Montag, 1. Oktober 2012

11.09.2012 - Ian Parker im Museumskeller, Erfurt

Nach knapp sechs Jahren (Nils Lofgren am 14.09.2006 im Erfurter Gewerkschaftshaus) habe ich es wieder geschafft, in meiner Geburtsstadt Erfurt ein Konzert zu besuchen.
Dieses Mal sprang ich in kaltes Wasser, weil ich eigentlich gar nichts über Ian Parker wusste. Aber der kurze Werbetext auf museumskeller.de über ihn sprühte nur von Lob (etwas anderes sollte auch nicht drinnen stehen ;-) ), und da die elterliche Wohnung nicht sehr weit weg vom Museumskeller ist und ich offen für Konzerte von Singer-Songwriter bin, wollte ich mir meinen Heimaturlaub wieder mit einem Konzert versüßen.
Um nicht so ganz ahnungslos zum Konzert hinzugehen, kaufte ich mir ein paar Wochen vorher übers Internet das Album „Where I Belong“. Diese kam per Post nach Erfurt und blieb so lange dort, bis ich aus Wien kam. Ich hatte praktisch nur zwei Tage Zeit zum Reinhorchen, viel hatte ich nicht davon, weil keine Texte zum Nachlesen.

Am Abend fuhr ich wenige Stationen mit der Tram und erlebte im Museumskeller einen Kulturschock zweierlei Art ;-) Bedingt des schon länger andauernden Aufenthaltes in Wien und der Gewöhnung der österreichischen bzw. weanerischen Dialekts verstand ich meine Landsleute nicht mehr. Ich fand’s sogar lustig, wie die Erfurter und Thüringer gesprochen haben. Aber es ist gegangen, mit einem Konzertbesucher konnte ich über gute Musik philosophieren und vom etwas grantigen, dennoch netten Wirten erfuhr ich, dass sicher mehr Leute gekommen wären, wenn nicht an diesem Abend das Fußballspiel Ö gegen D wäre. Also, der Wirt hätte ein prima typischer Wiener abgeben können, nur ein bisschen an der Sprache arbeiten, und dann ist er perfekt ;-) Der zweite Kulturschock waren die Getränkepreise. Den hohen bzw. kostspieligen Lebensstandard in Wien gewöhnt, staunte ich über die billigen Bierpreise und ich ließ mir an diesem Abend nicht wenige Riebecks schmecken. (Ok, nicht zu vergessen, dass in meiner Heimat der auch finanzielle Lebensstandard anders ist!)

Kurz vor 21 Uhr nahm ich Platz und war schon sehr gespannt auf das Konzert. Nach einem Blick auf die Bühne wunderte ich mich, warum drei Ständer mit jeweils drei dazugehörigen Mikrofonen standen – er tritt ja alleine auf, aber im Laufe des Konzerts wurde mir die Bedeutung dieser Gerätschaften bewusst.
Fast pünktlich begann Ian Parker mit seinem Set. Den Großteil seiner Lieder kannte ich nicht, aber mir hat’s einfach getaugt, dass er dort auf der Bühne gespielt und mit viel Gefühl seine Lieder vorgetragen hat, zwischendurch hat er auch Geschichten erzählt, die ehrlich und humorvoll rüberkamen - ich erinnere mich an eine, als er ein Konzert gespielt hat, wo im Publikum nur ein Mann und ein Hund waren ;-)
Und was die zwei anderen Mikroständer auf sich haben? Also, die meisten Lieder hat er vor dem mittleren vorgetragen. Für ein Lied, „Will To Dance“, nahm er Platz auf dem Barhocker und sang in das rechte Mikro hinein. 
Das linke Mikro fand ich wirklich sehr genial, diese nutzte Ian für einige Lieder – besonders seine Interpretation von Bob Dylans „I Shall Be Released“ fand ich super, dass Ian den Refrain in das linke Mikro hineinsang, dieses Gerät eine Aufnahmefunktion besitzt und nach etwas Herumdrücken auf den Fußtasten, wurde die hineingesungene Passage wieder gespielt.
Und dass mir „Hallelujah“ nach Bon Jovi im Juli 2011 noch gefallen würde – danke! Jon Bon Jovi sollte wirklich von Dir eine Scheibe abschneiden!



Das Konzert war zwar nicht ausverkauft, aber für mein Empfinden doch recht gut besucht, außerdem war das Publikum sehr aufmerksam. Als Live-Musikant empfand ich Ian Parker ehrlich, bodenständig, angenehm – er ist sicher nicht so irgendein „über-drüber“, aber mir hat das Konzert sehr gut gefallen. (Nebenbei bemerkt, ich habe heuer schon schlechtere Konzerte von anderen Musikanten erlebt!)
Nach dem Konzert war Ian bereit, meine neu erworbenen CDs („Inside“ und „The Bare Bones“) und mein Ticket zu signieren. 
Wäre schön, wenn er sich sogar in Wien verirren würde – ich bin sicher wieder dabei!

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