Sonntag, 30. August 2015

21. und 29. August 2015 - DENK im Doppelpack

Ich sitze in meiner schattigen Küche und fühle mich leer und ausgelaugt. Zwischen den beiden DENK-Konzerten hatte ich ein dichtes Programm aus Lernen, Arbeiten und ein paar Tage Berlin zu absolvieren. Berlin war dieses Mal kein reines Vergnügen. Umso mehr freute ich mich auf das Konzert am 29. August in Wulkaprodersdorf. Doch der Reihe nach:

21.08.2015 - Theater am Spittelberg
Vom „Ausg’steckt“ sein zum „hoit’s eich au“ wurde es dann „LAUT“ und in Rappoltenkirchen steckte man wieder aus. Nach dem Motto „Tua weida“ marschierten wir „Durch die Wüste“ und gelangten zu einigen „Schmankerln“. Als Vorspeise erlebte ich das Konzert am 11. Juni 2015 in der SimmCity und freute mich auf das erste „richtige“ Konzert von DENK im Jahre Zweitausendundfünfzehn am 21. August im Theater am Spittelberg. Leider konnte ich aus privaten Gründen das zweite Konzert am 22. August nicht besuchen – dabei habe ich seit 2008 kein DENK-Konzert im Theater am Spittelberg ausgelassen.

„Und i bin net allan, goa net so allan
Allan wia a Moment, der den Nächsten scho verdrängt…“ 
(aus „Durch die Wüste“, M&T: Denk/Tinhof)
Der Refrain geht mir gar nicht aus den Kopf. 
Birgit waß, was guad is, guad fia sie, sie hod ihr'n Rhythmus, ihre Partie, ihre Koatn san ned meine, sie spüt dann aus, waun se wü. „Liag mi au“ im neuen Klanggewand fuhr so sehr in das Konzert hinein, dennoch wurde mir wieder bewusst, dass die Lautstärke im Theater am Spittelberg eine Spur zu leise war. (Das Gleiche erlebte ich auch bei Meena Cryle am 4. August  am selben Ort.) „Na, des los ned aus“ scheint fast unvermeidlich, das wichtigste Zutat für ein Schmankerl ist nach wie vor das Gitarrensolo von Ludwig Ebner. „Schlof an Tram“ hörte ich zum ersten Mal live, nachdem „Durch die Wüste“ schon mehr als einem Jahr draußen ist und ich in diesem Zeitraum nur spärlich Konzerte von DENK besuchte. DIE Katastralgemeinde, wo Mannswörth, Schwechat und Co. eingemeindet worden sind, wurde in einem neuen Kataster, äh, Klang präsentiert. Der Übergang in der Full-Band-Version ist einfach unbeschreiblich und ich erlebte den ersten liedtechnischen Höhepunkt an diesem Abend: „RANNERSDORF“.
(Ach, können wieder Leiberl mit dem Ortseingangsschild bedruckt und verkauft werden? Ich tue mich nämlich seit wenigen Jahren schwer, neue DENK-Leiberl zu kaufen…) Aus der Wüste erschienen die Fata Morganas, nein, andere mögen es Oasen nennen: „Pensionsanlagekonto“ und „Severin“. Mit dem piefkinesisch anmutenden Lied werde ich einfach nicht warm und es ging erst einmal in die Pause.
„Was i eh“ als Eröffnungslied in der zweiten Hälfte passt wirklich gut in die Setliste und für ein ausgestecktes Konzert ist „Graue Mäus“ mit dem langen Instrumental ein bereichernder Teil. (Hat mich sogar am letzten Wochenende dazu veranlasst, nach langer Zeit die „Ausgsteckt“ wieder zu hören.) „Komplett out“ verschwand aus dem Zugabenblock, aber noch nicht aus der Setliste und nach einem sehr gesangsfreudigen Outro erhielten wir das „Blattl Papier“. Der zweite liedtechnische Höhepunkt folgte im Anschluss: „Brada Weg“.
„An Augenblick/Un Attimo“ gab mir den Schwung zurück, nachdem „Brada Weg“ mich in tiefe Gedankenwelten gestürzt hat. Mit „Ned allan“ gingen wir zur Bandvorstellung „durch die Wüste“ und das Konzert endete mit „Wieda zwieda“.
Nach dem Konzert dachte ich nicht daran, darüber zu schreiben. Eigentlich habe ich bis heute Morgen nicht daran gedacht, über die Konzerte zu schreiben, aber ich muss es einfach tun. 

„Und i bin net allan, goa net so allan
Allan wia a Moment, der den Nächsten scho verdrängt…“ 

Aus Berlin zurückgekehrt, freute ich mich so richtig auf den Ausflug in das burgenländische Wulkaprodersdorf. Bei Wein (Jeweils ein Achterl vom Chardonnay 2012, Chardonnay Spätlese 2007, Welschriesling, Blaufränkisch und Blaufränkisch Reserve genossen.), Weib (Frau Birgit Denk) und Gesang (Birgit & Buben) kehrten wir nach zwei Jahren wieder beim Wohlrab ein und stellten fest, dass trotz schriftlicher Reservierungsbestätigung mein Name für zwei Personen nicht auf der Liste stand. Dennoch wurde uns ein halbwegs guter Tisch zugeteilt und als Entschuldigung erhielten M. und ich jeweils ein Glas vom spritzigen Prosecco. Nochmals Dankeschön für die Aufmerksamkeit! Nach einem recht lauten Soundcheck, gutem Essen und ersten Achterln konnte nun das Konzert beginnen.



Soundcheck
Akustik von Anfang bis Ende: 1A! 1A! 1A! Ich zähle gar nicht mehr, wie oft ich DENK live erlebt habe, aber ich kann mich an kein Konzert erinnern, wo die Musik so fein und Birgits Geschichtl’n so verständlich herüberkamen.
Die Setliste fast 1:1 wie im Theater am Spittelberg, „Graue Mäus“ wurde in der ersten Hälfte vorgezogen, „Schlof an Tram“ wurde nicht gespielt, aber dafür wurden wir mit „Kumm ned her“ und zum Schluss mit einem weiteren Lied belohnt.
Birgits Einleitung zu „Graue Mäus“ war vergnüglich. Sie klärte den unwissenden Teil des Publikums auf, dass der selige Günter Brödl der eigentliche Ostbahn war und die meisten Texte schrieb und DENK auch ein paar seiner schriftlichen Werke überlassen hat, welches Birgit mit einem freudigen „Heheh“ abschloss. Die Einführung zu „Rannersdorf“ verlief ähnlich wie im Theater am Spittelberg und das Lied selbst war wieder ein Hörgenuss vom Feinsten.
Im Publikum waren auch recht viele junge Mädels im Vorschulalter. Es war spaßig mit anzusehen, wie fünf von denen auf dem Rücken ausgestreckt vor der Bühne lagen und mit einer Ehrfurcht „Pensionsanlagekonto“ zuhorchten. Jaja, das Brieferl habe ich auch erhalten…
Ein Schmankerl des Abends war Alexander Horstmanns Gesangseinlage zu „Komplett out“, seine sonore Stimme hat den Publikumsgesang bei Weitem übertroffen. (Nun, es war auch ein Mikrofon dabei.) „Brada Weg“ konnte mich wieder aufs Neue berühren und bevor „Durch die Wüste“ gespielt wurde, erzählte Birgit mit Stolz, dass sie nach einer langen Odyssee mit Abstechern an einzelnen Flecken in Niederösterreich nun im burgenländischen Neusiedl wohne. Sie verriet uns, dass sie ihren Kollegen Thomas Stipsits auch erzählte, dass es sie in sein Heimatbundesland verschlagen hat. Und der Stinatzer fragte tatsächlich, wo denn Neusiedl liege? (Musikgeschichtlicher Abriss: Es ist auf das Datum genau sieben Jahre her, als ich mit ein paar lieben Leuten beim „Baut’s a Freibad in Stinatz“ dabei sein durfte. Der Abend bleibt unvergesslich.)
Nach „Wieda zwieda“ kam das Schlusslied, worauf wir schon sehnsüchtigst gewartet haben: „FIA DI“.
Es berührt! Immer noch! DANKE! 
Aufgrund des ungünstigen Sitzplatzes sah ich nur die Hälfte der Musikanten in Aktion – aber der unglaublich gute Sound und die wieder ordentliche Beleuchtung (Sie war im Theater am Spittelberg auch sehr zufriedenstellend.) haben mich für vieles entschädigt.

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