Montag, 20. Juni 2011

18.06.2011 - Wolfgang Ambros & de No. 1 vom Wienerwald in der Arena


Ich hatte Karten für die Konzerte von Wolfgang Ambros am 17. und 18. Juni 2011 in der Arena (Herbert Grönemeyer am 18. Juni 2011 im Ernst Happel-Stadion war schon längst erledigt – meine Karte habe ich bei eBay versetzt). Leider zwangen mich private Gründe dazu, mit einem großen Unfreiwillen meine Karte für den 17. Juni abzugeben. Daher freute ich mich umso mehr auf das Konzert am 18. Juni. Wettermäßig war ich sicher beim „schlechteren“ Konzert – aber der Gastauftritt von einer meiner Lieblingsmusikanten, der nur an diesem Abend gekommen ist, und Kommentare von Bekannten, dass das zweite Konzert einen Tick besser war als das erste, haben mich schon für vieles entschädigt.
Aus essenstechnischen Gründen brach ich schon um halb fünf von zuhause in Sechshaus auf und es begann zum Tröpfeln. Auch wenn ich mein Chili con Carne brav aufgegessen und mein Seiderl Hirter ausgetrunken habe, regnete es munter weiter. Der Regen wurde ärger, wie wir auf den Einlass warteten, noch mehr ärger, als wir auf das Gelände durften und bis zum Konzert wieder warteten.
Der Regen sollte viel länger dauern. Viel länger, noch Stunden nach dem Konzert. Dennoch tat dies der Stimmung aller keinen Abbruch.
Ein Hauch von The Gaslight Anthem in der Arena
Nach der „Ouvertüre“ spielten W. Ambros und de No. 1 vom Wienerwald einer meiner Lieblingslieder, endlich durfte ich es live erleben: „Erste große Liebe“. Nach diversen Bandkonzerten, die ich besucht habe, war gut zu hören, dass die Herren und Damen vom Wienerwald ein neues Programm zusammengestellt haben und mit diesen Liedern das Publikum begeistern konnten. Das nächste Lied kannte ich auch nur von der DVD „Greatest Hits … so far“: „Mamma“, „Ignorantenstadl“, auf der Bühnenleinwand visuell gut umgesetzt (Irrgarten – vermutlich in Schönbrunn) und ein uraltes Lied: „Wo is da Peppe?“. Etwas melancholisch, aber ein so guter Text: „Es is hoiba drei und es is boid vorbei…“ – „I g'spia, i verlier“. Mit dem Kommentar von WA, „das Lied, was sich viele wünschen, ich aber nicht versteh, warum“ (oder so ähnlich), begann auf der Leinwand ein s/w-Film zu laufen und die Aufschrift „SCHAFFNERLOS“ an einem Waggon war zu sehen … wunderschön! 
"Wia a Adler"
Nach „Polizist“ bekam ich einen weiteren Dylan-Klassiker zum ersten Mal zu hören – „Allan wia a Stan“. Und - ja! - von Tom Waits nicht dieses bei den Ambros-pur-Konzerten beinahe totgespielte „Samstag Nacht“, sondern „Nach mir die Sintflut“. Nachher kamen weitere Hits wie „Belize“, „Wie a Adler“ (visuelle Umsetzung war auch wieder sehr schön), sehr berührend war „Von Liebe ka Spur“, leider rutscht der Schluss bei „Hoffnungslos“ zu sehr ins Schunkelhafte – eigentlich schade bei dem genialen Lied. Nach „Wie wird des weitergeh´n“ kam ergo „Heite drah i mi ham“ und ich musste feststellen, dass ich mit diesem Lied durch ein Zyklus gehe. Damals vor Jahren noch voller Irritation und eher Ablehnung, ca. zwei Jahre später bis zu diesem Zeitpunkt absoluter Oberfan dieses Liedes und an diesem Abend hat mich das Lied nur noch fertig gemacht und ich war froh, dass es beim Konzert ununterbrochen geregnet hat. Für „V.I.P.“ kam Wolfgang in einem – entschuldige bitte – beinahe schiachem Fast-Kimono, dieses Lied gehört wie „Idealgewicht“ zu meiner weniger Lieblingsliedern. Feuerzeuge wurden bei „A großes Werk“ hochgehalten und als letztes Lied vor den Zugaben wurde „A Mensch möcht i bleibn“ gespielt. 
"V.I.P."
Endlich konnte ich das Lied auch in der Band-Version hören, nachdem ich nur in den Genuss der orchestralen Version beim Donauinselfest 2009 kam – „Du schwarzer Afghane“. Mit der „Reblaus“ wurde das Storno des Weines aufgehoben und dann stimmte Wolfgang „Langsam findt der Tog sei End…“ an. Und ich, schon seit einer Dekade STS-Fan, sang einfach das Lied mit und merkte, dass irgendetwas  nicht stimmte. Irgendetwas passte da nicht – ich kam in dem Moment einfach nicht drauf, dass das Lied nicht vom WA stammt *kicher* und dann kam der Höhepunkt des Abends: SCHIFFKOWITZ! 
Schiffi und Woifal bei "Fürstenfeld"
Der Verursacher für „Wien hot mi goar ned verdient“ sang mit der Band, mit uns allen den Klassiker „Fürstenfeld“. Das war die allerschönste Live-Version von diesem Lied, die ich gehört habe, obwohl das Publikum bei STS-Konzerten bei diesem Lied viel stimmgewaltiger ist – aber trotzdem, schön!
Zwei Austrorocker! Er selbst und WA
Wieder nach Wien, besser, in Richtung Favoriten geht’s in „Zwickt‘s mi“, weiter nach Stadlau mit „Die Blume aus dem Gemeindebau“ und ein (bald lästiges) Pflichtlied: „Langsam wochs´ ma z´samm“.
Wie es sich für ein 40jähriges Jubiläum gehört, wurden natürlich „Da Hofa“ und das immer wieder wunderschöne „Du bist wia de Wintasun“ gespielt.
Weil das Publikum super war und keiner „Schifoan“ geschrien hat, wurde eben dieses Lied gespielt und Wolfgang Ambros mit Band verabschiedete sich mit „Baba und foi ned“.
Nass, nass, nass – aber glücklich und zufrieden, an so einem genialen Ort zu sein, bei einem tollen Konzert zu sein, der Großteil der Lieder (die wahre Klassiker sind) das erste Mal live gehört, fuhr ich dann – nach biermäßigem und nach langer Zeit mal wieder martini-weiss-mäßigem Zwischenstopp – mit der U3 nach Hause. Nach einem kurzen Fußweg vom Westbahnhof nach Sechshaus fiel ich dann gegen halb vier in der Früh ins Bett.
A klanes Resümee: Heute scheint mir das Konzert noch unwirklich … Konzerte, die mir im Nachhinein unwirklich scheinen, sind die besten Konzerte. Das habe ich auch dreimal bei Bruce Springsteen und der E Street Band erlebt – so nach dem Motto: „Zwickt’s mi“. Danke, Wolferl, dass Du mit Deiner Band uns allen einen schönen Abend geboten hast.

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