Samstag, 11. Februar 2012

STS # 2

In meinem Eintrag vom 20. Jänner 2012 begann ich mehr oder weniger mit den letzten drei Konzerten von STS, die ich besucht habe. Heute zitiere ich Schiffkowitz, heute gehe ich weit zurück in die Vergangenheit.

Damals habe ich noch in Erfurt gelebt und wusste von STS so gut wie gar nichts. Dank meiner ersten großen Liebe, der damals weit unterhalb des Weißwurstäquators lebte, kam ich zu STS und nach der Trennung von dieser großen Liebe ertränkte ich meinen Kummer erst recht in die Musik von STS. Mithilfe von Napster lud ich mir ein paar mp3-Dateien herunter ("Kalt und kälter" war das erste Lied.) und kurz danach, Anfang 2001, fing ich an, CDs von STS zu kaufen. Der Großteil der Alben war problemlos in Erfurt im müller und SATURN erhältlich. (Was ich von STS im Original besitze, ist in meiner Musik-Sammlung zu finden.)

Am 14.11.2001 fuhren wir mit dem ICE vom Hauptbahnhof Erfurt nach Würzburg. Bei Ankunft wurden wir von einem Schneeregen begrüßt - mich soll das nicht umhauen. Einchecken im Hotel "Zum Winzermännle", das sich mitten in der Fußgängerzone befindet und ein gutes Ambiente hat - wir machten uns dann auf Erkundungstour in Würzburg.
Das Hotel "Zum Winzermännle" in der Altstadt.

Marienkapelle

Ein paar Stunden später...

Blick von der Alten Mainbrücke zur Domstraße. links das Rathaus und rechts im Hintergrund der Dom St. Kilian
Die Festung Marienberg
Sori auf der Mainbrücke



Blick von der Festung auf die Stadt


Residenz



Blick vom Residenzpark auf die Festung


Nach der Stadt- und Festungsbesichtigung am 15. November kehrten wir zum Hotel zurück, es waren nur noch ca. 2 1/2 Stunden bis Konzertbeginn. Ich hörte mir noch ein wenig Bruce Springsteens "Live in New York City" von meinem alten Philips Discman an.
Um 18:30 Uhr verließen wir das Hotel und fuhren mit der Tram bis zur Endstation, wir entdeckten vor der Carl-Diem-Halle das allererste Konzertplakat von STS. Irgendwie absurd... im Zentrum waren haufenweise Konzertplakate zu sehen, aber keine von STS. Es war leider auch zu dunkel, um ein Foto machen zu können (ich besaß damals noch die Pentax Espio 120). In und vor der Halle warteten schon etliche Besucher, ich sah mir die Leute an und war erstaunt, dass zu diesem Konzert sozusagen fast jede Generation von Menschen gekommen sind, ein richtig gemischtes Publikum. (Was hat sich die Sori nur dabei gedacht, vor ihrem allerersten Konzert überhaupt?)
Einlass, endlich hinein ins Foyer... Noch ein Pott Kaffee trinken und zwei Gauloises rauchen und rein in die Halle. Parkett links, Reihe 21 - die Bühne konnte ich gut sehen. Nach und nach trudelten mehr Leute in den Saal hinein.

Meine einzige Konzertkarte, wo noch die gute alte DM als Währung aufgedruckt ist.
5 Minuten nach 20 Uhr betraten STS & Band die Bühne und legten nach großem Applaus mit "Da kummt die Sunn" los. Bevor das nächste Lied gespielt wird, stellte Schiffkowitz Gert Steinbäcker, Günter Timischl und sich selbst vor. Dann spielte Schiffi "Herzverbunden" - das Lied hörte sich gut an, aber mein Applaus nach dem Lied war eher verhalten, da ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit das Lied noch nicht so gut verstanden habe. Timischl sang "Das Feuer" ... bei "I verrat ka Ideal mehr/ Ideal is, wenn i's leb..." war ich ziemlich ergriffen und der Applaus fiel besser aus als bei Schiffis "Herzverbunden". Dann Steinbäckers "Tausendmal", Timischls "Die ganze Welt" und Schiffis "Kein Paradies" - wobei von den drei Liedern "Ka Paradies" unter anderem optisch überzeugend war. Schiffkowitz steht vor dem Mikro und spielt auf seinem Telecaster und beim Refrain kommen Steinbäcker und Timischl gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen ans Mikro... und verschwinden (fast) gleichzeitig wieder, wenn Schiffi seinen Solo-Part singt.
Nach "Wieder a Sommer" und "Wohin die Reise" spielte Timischl "Tanz auf dem Vulkan", das klangmäßig eher schlecht herüberkam.
Ich glaube, als dann hauptsächlich nur noch die altbekannten Lieder bis zum Schluss gespielt wurden, taute das Publikum so langsam auf. Zugegeben, mir war auch lieber, sie zu hören, da ich sie vom Text her besser kannte. Nach "Das Meer" spielte Schiffi (zu meiner Mitsing-Freude) "Gö, du bleibst heut nacht bei mir" ... "Wunder meiner Seligkeit" (habe von Anfang bis zum Schluss laut mitgesungen) und nach Schiffis kurzer Moderation ("...Verständigung der Menschen untereinander..." oder so ähnlich) legte er mit "I bin aus Österreich" los. Pause.
Um 21:35 Uhr wurde der zweite Teil mit "Zehn Minuten still" eröffnet. Dann "Fang an", "Weit is die Welt" und Steinbäckers "Mein Nachbar". Steini stand dann auf, zog sich seine Glitzerjacke an und stand in der Mitte vorm Mikro und erwähnte Schiffis erstes Solo-Album und "Wenn der Teufel mit Dir tanzen geht" wurde gespielt.
Die Band verließ die Bühne. Roter Vorhang und Timischl mit der Ukulele. Von Fotos aus früheren Konzerten bei dieser Tournee wurde mir klar, welches Lied kommen würde... "He, alter Liedersänger". Riesen Applaus. Steinbäcker und Schiffkowitz kamen wieder zurück.
"Der letzte Sommer war sehr schön (Applaus, Rufe, Pfiffe)/I bin in irgendeiner Bucht geleg'n..." Das Publikum auf der Tribüne wurde wach, die Leute standen, hielten ihre glimmenden Feuerzeuge hoch. Parkett, wo ich auch dazu gehörte, eher noch ruhig, aber schon mitsingend. "Immer weiter fort" und bei "Sie wissen all's besser" tauchte die Band um "Professor" Ewald Beit, Gerd Wennemuth und Wolfram Abt wieder auf. Dann ging's los mit den kommerziellsten Hits "Großvater" und "Fürstenfeld". Beim ersten Refrain von "Fürstenfeld" rannten ca. 20 Leute nach vorne zur Bühne und feuerten die Band an. Es wurde auch mit Sitzkissen, auf dessen die Platznummer vermerkt waren, geworfen... die erhitzte Stimmung hielt sich bis zum Schluss. Beim dritten Refrain konnte ich mich nicht mehr auf den Stuhl halten und stand auf - bis zum Ende des Konzerts. Während das Lied immer noch gespielt wurde, verabschiedeten sich STS von uns und sie gingen.
Nach anfänglichen mehrstimmigen "Zugabe"-Rufen wurde der Chor immer stärker und STS & Band kehrten auf die Bühne zurück. "Irgendwo", "Kalt und kälter" (der Saal kochte - mir fiel das "Der Chef vom Kreml raucht nicht mehr..." auf), "Mach die Aug'n zu" (mein Feuerzeug hoch - und das Lied für Liebespärchen) und "Auf a Wort" (Unglaublich, wie ein Lied mit wenigen Worte viel erreichen kann!). STS & Band verabschiedeten sich wieder. Zugabe-Rufe schienen vergeblich, viele Konzertbesucher waren gerade dabei, die Halle zu verlassen. Doch plötzlich ertönte Jubel. Wir drehten uns um und STS spielten "no a Liad, bevor i geh". Um ca. 23 Uhr war's dann vorbei. Es war ein rundum tolles Konzert.
Eine Zeit lang hing das Konzertplakat samt Karte in meinen Zimmern, aber Sori liebt auch die Abwechslung ;-)
- Originaltext aus November 2001, für den Blog geringfügig geändert.

Nachtrag:
Ich habe vom Konzert keine Fotos gemacht, weil ich damals das "Fotografierverbot" noch sehr ernst genommen habe und auch Angst davor hatte, aus dem Saal gewiesen zu werden. Aber im Nachhinein betrachte ich es als nicht tragisch, dass ich keine Fotos gemacht habe. Es war nämlich eines der wenigen Konzerte von STS, die ich ganz und ohne Fotografieren genießen konnte. Außerdem saß ich in Reihe 21 zu weit hinten und hatte mit der Pentax Espio 120 eindeutig die falsche Kamera für dieses Konzert.
Die Kamera bin ich vor wenigen Jahren bei eBay losgeworden, nachdem sie meinem Papa und mir gute Dienste geleistet hat. 
Und auch so beim Durchlesen meines über zehn Jahre alten Berichts staune ich über diesen damaligen "Durchschnittsfan" Sori, die bei den neuen Liedern noch sehr verhalten applaudiert hatte und bei "Gö..." sehr begeistert war.

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