Mittwoch, 23. Oktober 2013

Aus meiner Musiksammlung: Girmindl "Brot & Spiele"



Gesendet: Montag, 14. Oktober 2013 um 18:15 Uhr
Von: "Sorina L."
An: "Johannes G."
Betreff: Re: CD brot und spiele

[...]

das album "groovt" wirklich...

lg

sori

Gesendet: Dienstag, 15. Oktober 2013 um 8:59 Uhr
Von: "Johannes G."
An: "Sorina L."
Betreff: Re: CD brot und spiele


hähä, vielleicht findest du mal ja kurz zeit und schreibst mir was drüber...
danke
johannes

Nun stehe ich vor der unlösbaren Aufgabe, mehr über das meiner Meinung nach „groovende“ Album zu schreiben. Bis auf wenige Sachen bin ich keine Meisterin, geschweige denn Anfängerin, in Alben-Rezensionen – ich laufe immer damit „Gefahr“, nach Wochen, Monaten und sogar Jahren etwas Neues in den Alben zu entdecken. Und wenn ich zu einem Werk schon meinen Senf dazu gegeben habe, fällt mir schwer, das „Einbetonierte“ verändern zu müssen. Nein, es ist nicht wirklich ein Drama, aber wie willst Du eine Rezension (zB beim großen A oder auf musik-sammler.de) in ein paar Jahren verändern? Ich denke, ich könnte damit an Glaubwürdigkeit verlieren. Klingende Beispiele für kürzliche "Neuentdeckungen" sind Calvin Russells „Calvin Russell“ oder Springsteens „Magic“, wobei bei letzerem ich trotz Wiederentdeckung immer noch bei der jahrealten Meinung bleibe, dass das Werk zu seinen schlechteren zählt. „Calvin Russell“ dagegen katapultiert mich seit 1997 nach jedem Hören in höheren Sphären - nicht auszudenken, wenn ich in der Vergangenheit eine Rezension dazu abgegeben hätte.

„Brot & Spiele“ umfasst aus dreizehn Liedern, wobei die Thematik bei einigen Liedern stark abschweift. Aber lassen wir den Kreis schließen, geht es doch nur um Brot & Spiele. Es findet sich kaum ein Liebeslied auf dem Album, daher sticht die Prophetsche „Lass es Fenster offen“ besonders hervor. Die unsrige Gesellschaft ist sowieso Girmindls Metier und er versteht es, auf Buchstabe, Wort und Zeile zu bringen. … ach verdammt, warum konnte ich mehr Worte für Dein Buch, „Die Moral ist eine Hure“, finden?... während das Titellied so schön in meine Hörgeräte hineingroovt, kann ich dem geneigten Leser, der Musik, verbunden mit dem aktuellen Zeitgeist, mag; auch die Bereitschaft besitzt, sich selbst an die Nase fassen zu können, demzufolge sich ab und zu kritische Selbstreflexionen erlaubt; die Empfehlung abgeben: Horcht „Brot & Spiele“ des aktuellen Jahrtausends zu! Die Musik hat sich zu seinen Vorgängeralben sehr weiterentwickelt, sie ist teilweise recht experimentiell geworden, das Ergebnis ist hörbar geworden - wenn man bedenkt, dass Herr G. den größten Großteil seiner Werke im Alleingang aufnimmt.

Dennoch kann ich kein Album von Johannes G. rezensieren, weil er in seinen Liedern alles sagt, was gesagt werden muss, weil ich mir sehr oft bei seinen Liedern denke, „so ist es und nicht anders. Dem ist nichts hinzufügen.“ 

Ich werde nicht aufhören, Dich weiter zu empfehlen – aber in dieser Welt wird MIR vorgeworfen, dass ICH einen eingeschränkten Musikgeschmack habe. 

Aber geh bitte, gib ma no a weiteres Album, no a weiteres Konzert… und gut ist es!

Weitere sinnvolle Informationen:

Kommentare:

  1. es stimmt, kein liebeslied, obwohl eins aufgenommen wurde, das gibts nx jahr auf "standortbestimmung" im märz
    j

    AntwortenLöschen
  2. Keine Sorge bezüglich "eingeschränktem Musikgeschmack"! Mir geht es genauso. Vor einigen Jahren fragte ich bei Saturn Mariahilf einen Verkäufer ob das Dorrs Box-Set schon erhältlich sei - er verneinte. Ich hakte nach: "...und die CD Box von Robert Plant?" Blick in den Computer - Suche ebenfalls negativ. Nachsatz des Verkäufers: "Sie haben aber einen ausgefallenen Musikgeschmack!" Offensichtlich ist es so, dass für Menschen mit Hang zur Qualität (= diejenigen die keine Tschinn-Bumm Musik hören) die Vokabel "merkwürdig", "seltsam" und "ausgefallen" verwendet werden. Das müssen wir aushalten. Ich tu's gerne!

    AntwortenLöschen