Donnerstag, 6. März 2014

Fasching 2014

5. März 2014: Endlich Aschermittwoch! Ein Anlass für Faschingsmuffel Sori, etwas zu schreiben.

Das letzte Faschingsfest, bei der ich auch wirklich mitgemacht habe, fand auch in einem März statt. Dienstag, 7. März 2000.
Seitdem ist mir Fasching E-GAL! Aber sowas von!

Aber man kann auch an Rosenmontagen und Faschingsdienstagen fortgehen. Und zwar auf Konzerte. Und ich habe an diesen zwei Abenden klasse Konzerte besucht.

Rosenmontag, 3. März 2014 – The Lion And The Wolf/Rob Lynch:
Es hat alles mit diesem Konzert am 9. November 2013 begonnen. Rob Lynch hat mit seiner Band die Vorgruppe gemacht. Und weil mir die Musik getaugt hat, habe ich mir nach dem Konzert die „All These Nights In Bars Will Somehow Save My Soul“ (muss man fehlerfrei und in der richtigen Reihenfolge schreiben können) gekauft. Und weil mir die CD getaugt hat, war ich einem weiteren Konzert von Rob Lynch nicht abgeneigt. Und so kam es, dass er an einem Montag (eigentlich kein toller Tag zum Fortgehen bzw auf Konzerte zu gehen) die Arena beehren wird.
Eintrittskarte zum überaus humanen Preis gekauft und wer oder was ist verdammt nochmal The Lion And The Wolf?

Am Tag X auf das sympathische und vertraut wirkende Gelände der Arena gekommen, lernte ich eine weitere Lokalität, hier: Dreiraum, kennen. Tja, bis dato glaubte ich, dass Ambros pur am 14.12.2006 in der Purkersdorfer Bühne mein kältestes Indoor-Konzert war – mangels Garderobe und auch aufgrund der recht kühlen Temperaturen zog ich schon meinen Pullover aus, aber die Jacke behielt ich tatsächlich an. Schummrige und heimelige Atmosphäre in der Bar, gutes Schremser Bier zum fairem Preis, ein paar Gedanken via Smartphone losgeworden und ich konnte mich auf das Konzert freuen. 

Hinter „The Lion And The Wolf“ steckt Tom George und hier sei erwähnt: Es gibt zu viele Singer-Songwriter, zu viele One-Man-One-Guitar-Individuen, aber mir ist irgendwie jedes weitere gute, von mir aus sehr gute, One-Man-One-Guitar-Gig recht und Tom kam sehr sympathisch rüber. 

Tom erzählte gern zu den Liedern, die er spielte und aus dem Publikum kürte er einen (auch) vollbärtigen Typen zu seinem Liebling, indem er oft zu ihm „You’re my favourite“ sagte. Wahrscheinlich macht er das bei jedem Gig in jeder Stadt? Die Musik kam ehrlich herüber und es hat mir, an einer Wand lehnend und mit einem Becher Schremser in der Hand, einfach nur gut getan. Mir hat es auch gefallen, als Tom zum Schluss inmitten des kleinen, überschaubaren Publikums ein Lied sang.

Und ich mag das kleine, überschaubare Publikum… die Leute sind nicht auf das Konzert gekommen, um gesehen zu werden, sondern um die Musik zu hören und zu genießen.
Schön, Rob Lynch mit Band wiederzusehen. Ich war nicht die einzige an diesem Abend, die bei Thees Uhlmann am 9. November 2013 in der Arena war. Und ja, mir ist aufgefallen, dass dort ein anderer Gitarrist auf der Bühne steht, DER war irgendwie cooler als der vermutete Bruder von Rob Lynch im November 2013. Viele Lieder aus dem aktuellen Album gespielt, Tom durfte auch mit auf die Bühne und zum Schluss wurde bei „My Friends & I“ anständig – ich meine wirklich „anständig“ – gepogt.



Nach so einem Konzert in einer gemütlichen, wenn auch temperaturmäßig etwas kühlen, Atmosphäre fuhr ich beseelt heim und machte mir Gedanken, wie sich dann das Konzert von Frank Turner in der größeren Bank Austria Halle Gasometer machen würde. Frank Turner hätte ich gern an kleineren Orten gesehen, aber die Zeiten dürften anscheinend vorbei sein.

Faschingsdienstag, 4. März 2014 – Frank Turner & The Sleeping Souls:
In der Bank Austria Halle Gasometer angekommen, hatte ich eine halbe Stunde Zeit bis zur ersten Vorgruppe. Steuerte meinen Stammplatz vor dem Mischpult an und ließ mich mit meinem Bier nieder und hatte zum Glück nach langer Zeit wieder Gelegenheit, an nichts denken zu müssen. Ich bin ein unruhiger Mensch. Im Geiste. Meine Gedanken ruhen kaum. Worte stürzen ständig auf mich ein und ich verpasse oft Gelegenheiten, diese aufs Papier zu bringen. Zum Glück. Sonst hätte ich ein gutes Stück Regenwald abgeholzt. Und dann erwische ich hier und da rare Momente, wo ich körperlich da bin und an nichts denken kann. So ein Moment war an diesem Faschingsdienstagabend gegen 19:30 Uhr. Währte aber nicht lang, aber ich bin immer dankbar für solche Gelegenheiten.
Tauchte neben mir ein junger Bursche auf, sah ständig auf sein Mobiltelefon, drehte sich suchend um. Das Ganze zog sich zwei Vorgruppen lang. Anfangs war ich wenig begeistert, dass vor Frank Turner ZWEI Vorgruppen auftraten, die Namen habe ich mir bis jetzt immer noch nicht merken können, daher habe ich nach den zwei Auftritten auf meinem Smartphone herumgesurft und diesen Moment für die Ewigkeit festgehalten: 


Ducking Punches

Andrew Jackson Jihad mit Frank Turner am Schlagzeug

Aber die beiden „Supports“ waren wirklich gut, bei der zweiten hat sogar Frank Turner bei einigen Liedern auf das Schlagwerk gehaut. Der Burli, den ich oben erwähnte, hat dann tatsächlich Zuzug bekommen. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte ich wirklich, dass er nur so getan hat. Manche Menschen sind ja so. So tun, als ob sie auf jemanden warten, damit sie sich nicht so einsam und allein vorkommen. Ich dagegen habe kein Problem damit, auch alleine auf Konzerte zu gehen. Ich gehe deshalb, um die Musik zu hören und zu genießen. Außerdem ist der Lärmpegel in den Räumlichkeiten vor, zwischen und nach den Konzerten recht hoch, da ist die verbale zwischenmenschliche Kommunikation manchmal eine Tortur für mich. Zurück zum Burli und seinem Anhang (der dürfte dann „my favourite“ sein, um Tom zu zitieren): Genervt haben sie, ständig geplappert, auf cool gemacht usw. und ich war einen Abend vorher in der Arena in einer anderen Welt. Muss halt erwähnt werden.

Das Konzert von Frank Turner und den Sleeping Souls war wieder klasse. Nachdem er letztes Jahr für die Dropkick Murphys den „Support“ lieferte und ich auch dort war, konnte er an diesem Abend den „Headliner“ machen und die Bank Austria Halle war zwar nicht ausverkauft, aber doch recht gut gefüllt. „The Road“ musste einfach sein, „Vienna“ ist mit den „grifters“ verewigt worden und „Glory Hallelujah“ ist live mein Favorit. Das restliche Repertoire bestand aus weiteren bekannten Liedern und das Konzert verging recht schnell. Live ist Frank Turner unschlagbar und seine Sleeping Souls machen sich als Live-Band auch einen Ruf! Und hier sind wir wieder bei der One-Man-One-Guitar-Theorie: Das ist auch Frank Turner ohne die Sleeping Souls. Ja, es gibt zu viele davon, aber sie sind mir lieber als ein weiterer Justin Bieber oder die ganzen so-genannten Boygroups. 



Die Rückfahrt in der U-Bahn fand ich amüsant. Konnte viele faschingsgestimmte Leute beobachten: Von geschminkten zu ballmäßig gekleideten Leuten waren fast alle dabei. Schlussendlich saß mir eine Dame gegenüber, die ich als normal gekleidet klassifizieren würde. Ihr Begleiter stieg irgendwann bei einer Station aus und ließ sie zurück. Was macht man, wenn man nun alleine in der U-Bahn sitzt? Natürlich nach dem Mobiltelefon greifen! Sie hatte eine große Handtasche dabei und steckte ihren Arm ganz tief hinein und schon kam bei mir der Gedanke bzw das Bild von Hermine Granger in „Harry Potter And The Deathly Hallows – Part One“, als sie ganz tief in ihrer kleinen Handtasche griff und dabei ein Bücherstapel umstieß.
Das sind solche Gedanken. Derzeit ist auch keine Ruhe in meinem Kopf, deshalb schreibe ich jetzt.
Ach ja, weil wir beim Thema sind: Ich pfeife auf die Fastenzeit. Naschen tu ich generell an Nachmittagen zum Kaffee und das bleibt auch so. 

… und auf das Bier verzichten? NIEMALS!!!

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