Sonntag, 24. Juli 2011

22.07.2011 - Bon Jovi im Wiener Ernst Happel-Stadion, die Zweite


Ich hatte eine Karte für den „normalen“ Stehplatzbereich, eine „Golden Circle“-Karte für 100 EUR pro Nase war mir zu teuer und ich war der Meinung, Bon Jovi sind mir das nicht wert. Gegen 17 Uhr kam ich bei der U2-Station „Stadion“ an und reihte mich in die Warteschlange vor der Toilette ein. Das kann ja schon gut anfangen ;-) und dann mussten wir, mein Begleiter und ich, uns noch in einer anderen Schlange anstellen, bis wir auf den Rasen kommen konnten. Hot Dogs gegessen und Bier getrunken, beim Merchandising-Standl vorbeigeschaut, mich geärgert, dass auf den überteuerten Girlie-Leibchen keine Termine abgedruckt sind, also nichts gekauft und dann ungefähr in der Mitte des Ovals Position bezogen.
Vorgruppen „Tyler“ und „The Breakers“ waren in Ordnung, ich kam aus dem Staunen nicht heraus, dass Bon Jovi tatsächlich pünktlich um 20 Uhr begannen – nach „Raise Your Hands“ (Sound grottenschlecht) wurde ich mit „You Give Love A Bad Name“ besänftigt, dann ärgerte mich wieder der Sound und ich hatte anfangs Schwierigkeiten, „Born To Be My Baby“ zu erkennen – sollte mir eigentlich nicht passieren, da ich damals während meiner Fan-Phase die „Slippery When Wet“, „New Jersey“ und „Keep The Faith“ beinahe totgehört habe. 
Zum Verständnis: „Neue“ Lieder von Bon Jovi sind die Lieder nach „These Days“/„Destination Anywhere“ – auch wenn sie noch 13 Jahre alt sind! 
Danach kamen die „neueren“ Lieder, „We Weren’t Born To Follow“ (nette Untermalung des Videoleinwandes) und „Superman Tonight“, das Stadion bebte bei „It’s My Life“ – und während des Liedes dachte ich, es ist noch hell, ich kann noch meine Position ausmachen (die war gut zu finden, da wir am Geländer waren, wo die Kamera gestanden ist) – also, ab aufs Klo.
Bei der kurzen Warteschlange entdeckte ich verzweifelte, aber wahre Fans, die „It’s My Life“ mitsangen und leider, leider, leider am falschen Ort waren. Aber Plus: Der Sound am Häusl war sogar besser als an meinem ursprünglichen Platz ;-) Ich kehrte dann zu „In These Arms“ zurück, hat mich auch nicht traurig gemacht, weil das Lied einer meiner Weniger-Lieblingslieder auf „Keep The Faith“ ist. Nach „The Radio Saved My Life Tonight“ kam zur Freude aller „Runaway“ … ich musste an das Video denken, welches ich vor kurzem wieder auf VH-1 Classic gesehen habe *kicher* - die Stimmung im Stadion – sowohl im Stehplatzbereich als auch auf den Sitzplätzen (99 % sind gestanden) war wirklich klasse. Die Bühne war auch super, auf den Videoleinwänden haben wir viel sehen können, auch die Sicht auf die leibhaftigen Musiker war uns nicht verwehrt, wenn auch nur klein. Nachher war ich wieder ruhig, weil schon wieder „neue“ Lieder: „We Got It Going On“ und „Captain Crash & The Beauty Queen From Mars“. 
Jon und Bobby bei "Wild Thing"
Nun kam – für mich persönlich – der erste richtige Höhepunkt: „Bad Medicine“, eingebettet mit Bobby Bandieras „Wild Thing“ und „Old Time Rock’n’Roll“ – DAS hat gerockt, DAS war R’n’R pur – und zum Schluss wieder „Bad Medicine“, rock on!
Verschnaufpause bei „You Want To Make A Memory“ und bei „Hallelujah“ war ich wirklich froh, dass Jon Bon Jovi irgendwann mit dem Lied fertig war. M. und ich hatten schon Angst, dass er nimmermehr aufhören würde. Da JBJ schon vorne am Steg zwischen „Golden Circle“ und Otto-Normalverbraucher-Bereich stand, gesellte sich der vom Alkoholentzug halbwegs genesene Richie Sambora zu ihm und beide spielten das nette, aber textmäßig schlichtes Liebesliedchen, „I’ll Be There For You“. 
Bildungslücke bei „Who Says You Can’t Go Home“ wurde zum Glück wieder ausgebügelt, als ich das Intro zu … JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! „I’ll Sleep When I’m Dead“ erkannte … „Till I'm six feet under/ I won't need a bed/ Gonna live while I'm alive/ I'll sleep when I'm dead/ Till they roll me over/ And lay my bones to rest /Gonna live while I'm alive /I'll sleep when I'm dead …“ dieser Workaholic Jon hat doch recht, warum klappt das bei mir nicht immer? Die Stimmung blieb oben und ging weiter mit „Hey man, I'm alive/ I'm takin' each day and night at a time/ I'm feelin' like a Monday but someday I'll be Saturday night…“ jaaaaa, und die Sori hat sich so gefreut! Nachher wurde ich wieder ruhig, aber ich erkannte an den Smilies auf der Leinwand, dass es sich nur um „Have A Nice Day“ handeln konnte … ok, ich glaub, ich hab das Lied zum ersten Mal an diesem Abend gehört. 
"Have A Nice Day"
Riesige Freude kam bei mir auf, als ich „Keep The Faith“ erkannte und jedes Mal bei „FAITH“ streckte ich meinen linken Arm bzw. meine linke Hand aus … so wie bei „I believe in the faith that will save me“ von Bruce Springsteens „Badlands“.

"Whole Lotta Of Leavin'"
Die Zugaben kamen irgendwie Schlag auf Schlag, „Whole Lotta Of Leavin‘“ mit sehr schönem Filmhintergrund, „WANTED DEAD OR ALIVE“, „Thorn In My Side“, „Blood on Blood“ und „Livin‘ On A Prayer“ – Stimmung im Stadion ist zum Bersten. Bon Jovi verbeugten sich, Jon entdeckte ein Request-Schild, er machte Andeutungen, lächelte und … weiter ging’s mit „WILD IS THE WIND“ – da dürfen wir uns zu den Glücklichen schätzen, weil in gewissen Foren ein paar weibliche Fans gerade am Durchdrehen sind, dass sie Wien ausgelassen haben – und die letzten zwei Lieder waren die Obershäubchen, haben mich vollkommen überzeugt, dass ich ein fantastisches Konzert besucht habe, ich mir meinen Jugendtraum erfüllen konnte – „ALWAYS“. Und wie Jon mit so einer Intensität das Lied gesungen hat, wie mich diese Romantik in diesem Lied, in diesem Text so sehr berührt hat, so sehr, dass ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte … danke für das Lied, danke deshalb, weil mit „Always“ die Leute aus meiner Zeit doch noch angefangen haben, Bon Jovi zu mögen, und danke für diese wunderschöne Live-Version an DIESEM Abend … und als wundervoller Abschluss „I was walking around, just a face in the crowd…“ – JA! Ein besseres Schlusslied als „These Days“ hätte es  nicht geben können, weil mit „These Days“ einerseits meine Fanleidenschaft für Bon Jovi aufgehört hat (liest sich blöd an), andererseits … vielleicht ein Anfang von etwas Neuem? Zumindest kann ich behaupten, dass Bon Jovi eine tolle Liveband sind, auch wenn ich die Herren nur einmal live erlebt habe … sie haben das Publikum auf ihrer Seite gehabt, sie spielten drei Stunden ohne große Pausen, die Stimmung im Stadion war fantastisch, es hat alles gepasst, es war spitze, klasse, leiwand! 
Danke an meine Helden aus meiner vorpubertären Ära: John Frank Bongiovi, Richard Stephen Sambora, David Bryan Rashbaum und Hectico Samuel Torres! 

1 Kommentar:

  1. War nach Linz, Magna und München heuer mein 4. Konzert - und das allerbeste, das ich bisher gesehen habe - selten so einen gut gelaunten Jon erlebt ... war was ganz was Besonderes - je öfter ich ihn sehe, umso besser gefällt er mir ...

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