Montag, 6. August 2012

25.05.2012 - Bruce Springsteen and the E Street Band in Frankfurt am Main, die Zweite


Vorgeschichte:
Ende November 2011 war es wieder soweit!
Meine Träume vom August 2011 sollten sich bewahrheiten und Bruce Springsteen geht wieder auf Tournee… von den drei Deutschland-Konzerten hat mich eigentlich Berlin am meisten gereizt, aber traditionellerweise habe ich an Pfingsten meine Eltern zu Besuch in Wien und da ich diese Besuche sehr schätze, konnte ich diese immer seltener werdenden Familienzusammenkünfte nicht einfach so streichen.
Köln kam für mich aufgrund eines sogenannten (übertrieben gesagt) „Jugendtraumas“ nicht in Frage. Und Frankfurt am Main? Ich überlegte „lange“ (ein, zwei Nächte) und dachte mir, das kann ich schon mit der elterlichen Ankunft in Wien vereinbaren. Meine Eltern hatten nichts dagegen, ihre geplante Anreise am Samstag um einen Tag zu verschieben und so konnte ich das Konzert in FFM fixieren. Die Reiseplanung war schnell abgeschlossen: Hinfahrt am Freitag, 25. Mai mit dem ICE, Konzert, eine Nacht im Hotel nähe Stadion verbringen, am Samstag „Hardcore Sightseeing“ machen und den letzten Zug nach Wien nehmen, so dass ich kurz vor Mitternacht am Westbahnhof sein konnte. Um mir den „Reisestress“ so angenehm wie möglich zu machen und weil ich mich noch „allein“ fürchtete, entschied ich mich für eine Sitzplatzkarte.

Frankfurt am Main, 25. Mai 2012:
Ich konnte mir für die Hin- und Rückfahrt jeweils günstige Zugfahrkarten sichern und während der Anreise nach FFM las ich mit Erleichterung im KURIER, dass an diesem Tag ein paar Flüge von Wien nach FFM gestrichen wurden, weil einige Piloten sich „unfit to fly“ fühlten… außerdem fahre ich gern in Zügen und so störten mich die jeweils sieben Stunden Fahrt nicht wirklich. Am Hauptbahnhof angekommen, fuhr ich zum Hotel, welches ein tolles Ambiente und eine ständig besetze Rezeption hat (ist schon angenehm, wenn Du nicht irgendwelche Schlüssel mit zum Konzi nehmen muss) und in der Nähe beim Ristorante „Da Egidio“ traf ich erst einmal meine fränkischen Freunde Thomas & Henry (Bruce München 2009 oder Gamlitz 2010 oder Ostbahn XI 2011). Also, der Italiener IST empfehlenswert! Ich schaute den beiden Herren beim Vorglühen zu, ich erfreute mich an meinem vorzüglichen Ricotta und einem Glas Pinot Grigio. Nun marschierten wir zur S-Bahn-Haltestelle und wurden in den Waggon hineingepfercht… erleichtert, dass wir bei der nächsten Station wieder aussteigen konnten, traten wir dann einen recht braden Weg durch den Wald zur Commerzbank Arena. (Das Stadion hat ja einmal „Waldstadion“ geheißen.) Die Sicherheitsleute ohne Probleme passiert, ein wenig „Shoppen“ gegangen (dass nur die "Born To Run"- und "Born In The U.S.A."-Leibchen beworben werden und ich nur durch Zufall das "Darkness"-Leibchen entdeckt habe, find ich schon arg), den lieben Günther getroffen und ich begab mich zu meinem Sitzplatz.
Konzert:
Um ca. 19:45 Uhr wurde das Konzert mit „The Magnificent Seven“ eröffnet, gleich darauf legten die Herren und Damen mit „BADLANDS“ los… ich schnellte von meinem Sitz hoch und feierte mit. Hatte ein wenig Freudentränen in den Augen, weil nun fast drei Jahre nach dem letzten Konzert (Wien, 5. Juli 2009) vergangen sind. Bei „We Take Care Of Our Own“ und „Wrecking Ball“ merkte ich einen leichten Stimmungstief, den Bruce aber mit „Out In The Street“ wieder herauf riss… dann das Lied, mit dessen Studioversion ich sehr zu kämpfen hatte, weil ich die Melodie irgendwie „albern“ fand (Irgendjemand hat im asbury-park.de-Forum den Begriff „Spielmannszug“ erwähnt, besser kann man es nicht beschreiben.), aber in FFM zeigte das Lied die Tendenz, dass es live doch ganz gut ankommt – „Death To My Hometown“. Die Bandvorstellung in „My City of Ruins“ war witzig, als Bruce auf Deutsch erzählt, dass Patti zuhause bei den Kindern sei (wobei er signalisiert, dass die Kinder sehr klein sind) und atmosphärisch, als er den ersten tatsächlichen Verlust der ESB erwähnte – Danny Federici. Bei „DO YOU FEEL THE SPIRIT?“ flippte ich aus und schwelgte in München-2009-Erinnerungen. Überhaupt, „Spirit in Munich“ war einzigartig, weil Bruce das Lied ungeplanterweise in die Setliste einbaute, nur weil er das Request-Schild gesehen, genommen und daraus einen Flieger gebastelt hat ;-) dennoch schön! Die Horns Section zeigte ihr Können beim „E Street Shuffle“ … „everybody form a line.“ Nun versuchte Bruce wieder auf Deutsch und begann mit einer meiner Lieblingslieder vom neuen Album, „Jack of all Trades“. Kam im Stadion sehr gut an…
Wieder die Telecaster umgehängt, erkannte ich das nächste Lied nicht sofort, machte aber dann riesige Augen und musste Luft holen, als Bruce mit „Here in Northeast Ohio…“ begann – „YOUNGSTOWN“!!! Aaaaah… und dann auch noch das geniale, nicht enden-wollende Gitarrensolo von Nils Lofgren und danach die wunderbare Überleitung zu „DARKNESS ON THE EDGE OF TOWN“. Da musste ich wieder ein paar Tränen verdrücken… meine Euphorie wurde dann durch „Johnny 99“ ein wenig gedämpft (weiß nicht, schon seit der „Working On A Dream“-Tournee hat mich das Lied nicht sonderlich begeistert). „Working On The Highway“ fegte meine bisherige Abneigung dieser Studioversion gegenüber mit einem Wuschhhhhhhhhhhh weg…. WOW! „Shackled And Drawn“ war wieder klass‘, „Waitin‘ On A Sunny Day“ … hmm, naja, aber die beiden Kinder dort auf der Bühne waren schon souverän… Bruce holte ein Request-Schild… „SUMMERTIME BLUES“… das Lied nicht wirklich gekannt, aber es war so schön zum Anschauen und zum Horchen, wie Bruce und die ESB mit einer Begeisterung das Lied spielten, sogar Garry hat seinen Mund aufgemacht. Dann eines meiner Überdrüber-Lieder, deshalb, weil es nun mal DAS Lied ist, was ich als erstes von Bruce live hörte, „THE PROMISED LAND“. „The River“… immer wieder diese anfänglichen gedanklichen Vorbehalte, die ich habe („Muss das sein? Kann er stattdessen nicht etwas anderes spielen?“), und die immer während des Liedes erfolgreich verdrängt werden, kurz: wunderschön! Auf „The Rising“, welches auch irgendwie grad zu unserer aktuellen Zeit passte, folgte „Lonesome Day“.
„We are alive“ war – ich war der Studioversion gegenüber schon sehr aufgeschlossen, aber live hat das Lied das gewisse Etwas – einfach ein klasse Lied, wie Bruce zuerst alleine akustisch singt und dann ein Schwall herüberkommt… eben, WE ARE ALIVE!
„THUNDER ROAD“… eeeeeeendlich… mein besonderer Moment bei meinem ersten Springsteen-Konzert am 25. Juni 2003 in Wien war „Thunder Road“. Vorher habe ich das Lied nicht sonderlich gemocht, warum auch immer. Aber ich erinnere mich noch heute, noch nach neun Jahren an den Funken, an den Spirit, an diese Magie in der Nacht, die Bruce mit „Thunder Road“ an diesem denkwürdigen Abend brachte… und knapp neun Jahre später durfte ich das Lied wieder hören und hat sich somit auf dem „i“ getüpferlt.
„Rocky Ground“ ist mein absolutes No-No auf „Wrecking Ball“… ich hatte noch gehofft, dass ich nach dem Live-Erlebnis meine Meinung ändern würde, nein, nix da! Nachher krachte „BORN IN THE U.S.A.“ ins Stadion, das Lied war an meiner Stelle soundmäßig etwas bescheiden, war nicht so ganz der Renner. Die hämmernden Takte von „BORN TO RUN“ läuteten den bitteren Vorgeschmack auf das kommende Finale ein. Nach dem ersten Pseudo-Verabschieden holte Bruce ein Schild, „CADILLAC RANCH“ … eben dieses „Frankfurt Night“, das ich auch perfekt mitsingen konnte und seitdem in meinem Ohr bleibt :-) holte er wieder ein Schild, „SHERRY DARLING“! Und es wurde wieder getanzt… holte er noch ein Schild, ich dachte, er will nimmermehr mit dem Schildersammeln aufhören ;-) „GLORY DAYS“… das Stadion kochte heftig… noch „Dancing In The Dark“ und mit „Tenth Avenue Freeze-Out“ beendeten sie das Konzert. Habe ich beim Video-Tribut an den „Big Man“ Rotz & Wossa geheult… ich konnte mich erst dann wieder beruhigen, als Bruce ein „Oh yeahhhhhhhhhhhh, it’s alright“ herausschrie.




Bitte am Anfang des Videos den Charlie Giordano beobachten ;-)

Die Rückkehr zum Hotel in Niederrad verlief problemlos. Im Hotelfoyer traf ich ein paar Konzertbesucher und ich stieß mit ihnen auf ein Bier („Auf Bruce!“) an.

Für dieses Konzert brachte ich null Erwartungen mit, weil mir noch drei weitere Konzerte bevorstanden und dann bekam ich SO ein Hammer-Konzert mit einem von Anfang an mitgehenden, enthusiastischen Publikum geboten! Danke Bruce, danke E Street Band, danke Publikum in der Frankfurter Commerzbank Arena!

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