Sonntag, 3. Juli 2011

Rückblick: 02.07.2009 - Bruce Springsteen and the E Street Band im Olympiastadion München

Am Donnerstag, 2. Juli 2009 gegen Vormittag lese ich im deutschen Springsteen-Forum stonepony.de, dass die bayrischen Medien Nils Lofgren als Special Guest beim bevorstehenden Springsteen-Konzert in München ankündigen … gibt’s “Shine Silently”, “No Mercy” und “Valentine” zu hören? *g*

Am frühen Nachmittag fand beim Hotel Bauer in Sechshaus die Erstbegegnung mit den Freunden aus dem Frankenland statt, mit denen ich ein Jahr später wieder das Vergnügen hatte (Gamlitz 2010). Ich stieg voller Vertrauen in Thomas sein Auto ein, sein Freund Henry war auch nicht minder vertrauenswürdig, da etwas gibt, was uns beide verbindet.

Auf der baustellenreichen Fahrt, mit Zwischenhalt an der Raststation Mondsee (hallo, wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, du bist auch alt geworden) kamen wir gegen 18 Uhr in München an. Im Radio hörten wir, dass keine Parkplätze beim Olympiastadion frei sind – also stellte Thomas das Auto in der Nähe von irgendeiner U-Bahn-Station ab (U4 Böhmerwaldplatz – für die München-Insider) und wir kamen mit der U3 zum schönen Olympiapark.
Der Einlass verlief recht zach und das Konzert konnte mit einer dreiviertel Stunde Verspätung begonnen werden. Aufgrund der verspäteten Anreise war uns nur mehr recht, dass wir Sitzplätze im Block W hatten. Bühne war unglaublich klein, aber immer noch sichtbar und die Videoleinwänder so schön groß.
„Muss i denn zum Städtele hinaus“ auf dem Akkordeon ... das war also der “Special Guest” – Nils Lofgren hat neben dem Gitarrespielen, Singen, Klimpern auf dem Keyboard und Flips weitere Talente.
Da schon bei der Anreise ordentlich geregnet hat, konnte ich meinen inneren Wunsch für „Who’ll Stop The Rain“ streichen und Bruce samt ESB legten mit „Badlands“ los. Ich konnte da nicht mehr sitzen, also aufgestanden und ich rockte mit dem Lied – breites Grinsen, feuchte Augen, die Zeilen laut mitsingen – der Boss ist wieder da!!!
Noch mehr Freude pur, als er „My Lucky Day“ angestimmt hat, anschließend ein weiteres bekanntes, was aber immer wieder gut ist: „No Surrender“. „Outlaw Pete“ war grenzgenial, die Szene, wo er sich den Hut aufsetzt, ist optisch einfach köstlich. Nach dem letzten „CAN YOU HEAR ME?“ und den Schlussakkorden, ging er zum Publikum und wollte ein bestimmtes Request-Schildchen haben. Er fischte ein A3-Papier aus dem Publikum heraus, wo „Spirits (sic!) in the Night“ draufstand – aaahhhh – Bruce bastelt aus dem Papier einen Flieger und schreit mehrmals ins Mikro „Do you feel the spirit? ... Can you feel the spirit in the night?" – „YEAHHHHHHHHHH“.
Bei „Now the night grew bright …” wurde eine aufblasbare Riesentorte für Geburtstagskind Roy Bittan nach vorne gebracht, gekoppelt mit dem Wunsch nach einem genialen Lied, was er leider nicht gespielt hat – “Drive All Night” … Bruce schaut sich die Torte sehr genau an und beim Schriftzug “Happy Birthday” betont er das „Me and Crazy Janey were makin' love in the dirt singin' ... our ... birthday ... so-hongs“.
Das Triumvirat „Working On A Dream“, „Seeds“ und „Johnny 99“ ist auf dieser Europatournee unverzichtbar geworden und – das liebe ich an ihm, die „Was-kommt-als-nächstes-Lied?“-Fragen, die mich löchern und bohren - ....“ATLANTIC CITY“ - das hört man auch nicht alle Tage!
Beim Intro von „Raise Your Hand“ sammelt der Boss fleißig Request-Schilder – ich entdeckte unter anderem „Incident On 57th Street“ (träum weiter, Sori), aber dennoch – „Seven Nights To Rock“ ... Party pur, Hammer-Konzert, Bruce & Band super drauf und ich mittendrin.
Dann hat er lauter Request-Schilder in der Hand, die nummeriert sind (ich glaub, bis 7) und er entscheidet sich für die Nummer 3 und schlägt das „Kuvert“ auf – „THIS HARD LAND“.
Nachdem wir uns das "Stay hard, stay hungry, stay alive" geschworen haben, kam anschließend etwas, was sicher der Höhepunkt des Abends war und das Paar, die die große Tafel gebastelt haben, sichtlich ausflippten – die Videoleinwand ist so schön groß.
„Pretty Woman“ – kocht die Stimmung oder kocht sie schon über? 

Nachher das Lied, wo das Solo von Nils alles andere weggefegt hat – und ich hätte mir gewünscht, er übernähme bei dem Lied auch den kompletten Sangespart (zu groß und zu schön ist die Erinnerung an Erfurt im September 2006) – „Because the Night“.
„Waitin’ on a Sunny Day“ – nicht mein liebstes Lied, aber zum Tanzen (das bisschen Platz, was ich hatte) und zum Abfeiern immer gut, „The Promised Land“ (jaaaaaaaaaa, das erste Lied, was ich live von ihm gehört habe – als Opener am 25.Juni 2003 in Wien). Wieder ein Request, „The River“, wunderschön, berührend ... „Kingdom of Days“ – WOW, doch noch ein weiteres Lied aus dem neuen Album. Dann „Lonesome Day“ und „The Rising“ – „Worlds Apart“ oder „Further On“ wären mir lieber gewesen, ok, ok, ich hör schon auf zum Nörgeln ... „Born To Run“ (etwas traurige Gewissheit, dass das Konzert bald zu Ende ist). Dann kam das Lied, mit der ich nie gerechnet habe, die Überraschung war groß und ich hab mich riesig gefreut, „Tenth Avenue Freeze-Out“ zu hören.
Am 1. Juli 2011 gönnte ich mir am Abend die etwas bescheidene DVD-Aufnahme von diesem Konzert - "10th Ave" hat mich zum Weinen gebracht, besonders an der Stelle "When the change was made uptown/And the Big Man joined the Band..."
„Hard Times“ war überflüssig, der Rest war nur noch Party pur – „Bobby Jean“ wunder-wunderschön berührend, wieder brachte mich das Saxophon-Solo zum Weinen, „American Land“ ist einer meiner weniger Lieblingslieder von ihm, ausgenommen das vom Big Man intonierte Call and Response „BRUCE“ (Publikum und Big Man) – „MUNICH“ (Bruce)  und natürlich dieses „You’ve just seen the [...] legendary E Street Band“. „Detroit Medley“ war eine riesige Überraschung zum Finale, „Glory Days“ und „Dancing In The Dark“ die letzten Lieder zum Verausgaben.

Die Rückkehr zum Auto verlief etwas kompliziert, aber wie kann sich eine Großstadt wie München erlauben, dass unter der Woche die U4 Richtung Arabellapark schon um halb 12 nicht mehr fährt?
Meinen Respekt an Thomas, der an diesem Tag eine weite Strecke von Gamlitz in der Südsteiermark nach Wien zurückgelegt hat und dann mit Henry und mir weiter nach München und nach dem Konzert wieder zurück nach Wien gefahren ist.

Frankfurt am Main, 3. Juli 2009:
Ich war nicht dort, habe stattdessen einen genialen Kapsreiter-Abend mit Thomas und Henry im Hernalser Hinterholz verbracht. Dennoch... das Konzert in FFM am 3. Juli 2009 ist ähnlich wie das in Mailand am 28. Juni 2003, wo ich mich am liebsten in den Hintern gebissen hätte, dass ich nicht mutig, verrückt, wahnsinnig genug war, dort hinzufliegen und Bruce mit der ESB zu erleben.
Warum? Bitte im youtube oder nach anderen Quellen nach DIESEN Konzerten suchen und falls Ihr ein bisschen Verständnis für mich habt, dann wisst Ihr es auch ;-) - und hier zwei Kostproben, was ich mir in FFM entgehen ließ:


Unverständnis, Kopfschütteln und mitleidige Blicke brachten mir meine Arbeitskollegen entgegen, als sie erfuhren, dass es der verrückten Sori nicht reicht, nur am 5. Juli 2009 auf das Konzert in Wien zu gehen, sondern dass sie auch noch Urlaub nehmen musste, um überhaupt in München dabei zu sein.
Wien-Bericht folgt übermorgen ... am Jahrestag ;-)
Urfassung noch im Juli 2009 auf Bildschrim gebannt, wenige Änderungen bzw. Ergänzungen heute.

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