Sonntag, 16. Februar 2014

13.02.2014 - Tombeck im monami

Seit über einem Tag (aber nicht durchgehend) schreibe ich an diesem Bericht herum, die bleibenden Eindrücke verfolgen mich aber schon länger und wollen scheinbar in der nächsten Zeit auch nicht loslassen. In mir wächst und schrumpft im Wechseltakt die trügerische Hoffnung, mit diesem Geschreibsel meine Schreibblockade überwinden zu können. Ich fühle mich unrund, dass ich seit ein paar Wochen keinen halbwegs gescheiten Text mehr zusammenbringe. Ich meine, sind die bisher veröffentlichten Texte halbwegs gescheit? Aber das Schreiben eines längeren Textes allein und das Aufkeimen eines zufriedenstellenden Gefühls nachher, diese Fähigkeiten sind mir irgendwie abhanden gekommen. Außerdem registriere ich, dass meine Canon Digital IXUS 900 IS immer mehr Zeichen der Altersschwäche von sich gibt. Das Ding ist nie gemacht für professionelle Konzertbilder, aber seit wenigen Monaten entstehen (nicht nur auf Konzerten) kaum brauchbare Fotos. Ja, ich wollte mir eigentlich schon im vergangenen Herbst eine neue Kamera anschaffen, aber ein anderes Spielzeug namens Samsung Galaxy S4 hat mir erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich stures Gewohnheitstier verwende nun diese Anschaffung seitdem als Ausrede für mein Zögern, weil ich mich schwer tue, mich nach mehr als sechs Jahren für eine neue Kompaktdigitalkamera zu entscheiden.

Bernhard Krinner und Thomas Andreas Beck

Thomas Andreas Beck oder auch Tombeck live sah ich das erste Mal Ende September 2013 bei Artists for Water im AERA. Vorher ergab sich keine Gelegenheit, mir sein Werk anzuhorchen und bei seinem Auftritt (begleitet von Bernhard Krinner an der Gitarre) war ich von seiner Musik und von seiner Ausstrahlung fasziniert. Unbestreitbar, das Interesse wurde geweckt und ich kaufte mir gleich nach dem Konzert sein aktuelles Album „Freude“. Dennoch musste ich wieder einige Termine auslassen, bis ich am 13. Februar 2014 wieder in den Genuss seiner Musik kommen konnte.

Es war mein erster Besuch im „monami“ und der erste Eindruck sah folgendermaßen aus: Heimelige Atmosphäre und passender Rahmen für ein recht intimes Konzert von Thomas Andreas Beck. Wieder wird er von seinem Gitarristen Bernhard Krinner begleitet und zu meinem Freudwesen ist als Gast Eva Billisich aufgetreten.


Eva Billisich
Wieder ließ ich mich von seiner unbeschreiblichen Ausstrahlung einfangen. Thomas A. Beck sitzt nicht nur einfach da und trägt seine Lieder vor. Er lebt sie. Mal kraftstrotzend, mal in sich kehrend, kämpferisch und auch wieder fürchtend. Er streckt sich, stützt die Arme ganz gerade auf den Hocker ab - wenn er nicht gerade Gitarre spielt, und dann lässt er sich wieder fallen. In seinem Bände sprechendes Gesicht sehe ich Freude, Leid, Leben und Trauer. Bedauerlicherweise kenne ich sein Gesamtwerk (noch) nicht, dennoch schätze ich das Album „Freude“ sehr und momentan lässt sich die CD schwer aus meiner Anlage entfernen. Und die Lieder aus diesem Album an diesem Abend in diesem Rahmen zu hören, wirkt… seelen-streichelnd. „Andrea“ dürfte sich als mein Favorit herauskristallisieren, hat es doch in mir einen Hüpfer gemacht, als ich die ersten Zeilen erkannte. „Großer Held“ wird aus der Perspektive des Täters erzählt, welches dem Lied eine charakteristische Note verleiht. Gemeinsam mit Eva Billisich wurde unter anderem „Es is net“ dargeboten, das Lied mit Ohrwurmgarantie ließ mich im Refrain mitsingen.  (Wobei mich der aufmerksame Herr Beck sogar in der Pause darauf ansprach.) Die vielseitige Eva ließ sich auch nicht nehmen, ein Lied mit Cajon zu verstärken. Nach der Pause ließen die beiden Herren ihr weiteres Repertoire – „Liebeslied“, „Schaut’s hin“, „Opfebam“ und „Alles in die größte Kraft“ (nur um einige Lieder aufzuzählen) – auf mich und den Rest des Publikums einwirken. 
Berührend, erreichend, knisternd, nachdenkend.


Bis zum nächsten Termin werde ich sicher nicht mehr so lange warten.

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