, wann ich das letzte Mal vorher in dieser Halle war (eben am 1.11.2008) und naja, ich denk grad an die Musikanten, die schon gegangen sind und ich ihre Musik erst danach entdeckt habe (und ich mach mal wieder einen Knoten: Der Todestag von Queen-Sänger Freddie Mercury jährt sich in wenigen Tagen zum weißichnichtwievieltenmal.) Andere Musikanten, die ich dummerweise, ignoranterweise vorher nicht bemerkt habe - allen voran: Georg Danzer und Hansi Lang.
Jetzt ufer ich schon ziemlich weit aus, ich bleib bei der Überschrift und grabe mal einen alten Text von mir aus:

Der Kosmos hat gerockt! 

Queen sind nicht mehr Queen. Es sind nur noch Brian May und Roger Taylor. Freddie Mercury ist leider viel zu früh von uns gegangen und John Deacon hat sich aufs Altenteil zurückgezogen. Aber Brian und Roger wollen immer noch Musik machen und Konzerte geben - eben das, worauf sie noch Lust und Spaß haben.
Paul Rodgers ist kein Nachfolger für Freddie Mercury. Paul Rodgers ist ein begnadeter Rocksänger, der die Hörerschaft schon seit vielen Jahren mit „All Right Now“ beglückt und mit Brian und Roger die geeigneten Musiker hat, um eine geballte Ladung Rockmusik zu produzieren – und umgekehrt.

Bevor die Band und die drei gestandenen Rockmusiker auf die Bühne kamen, wurde auf der Leinwand eine Videoanimation des Weltalls gezeigt und der Kosmos konnte rocken ...


Paul Rodgers

Brian May

Roger Taylor
Roger Taylor ist schon in die Jahre gekommen, etwas dicker und älter, aber immer noch voller Schlagkraft. Der jung gebliebene Paul Rodgers hat eine unglaubliche Kondition, läuft, singt, rockt und tobt auf der Bühne – ich weiß nicht, wie alt er wirklich ist. Er muss schon über 50 sein, wenn ich mich an seinen Auftritt als Sänger von „Free“ auf der Isle Of Wight Festival anno 1970 erinnere. (Natürlich auf DVD, 1970 kannten sich meine Eltern auch noch nicht ...)
Und Brian May sieht aus, als ob bei ihm die Zeit seit 25 Jahren stehen geblieben ist – immer noch DIE Gitarre, immer noch die lange lockige Mähne, immer noch die Stimme, immer noch das begnadete Gitarrenspiel.

"C-Lebrity"


Vorstellung der Begleitmusiker

Roger Taylor beim genialen Drum-Solo
„Hammer To Fall“, „Tie Your Mother Down“, „Fat-Bottomed Girls“, “Another One Bites The Dust”, „I Want To Break Free“ und das neue Lied „C-Lebrity“ wurden gespielt. Nach einem Solo-Stück ging Paul Rodgers von der Bühne ab und Brian May geht nach vorne zur Rampe, widmet das Lied Freddie Mercury und stimmt “Love Of My Life” an – das Publikum singt mit, Gänsehaut pur. Nachher erscheint Roger Taylor und beide stellen in einem Lied die Begleitmusiker vor (Namen weiß ich nicht, sind auf jeden Fall Gitarre, Bass und Keyboard). Dann zeigt Roger Taylor, was er am besten kann – neben Gitarre spielen in seiner ehemaligen Band „The Cross“ und singen („Radio Ga Ga“ ist sein bekanntestes Lied) – Schlagzeug spielen. Interessant zu beobachten, als am Anfang nur Roger und eine Trommel vorne auf der Rampe stehen, anschließend ein geniales Schlagzeug-Solo durch mehrere Schlaginstrumente entsteht und am Ende Roger Taylor vor einem vollständigen Schlagzeug-Set sitzt und er stimmt „Say It’s Not True“ an. Das Lied wird von Brian May fortgesetzt und am Schluss des Liedes kommt Paul Rodgers wieder auf die Bühne.


"Say It's Not True"

Paul Rodgers früher und heute



  
Nach weiteren Klassikern wie „A Kind Of Magic“, „Radio Ga Ga“ (die Choreographie war genial – das Händeklatschen beim Refrain im offiziellen Video hat auch in der Halle super funktioniert) und dem fulminanten „The Show Must Go On“ beenden Brian, Roger und Paul das Konzert mit „Bohemian Rhapsody“. Bei diesem Endlos-Klassiker wird Freddie auf der Leinwand gezeigt, als er das Lied sang.

Als Zugaben werden „All Right Now”, “We Will Rock You” und “We Are The Champions” gespielt.

"We Are The Champions"

Das 2005er Konzert habe ich ausgelassen und umso glücklicher bin ich, dass ich gestern abend dort war. Es war wahnsinnig heiß in der ausverkauften Stadthalle und die Stimmung war fantastisch, die Spielfreude von Brian und Roger waren einfach unglaublich. Ich kann es nachvollziehen, dass die beiden gern weitermachen, auch ohne Freddie, sie können es nicht anders.

Frei nach Wolfgang Ambros: Es war soooo leiwand und i bin immer no selig ...

SL, 02.11.08


Nachtrag:
Paul Rodgers hat leider auch schon vor mehr als einem Jahr die Zusammenarbeit mit Brian May und Roger Taylor beendet. Dennoch bin ich froh, dass ich nach der verpassten Möglichkeit von April 2005 (Hab mich damals geweigert, zu einem Konzert mit einem "Freddie-Imitat" hinzugehen, aber an Silvester 2005 sah ich auf 3sat einen Ausschnitt von "Return of the Champions" und da war's um mich geschehen.) auf dieses Konzert gegangen bin.

1 Kommentar:

  1. Kann mich deinem Bericht nur vollinhaltlich anschließen - ich war auch bei diesem Konzert, und es hat mir wirklich sehr gut gefallen - auch Paul Rodgers.

    Und weißt du, was der Vorteil ist, wenn man Jahrgang 1965 ist? Nein, nicht die Altersweisheit, sondern dass ich Freddy Mercury und Queen noch live gesehen habe ...

    Und mit Georg Danzer habe ich anläßlich unseres Weltrekordes nett geplaudert ... Hansi Lang hab ich nie live gesehen, aber jetzt seine Biographie gelesen, die mir auch gut gefallen hat ...

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