Sonntag, 23. Oktober 2011

22.10.2011 - DENK in Wimpassing

Ich könnte schimpfen, fluchen, unflätige Worte für gestern Abend verwenden. "Sch... Publikum" war das Mindeste, was ich gestern beim Verlassen des Alten Kinos in WIMpassing im Schwarzatale sagen konnte. Meine Gedanken sind frei, aber die meisten lasse ich in meinem Kopf drinnen.
Fauxpas: Ein "F" zuviel beim "Best Of".
M. und ich kamen schon am späten Nachmittag in Wimpassing an. Nach einem Herbstspaziergang entlang der Schwarza und Einkehr im "Cult" (Überaus empfehlenswert: gutes Essen, nette und sehr freundliche Bedienung, Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung!) gingen wir sozusagen ins Kino.
Für ein Kino waren die Getränkepreise sehr moderat und die Sessel sehr bequem, auch die "Beistelltische" zwischen den Sitzen waren sehr praktisch und so konnte ich mich schon "häuslich einrichten" (O-Ton M.).
Soris wichtigste Utensilien bei einem Konzert: Bier, Tempotaschentücher und Augentropfen wegen den harten Kontaktlinsen.
Als Vorgruppe spielten Hauk. Ich glaube, der Großteil des Publikums ist wegen Hauk im Alten Kino gesessen. Hauk hatten einfach den Heimvorteil, weil sie aus der Region Wiener Neustadt stammen. Aber musikalisch haben sie mich nicht so sehr vom Sessel gerissen, im Gegenteil...
Erfrischend war der Gastauftritt von Birgit Denk bei Hauk, Lied weiß ich nicht mehr. Ist auch nicht weiter wichtig.
Nach einer kurzen Umbaupause konnte es dann richtig losgehen. Da wir im Kino waren und sitzen mussten, war, entgegen meiner Hoffnung, das Konzert ein ausg'stecktes. Ich hätte nach Spittelberg (keine Frage, es war klass'!) gern ein lautes und elektrisches Konzert gehört, aber man kann nicht alles haben - ich freu mich jetzt schon im Voraus auf das Konzert am 27. Oktober im Metropol.
Birgit und Buben begannen mit "Star", weitere Lieder waren - hab die Setliste nicht im Kopf und auch keine mitgenommen - "Kumm ned her", "Liag mi au" (immer wieder wunderschön), "Na, des los ned aus" (Gitarrensolo von Ludwig war göttlich!). Bei "Vaknoid" musste M. sich in seinem Sitz zusammenkrümeln, weil er diese "Hotelbar"-Variante einfach satt hatte. Ich kann ihm schon verstehen - bei der Autofahrt zum Konzert haben wir die Version von der "LAUT"-CD gehört und sie ist einfach besser. Nachdem das Lied aus war, meinte er ein "immer noch besser als "Luft" oder "I bin schuid"", worauf ich dann mit einem "Verschrei's nicht." entgegnete.
Wurde nachher "Brada Weg" gespielt? Keine Ahnung, aber es war so schön, wie Titi auch auf ein anderes Instrument umschulen musste (gefördert von AMS).
Und dann erwähnte Birgit von irgendwelchen Leuten, die sich von anderen abgrenzen, weil sie sich für etwas Besseres halten. M. japste nach Luft, ich sah ihn mit einem bösen "Hab-ich-das-nicht-gesagt?"-Blick an, ich glaub, er hat zum Glück nicht sehr viel davon gesehen, weil's im Kino so finster war. Es wurde noch besser: Nach "Wia is die Luft duat oben" haben sie auch "I bin schuid" gespielt. Ich war so nett, dass ich aus dem Saal rausgegangen bin und M. und mich mit weiteren Getränken versorgt habe ;-)
Wegen "I bin di Ane" schreib ich lieber nichts mehr ... es konnte nachher nur noch besser werden oder um Thees Uhlmann zu zitieren: "Das Leben ist hart, aber das nehme ich in Kauf." (Quelle: "Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf", 2011)
Und während des ganzen Konzerts merkte ich etwas, was ich noch nie bei einem DENK-Konzert zu spüren bekam ... gestern wurde das Schlimmste in Wimpassing wahr. Nach fast 30 Konzerten von DENK, die ich besucht habe und von denen ich immer begeistert war, hat sich leider die schlechte Stimmung des Publikums auf die Band übertragen. Sicher ist mein Eindruck subjektiv, aber es war nicht wie immer - Birgit hat beim G'schichten erzählen ihren Schmäh gehabt, aber dieser kam beim Publikum nicht an, ich glaubte, bei den Musikanten eine kleine Verstimmung zu erkennen (nicht bei allen, es war auch nicht so offensichtlich - aber es war anders als sonst) und selbst bei "Was i eh" konnte nur ein kleiner Teil wirklich bei dem Lied mitgehen.
Perspektivenwechsel bei "Was i eh".
Zum Schluss kamen noch richtig gute Lieder wie "Wieda zwieda", "Mei Partie" und "Komplett out" - ätzend, dass nur wenige aufgestanden sind; ätzend, wie die Stimmung im Publikum war. Graz ist von Wien bzw. Schwechat weiter entfernt, aber das Publikum im Grazer Orpheum heuer im April war viel besser.
Nach "Komplett out" kündigte Birgit das Schlusslied an, welches sie schon lange nicht mehr gespielt haben (ja, das letzte Mal am 17.01.2010 im Palazzo). Ich überlegte, welches Lied dies sein konnte. In meinen Gedanken strich ich "Fan" und "Fia di" heraus, und mir schwante "Übles", als ich die Aufstellung der Musikanten in Korrelation zu ihren Instrumenten sah. Die ersten Takte erkannte ich nicht, aber das "Wia ham uns so schee trennt vor an hoiben Joa..." gab mir den Rest. Also doch, "Nimma dabei". Einer meiner liebsten Lieder von DENK, hab mich so gefreut, dass sie das Lied wieder spielen, aber in Bezug auf das, was ich in meinem Leben außerhalb des Blogs erlebt habe und in ein paar Zeilen einige Parallelen erkenne - brachte meinen Tränenfass zum Überlaufen. Dann dachte ich mir, "scheiß drauf, hör auf zum Rean und genieß das Lied". Nach diesem Schlusslied musste ich noch ein wenig auf meinem Sessel sitzenbleiben, mit mir ausharren und meinen Bier austrinken.

Danke, DENK, für das Konzert. Ich freu mich schon auf die nächsten Konzerte, sie werden auch von der Stimmung des Publikums viel besser werden. Mit auch diesen Gedanken verließ ich das Kino.
Im Auto nach Wien hörten wir noch die "LAUT"-CD zu Ende ... eh schon wissen, wieder ein wunderschönes "Nimma dabei" ohne Heulerei. CD-Wechsel: Die "Born in the USA" von Bruce Springsteen krachte dann im Auto ... es ist immer wieder ein intensives Erlebnis, im Finstern im fahrenden Auto zu sitzen und Lieder wie "Downbound Train", "No Surrender" oder "Bobby Jean" zu hören. (Bruce, ich werd Deine Musik immer lieben.)

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