Montag, 5. Mai 2014

01.05.2014 - Marcus Wiebusch in München

Es hat alles mit Gutscheinen begonnen. Ich erhielt zum Jahreswechsel einen 10-EUR-Gutschein von eventim.de und diverse Gutscheine von der ÖBB. Da ich für das heurige Jahr eigentlich ganz andere Pläne habe – wenn überhaupt, weil Leben ist nicht planbar – verwarf ich sehr bald den Gedanken einer Konzertreise nach Deutschland. Doch ich entdeckte dann die Ankündigung auf marcuswiebusch.de, dass nun seine Solo-Platte fertig sei und die Lieder ans Licht kommen müssen. Kein Termin in Österreich, aber München am 1. Mai 2014 las sich gut an. Obwohl, ich war nicht unbedingt scharf darauf, nach knapp einem Jahr wieder nach München zu fahren. Aber dennoch: Wenn ich nicht die Gutscheine bekommen hätte, dann fände ich es schade, erst recht nicht zu Marcus Wiebusch nach München zu fahren.

Marcus Wiebusch hat mich schon als „Kopf“ von kettcar überzeugt, letztes Jahr bekam ich die ersten drei Solo-Nummern „Nur einmal rächen“, „Das Böse besiegen“ und „Schwarzes Konfetti“ zu hören. Ich bin mit diesen Liedern nicht richtig warm geworden, aber dennoch hatte ich so viel Vertrauen in sein zukünftiges Solo-Album und dass das Konzert gut sein würde. Also, noch im Jänner die Karte gekauft, Hotel gebucht und nun musste ich auf „Konfetti“ warten. Wenige Tage vor dem Veröffentlichungsdatum konnte ich mich in „Der Tag wird kommen“ und „Was wir tun werden“ via YouTube hineinhorchen. Spätestens bei „Der Tag wird kommen“ glaubte ich unerschütterlich an ein gutes Werk und kaufte mir die CD während meines Heimaturlaubs in Erfurt.

Mit „Off“ als Eröffnungslied zog mich das Album sogleich in seinen Bann und nach mehrmaligem Hineinhorchen gefallen mir auch sogar die neu abgemischten „Das Böse besiegen“ und „Nur einmal rächen“ mittlerweile sehr gut, nur mit „Schwarzes Konfetti“ und „Haters Gonna Hate“ hatte ich meine Schwierigkeiten und „Der Fernsehturm liebt den Mond“… naja. Das alles konnte dennoch die Vorfreude auf das Konzert nicht trüben und nun hieß es tatsächlich: „Der Tag wird kommen“.

Mit der „Ampere“ im Muffatwerk habe ich eine weitere „Location“ in München kennengelernt und die gemütliche Halle dürfte nun zu der schönsten, die ich nach Olympiahalle, Lustspielhaus, Olympiastadion und Tonhalle besucht habe, gehören. Heimelige Atmosphäre, niedrige Bühne, klasse Bier (HB) und ich entschied mich, hinauf zum Balkon zu gehen und das Geschehen von oben zu verfolgen. Nach etwas zu langer Wartezeit auf die Vorgruppe (Ein-Mann-Band namens "And The Golden Choir"), ging der Umbau rasch vonstatten und die siebenköpfige Band betrat mit Marcus Wiebusch die Bühne. Schon allein zu beobachten, wie Marcus W. wie ein verlegener Lausbub ins Licht trat, machte ihn noch sympathischer.



Das Konzert wurde mit „Das Böse besiegen“ eröffnet. Das Publikum in der ausverkauften Ampere ging von Anfang an mit. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, mir die CD anzuhorchen und die Texte zu lesen, hätte ich gern Wort für Wort mitgesungen. Aber so blieb mir großteils nur das Mitwippen, Kopf hin- und herschwingen, ein wenig Mitsingen und ein paar Fotos zu machen. MW und die Band spielten alle Lieder aus dem Album „Konfetti“. Spaßig war, dass MW bei „Jede Zeit hat ihre Pest“ und „Haters Gonna Hate“ sich ohne Gitarre, aber dafür sehr rhythmisch mit Händen und Füßen tat. Live kamen alle Lieder aus „Konfetti“ sehr gut rüber, sogar auch die, die mir auf der CD weniger gefallen haben. Sollte ich einen Favoriten haben, dann kann ich mich schwer für einen entscheiden: „Das Böse besiegen“, „Off“, „Nur einmal rächen“, „Wir waren eine Gang“, „Der Tag wird kommen“. Als Zugaben wurden kettcar-Nummern gespielt: „Schrilles buntes Hamburg“, „Balkon gegenüber“ und „48 Stunden“. Und zum Schluss wurde nach dem Motto „Wünsch Dir was“ noch einmal „Was wir tun werden“ gespielt, obwohl ich eher mit dem Begehren des Gitarristen (Das liegt an der Herkunft! Erfurt grüßt Weimar!) konform gehe: Er hat sich „Off“ gewünscht. Leider war das Konzert dann aus, dennoch war ich sehr beseelt von diesem Abend. Lobenswertes Publikum, die Band hinter MW machte musikalisch einen sehr vordergründigen Eindruck, die Musiker waren allesamt klasse und dass viele Blasinstrumente (Tuba, Posaune, Trompete, Saxophon) zum Einsatz kamen, rundete den musikalischen Rahmen so richtig ab. Und Marcus Wiebusch selbst: Eine äußerlich schlichte Erscheinung im schwarzen T-Shirt, Jeans und Converse – mehr brauchen wir auch gar nicht. Er besitzt eine gewisse Ausstrahlung und seine Lyrik ist so kraftvoll.
"Haters Gonna Hate"



Nachdem ich Autogramme von Marcus holen konnte und meine dritte Flasche HB ausgetrunken habe, erlebte ich beim Verlassen der Ampere beinahe ein Déjà vu! Es regnete in Strömen… genauso wie am 26. Mai 2013 … mit einem Unterschied: Am Abend des ersten Mai Zweitausendundvierzehn war es wärmer! Glücklich und zufrieden kam ich dann sehr bald im Hotel an und ließ noch das Konzert nachklingen. 

Die Befürchtung steht im Raum, dass kettcar das gleiche Schicksal wie Tomte erleiden würden. Gerade bei kettcar fände ich es schade, weil ich die Band einmal live gesehen und ich mich auch mit ihrem Gesamtwerk beschäftigt habe (sprich, ich habe alle Studio-Veröffentlichungen und eine Live-CD). Bei Tomte lernte ich zuerst den Solokünstler Thees Uhlmann kennen und dann die Band.
Aber dennoch… „Konfetti“ hat es verdient, ans Licht zu kommen. Das Album und Konzert gehören zu den Höhepunkten des zweiten Quartals im Musikjahr 2014!

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