Dienstag, 27. Mai 2014

26.05.2014 - DENK & Girmindl im Schikaneder

In diesem Beitrag habe ich noch erwähnt, dass ich bis zur nächsten Standortbestimmung in die neue CD warmhören würde – weit gefehlt. Mein Gedanken- und Privatleben (eher das Gedankenleben) kommt nicht zur Ruhe und viele Ereignisse, Gedanken, Geschehnisse, Menschen, Überzeugungen, Zweifel gleichzeitig beschäftigen mich im Moment.

Dennoch kein Grund, nicht ins „Schikaneder“ zu kommen.

Von Birgit Denk & Ludwig Ebner im Duo bekam ich dank Karl A. eine Kostprobe am Donnerstagabend zuvor in einem richtig netten Garten mitten im Achten. Das Vorglühen besorgten wir uns in der „unsagbar“, landeten wir nachher im Nachbarbezirk während einer Vernissage bei einem sehr aufmerksamen, begeisterungsfähigem Publikum und mitten im lauen Sommerabend horchten wir Birgits Gesang & G’schichtl’n und Ludwigs exzellentem Gitarrenspiel zu. Aus anderer Quelle (die heißt „Johannes G.“) erfuhr ich, dass Birgit & Ludwig im Duo bei „Liederlich im Schikaneder“ auftreten werden.

DENK und Girmindl – beide haben einiges gemeinsam: An vorderster Stelle Kurt Ostbahn, die beiden nehmen kein Blatt vor dem Mund, sagen und singen das, was sie denken und werden – leider, leider, leider – immer noch nicht vom ach so großen Publikum beachtet und geschätzt.

Den Anfang machten Birgit Denk & Ludwig Ebner. Köstlich, wie Birgit von ihrem „Kino-Trauma“ erzählte, als sie den Film „Shining“ in DIESEM Kino sah und die Filmrollen in den ungünstigsten Momenten gewechselt wurden. Im Anschluss wurde mein Höhepunkt, "Fan", gespielt. „I bin schuid“ wird in dieser Version rehabilitiert und in der recht intimen Wohnzimmer-Atmosphäre kam das Konzert von Birgit & Ludwig sehr stimmig herüber. Die Lieder in diesem Gewand zu hören, ist sicher für jeden DENK-Fan etwas Besonderes. Von der neuen CD, die offiziell am 13. Juni 2014 erscheinen wird, wurde "Bled" vorgestellt, aus dem Novakschen Repertoire haben Birgit & Ludwig "Der Papa wird's scho richten" ausgegraben und im DENK-Fundus kamen "Es is guad", "Kumm ned her", "Des, wos i wü" ans Licht. Das, wenn auch recht kurze, Programm im Duo sollte öfters gespielt werden.


Erleichterung breitete sich in mir aus, dass meine drei DENK-Mitstreiter bis zum Schluss beim Johannes G. geblieben sind und was ich aus ihrer Gestik und Mimik herauslesen konnte (es war ja finster), befriedigte mich schon sehr. Ich habe zum Zählen aufgehört, bei wie vielen Auftritten ich schon beim Girmindl war – aber der Abend war das akustisch beste Konzert, was ich von Johannes erleben konnte. Er hat das Publikum schon mit der ersten Nummer, „TV Talkin‘ Blues“, in seinen Bann gezogen und Karl A. fühlte sich in „Bedarfsalkoholiker“ so sehr angesprochen, dass er die aktuelle CD von Girmindl kaufen musste. (Er nach dem Konzert zu mir: „Hast du viele CDs von ihm?“ Ich: „Nicht alle, aber einige.“ Er: „Auch die aktuelle?“ Ich: „Ja.“ Er: „Ist sie gut?“ Ich: „Muss mich noch warmhören.“ Er: „Oje…“ Ich: „Das heißt immer noch lange nicht, dass sie nicht gut ist!“ Also, mit diesen Worten hat er dann seine „Standortbestimmung“ gekauft.)
Vielen Dank für „Samstag, Nachmittag (Geschlossen)“ – das Lied in diesem akustisch feinen Rahmen zu hören, ist das Nonplusultra für mich. Auch das Daumenhoch von Franz D. in meiner Richtung nach diesem Lied ist nicht zu verachten! Die Prophetsche „Pass auf“ kam sehr stimmig herüber und ich bedauerte es, dass der Liederabend so schnell zu seinem Ende kam.


In diesem Sinne: Lang lebe die österreichische Liedermacherszene und ich hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe "Liederlich im Schikaneder" und mia segn uns.

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