Samstag, 10. November 2012

Dave Hause & The Gaslight Anthem in zwei Hauptstädten

Warum verläuft mein Leben schneller als das Schreiben in meinem Blog? Kaum habe ich ein Ereignis bzw. ein Erlebnis, welches ich darüber gern berichten möchte, schon kommt das nächste und die Zeit rennt...

Ja, nach zwei Jahren wurde wieder Zeit für The Gaslight Anthem live. Im November 2010 habe ich zwei Konzerte von The Gaslight Anthem besucht, viele Erkenntnisse mitgenommen (Chuck Ragan, "Vorne-stehen-schadet-Deiner-Gesundheit!", man kann in einem Motel One ganz gut übernachten und woswaßidenn...) und war mir sicher, sollten die Buben von TGA wieder auf Europatournee kommen, müssen zwei Konzerte drinnen sein.

I did it...

29.10.2012 - Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer, 1110 Wien
Im Publikum schloss ich mich einigen Bekannten aus dem österreichischen Springsteen-Forum an, die tatsächlich in der ersten Reihe, wenn auch seitlich, standen. Ich überlegte lange, ob ich wirklich bei ihnen bleiben oder ob ich mich nicht lieber in die hinteren Reihen verziehen sollte. Ich ging das Risiko ein und entschied mich für erstere...
Dave Hause
Auf Dave Hause als erste "Vorgruppe" freute ich mich wirklich - von seinem Können war ich schon bei der Revival Tour 2011 in Wien begeistert. Er heizte das Publikum ein - einfach klasse, wie ein einzelner Musikant mit so einer Stimme und Gitarren mich wieder überzeugen kann.

Die zweite Vorgruppe namens Blood Red Shoes waren das absolute No-No an diesem Abend! Keine Musik, sondern niveauloser Krach und die Beleuchtung sorgte für Augenkrebs-Gefahr. Nein!

Ich gehörte sicher zu den 99 % im Publikum, die erleichtert waren, als die zweite Vorgruppe mit ihrem Set geendet haben und der Weg für The Gaslight Anthem frei war...

Mit einer Bierflasche am Gitarrenhals schrammeln tut's auch...
Alex Rosamilia ganz publikumsnah - verdammt, die Linse von meiner Kamera IST schmutzig.
Dave Hause = Rampensau!
Der Höhepunkt dieses Konzerts war sicher die Ankunft von Dave Hause mitten im Publikum und wie er zur Bühne getragen wurde und anschließend mit The Gaslight Anthem "American Slang" gesungen hat.
Schwachsinnig fand ich den glimpflichen Zwischenfall mit dem Feuerwerk, da sind mir sogar die Pogo-Tänzer lieber.

Ich habe bis jetzt noch keine treffende Erklärung gefunden, warum mir ein Konzert von The Gaslight Anthem pro Tournee zu wenig ist. Ich mag die Musik von Brian Fallon & Co. auf den Tonträgern, ich bin verdammt froh darüber, dass die Jungs mit "Handwritten" wieder ein gutes Album geliefert haben, nachdem "American Slang" etwas unglücklich gelungen ist, ich mag es einfach, wie sie live drauf sind ... frei nach "it's only Rock'n'Roll but I like it."
Und dass ich dieses Konzert großteils körperlich unbeschadet (eh, die Ausnahme war wegen der zweiten Vorgruppe) erleben konnte, hatte ich auch meinem Bekanntenkreis zu verdanken, die auch seitlich gestanden ist.

Das zweite Konzert soll nun in der deutschen Hauptstadt stattfinden - wie ich ausgerechnet auf Berlin kam, ging einer langen Geschichte voraus, die aber mit dem ersten Novemberwochenende in dieser Stadt ein super Ausklang fand.

02.11.2012 - Dave Hause im Ramones-Museum, D-10115 Berlin
Wenige Tage vor meinem Abflug nach Berlin entdeckte ich durch Zufall auf der Webseite von Dave Hause, dass dieser am selben Tag des Konzerts um 17 Uhr ein gratis Gig im Ramones-Museum spielen wird. Nur ein paar Stunden früher, hätte sogar Brian Fallon im Museum vorbeigeschaut, aber es ging sich nicht mit meinen Flugzeiten aus und ich war mir sicher, dass der Andrang größer sein würde als bei Dave Hause...
Der Andrang war bei Dave Hause auch ohnehin groß, es war heiß im Museum, ständig wurde nach "C'mon Kid" geschrien - aber hey, danke für "Pray For Tucson"!

02.11.2012 - Columbiahalle, D-10965 Berlin
Nach diesem Konzert hätte ich laut Routenplaner von bvg.de mit der S-Bahn von der Station Oranienburger Str. zur Friedrichstr. fahren, von dort zu Fuß zur Station Französischen Str. gehen (genau diese Verbindung zw. Friedrichstr. und Französiche Str. wurde wegen Bauarbeiten unterbrochen) und von dort mit der U6 zum "Platz der Luftbrücke" fahren sollen.
Unten bei den Gleisen der U6-Station "Französische Str." angekommen, standen Mitarbeiter der BVG herum und teilten mir mit, dass die U6 nicht bis zum "Platz der Luftbrücke" fahren wird. Ich: "Wie komme ich dann zur Columbiahalle?" Sie: "Gehen Sie zurück zur Friedrichstraße und nehmen Sie die S-Bahn nach Alt-Tempelhof." Na dann, ging ich wieder zurück zur Friedrichstraße und dort kam ich mir erst einmal verloren vor, weil ich nicht wusste, welche S-Bahn ich nehmen sollte. Fragte bei der Stationsaufsicht nach, die Kneifzange dort meint, ich soll doch zur Französischen Straße gehen und die U6 nehmen. Ich: "Ich bin von dort gekommen, die U6 fährt nicht." Sie schaut mich an und schüttelt den Kopf. "Gehen Sie dorthin, nehmen Sie..." Ich: "Aber ich komme von dort, die Mitarbeiter haben gesagt, die U6 fährt nicht und haben mich hierhergeschickt. Glauben Sie etwa, i kumm hierher und erzähl Ihnen des?" Sie schaut mich ungläubig an und liefert mir dennoch die brauchbare Antwort: "Nehmen Sie die S-Bahn nach Schöneberg, steigen Sie dort um und fahren Sie dann weiter nach Tempelhof." Was ich auch tat. Und - aha - von Tempelhof unten fährt schon die U6 zum "Platz der Luftbrücke". Der Rest war ein Leichtes, ärgerlich war nur, dass ich durch diese Odyssee ziemlich knapp vor Beginn in die C-Halle kam und Dave Hause schon zu spielen begann, als ich meine Jacke bei der Garderobe abgeben konnte... Schnell noch ein Berliner Pilsner geholt und hinauf zur Empore.
Dave Hause rocks!
Bei der zweiten Vorgruppe (nein, ich erwähne sie nicht wieder!) entfernte ich mich vom Zentrum des Geschehens, ging für kleine Soris, wollte mir ein Dave Hause-Shirt kaufen (leider war meine Größe ausverkauft), holte noch ein Berliner Pilsner und unterhielt mich anschließend ganz nett mit einer Konzertbesucherin, die auch vor dieser zweiten Vorgruppe geflüchtet ist und im Gespräch fanden wir heraus, dass wir beide aus dem selben Bundesland (Thüringen) stammen ;-)
Endlich hat die zweite Vorgruppe ein Ende gefunden und wir begaben uns wieder auf unsere Plätze und es war ein Genuss, The Gaslight Anthem aus einer anderen Perspektive zu sehen und vom Klang war es viel besser als in der Wiener Bank Austria Halle. (In Berlin war das bühnennahe Publikum ziemlich wild, so war es angenehm für mich, oben auf der Empore zu sein.)
The Gaslight Anthem
"Here Comes My Man" hat sich live zu einem Ohrwurm etabliert, die Studioversion fand ich nicht so toll und "Mulholland Drive" war zum Niederknien.
Danke für die zwei Konzerte, danke für Dave Hause als Support Act, danke für die Musik - es hat Spaß gemacht und ich freue mich auf das nächste Mal! Vielleicht klappt es auch mit "We Did It When We Were Young" ;-)

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