Sonntag, 19. Januar 2014

Hörgeräte-Tagebuch # 6

3. November 2013 - ca. 13:30 Uhr:
Nun habe ich etwas Zeit, das Geschehene in den letzten zwei Wochen zu rekapitulieren. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen:
Wie im letzten Beitrag angekündigt, marschierte ich am Mittwoch, 23. Oktober mit den ganzen Gerätschaften ins Institut. Ein Licht am Ende des Tunnels war zu sehen: Die Akustikerin teilte mir mit, dass sie inzwischen dem Techniker von GN ReSound mein Anliegen genau schildern konnte und anscheinend dürfte ich die erste bzw zu den wenigen Kunden gehören, die sowohl den Unite TV Streamer (= AudioBeamer) als auch das Mini Microphone verwenden. So mussten für die beiden Geräte unterschiedliche Kanäle eingestellt werden. Also wurde über die Fernbedienung das Mini Microphone auf Kanal A gestellt, nun kann ich die Verbindung zwischen den Hörgeräten und dem Mini Microphone sowohl über die Tasten der Hörsysteme als auch über die Fernbedienung aktivieren. Für AudioBeamer wurde Kanal B eingestellt, die Verbindung zu den Hörgeräten darf nur über die Fernbedienung hergestellt werden. AudioBeamer bleibt beim Fernseher und so kann ich die Verbindung via Fernbedienung aktivieren; Mini Microphone verwende ich (fast) überall, also ist eine Verbindung mittels Hörgeräte doch praktischer und ich muss nicht auch noch unbedingt eine Fernbedienung mitnehmen, um die Verbindung herzustellen. Da die nächsten Tage eher konzertant, arbeits- und familienmäßig ausgefüllt waren, kam ich bisher nicht dazu, den AudioBeamer an den Fernseher anzuschließen. Konzertmäßig komme ich mit dem Musik-Modus meiner Hörsysteme wunderbar zurecht, auch wenn ich von einem guthörenden Bekannten bemitleidet wurde, dass ich deswegen auf meine Hörgeräte herumdrücken muss (schaut wahrscheinlich blöd und behindert aus), ich bin dennoch glücklich, dass es diese Modi gibt.

Für das rechte Ohr wurde ein neuer Abdruck gemacht, da ich mit dem zweiten rechten Ohrpassstück auch nicht wirklich zufrieden bin. Beim Einsetzen spüre ich einen leichten Widerstand in meinem Ohr, der nicht sein darf. Ich hoffe sehr, dass meine rechte Ohrmuschel in Zukunft keine weiteren Abreibungen verpasst bekommt.

6. November 2013 – ca. 15:30 Uhr:
Gestern hatte ich endlich Gelegenheit, für „SOKO Donau“ und im Anschluss das leidliche „Janus“ den AudioBeamer wieder einzusetzen. Ich wappnete mich mit der Fernbedienung, um auf Kanal B umzuschalten, aber es funktionierte auch gleich mit Kanal A, was mich ein wenig unruhig machte. Nach dem Fernschauen schaltete ich mein Mini Microphone ein und es ging … nichts. Ich erinnerte mich an die Bedienungsweise vom letzten Besuch und spielte so lange herum, bis ich wieder die gewünschten Einstellungen hatte. Mini Microphone auf Kanal A und auch via Hörgeräte aktivieren, ich bin nur gespannt, ob ich beim nächsten Mal Fernschauen auch wieder ohne Probleme mit dem AudioBeamer hören kann und auch nachher… positiv zu erwähnen: Beim Fernschauen via Unite TV Streamer hörte ich KEINE Störgeräusche, wenn ich das Zimmer verließ und in die Küche oder aufs Örtchen ging.

20. November 2013 – ca. 19:00 Uhr:
Um auf den richtigen Kanälen zu fahren, bedarf es einiger Gewohnheit bzw Übung, aber wie heißt es so schön: „Übung macht den Meister!“ – Was brauche ich an Übung, wenn eh die Kanäle richtig eingestellt sind? Bis dahin bin ich schon Meisterin, aber die Anfängerin kommt in mir durch, wenn ich nach einer Fernsehrunde den AudioBeamer ausschalten will und ich darf aber die Verbindung nicht mittels Tastendruck auf meinen Hörgeräten trennen, sondern muss es über die Fernbedienung. Weil, wenn ich die Verbindung über die Hörgeräte trenne, spielt mein Mini Microphone verrückt. Aber wenn ich einmal den Dreh heraus habe, funktioniert dann alles. 
DIE Fernbedienung für den Unite TV Streamer - eingekreist und nummeriert sind 1: Kanal B; 2: "Home", Verbindung trennen; 3: Verbindung herstellen

Gestern hatten wir in der Firma das alljährliche Herbsttreffen, wo Rück- und Vorschau gehalten wird. Ich nötigte dem Geschäftsführer, der den Abend moderierte, das Mini Microphone an und – was soll ich sagen? – es war das erste Herbsttreffen, welches ich akustisch von vorne bis hinten verstand.

6. Dezember 2013 – ca. 18:30 Uhr:
Heute Nachmittag habe ich es endlich geschafft, auf ein, zwei Sprünge zum Hörgeräteakustiker zu kommen. Da ich unangemeldet in das Institut hineinplatzte und das Team unterbesetzt war, wurde mir erst einmal das rechte Ohrpassstück ausgetauscht und wir vereinbarten unser Wiedersehen in 1 ½ Stunden. Wie schon befürchtet, fühlte ich mich in der Zwischenzeit ein wenig „taub“. Korrekturen am neuen Otoplastik waren also dringend notwendig. Die weiteren Beweggründe für meinen (zweiten) Besuch waren:  Aufgrund kälterer Temperaturen brauche ich eine Haube, wenn ich draußen unterwegs bin und mit der oftmaligen Verwendung spürte ich immer mehr einen Druck durch das linke Ohrpassstück in meinem linken Ohr. Die letzten zwei Tage war der Druck so unangenehm, dass ich diesen auch ohne Haube und ohne Hörgerät spürte. Nun wurde das Stück für den Gehörgang gekürzt und mittlerweile geht es wieder besser, obwohl ich noch an Phantomschmerzen leide. Außerdem hat vor ca. einem Monat bei meinem Sony Ericsson W902 die Tastaturkombination für das Entsperren schon wieder gestreikt (Das erste Mal passierte mir im Dezember 2012, für den Austausch eines Tastaturbettes zahlte ich 25 EUR und hoffte, damit mehr als ein Jahr auskommen zu können… von wegen.) und ich sah mich dazu genötigt, mir nun ein Smartphone anzuschaffen. Letzte Woche gelang mir das Kunststück, die GN ReSound App auf meinem Samsung Galaxy S 4 zu installieren, aber die Verbindung mit dem Telefonclip funktionierte nicht.
Meine allererste App-Installation ... genauso spannend wie ich vor Jahren das erste Mal im Internet surfen konnte.



Vorläufig befindet sich dieses App links oben, diese Position währt aber nicht lange.

Während meine Akustikerin sich am „Update“ meiner Otoplastiken zu schaffen machte, kam der Meister persönlich zu mir und wir hatten eine unterhaltsame Lektion in Sachen Bluetooth. An meinem Smartphone Bluetooth aktivieren, nach verfügbaren Geräten suchen, Telefonclip einschalten und die Verbindung musste gekoppelt werden. Ich bekam inzwischen das rechte Hörgerät wieder zurück und stellte mit kindlicher Freude fest, dass ich am Hörgerät die gelungene Verbindung mit dem Telefonclip hörte. Ein Telefonat mit dem Meister funktionierte auch reibungslos und ich fragte ihn mit leichter Verwunderung, ob ich beim Telefonieren weiterhin das Telefonclip verwenden soll, obwohl dieses App schon installiert sei. Er teilte mir mit, dass das Telefonclip unverzichtbar sei. Ich: „Ich dachte, mit dem App kann ich mir das Telefonclip sparen?“ Und hier: GN ReSound-Hörgeräteträger UND EiPhone-Nutzer aufgepasst! Mit DIESEN Geräten könnt Ihr mithilfe des Apps drahtlos in den Hörgeräten telefonieren können. (Entsprechende Artikel habe ich leider noch nicht gefunden.) Da mein Smartphone mit einer bescheidenen Android-Software ausgestattet ist, darf ich noch ein paar Jahre warten, bis ich auch ohne Telefonclip telefonieren kann. Daraufhin fragte ich den Meister, wozu dann dieses App gut sei? An dieser Stelle hörte ich auf, weil ich noch geeignete Fotos zur netten Spielerei machen wollte.

17. Jänner 2014 – 17:00 Uhr:
Bevor ich wieder zu einem Konzert (Stranzinger im Local) aufbreche, hier ein paar Worte. Seit meinem letzten Eintrag ist viel Wasser die Donau hinunter geflossen. Heute habe ich es endlich geschafft, die Zeit und die Lichtverhältnisse zu nutzen, um ein paar Fotos von meinem GN ReSound App zu machen.
Das Telefonieren mit dem Smartphone via Telefonclip funktioniert wunderbar. Ich wünschte mir, auf Arbeit würde das Telefonieren (derzeit muss ich mich immer noch mit dem leidlichen Knopf begnügen) auch genauso reibungslos funktionieren. Kommt die Zeit…
Um via Telefonclip telefonieren zu können, muss die Bluetooth-Verbindung hergestellt und das Gerät erkannt werden.
Für etwaige Spielereien verwende man dieses App.
Zeigt mir dieses App doch tatsächlich an, in welchem Modus sich meine Hörgeräte befinden. (Basis 2 steht für das Omni-Modus.)
Zeigt die Übersicht mir doch an, mit welchen Funktionen meine Hörsysteme eingestellt sind.
Berühre ich diese eingekreiste Fläche...
... scheint dieses Fenster auf und ich kann mittlels Berühren auf dieses Bildschirm zwischen die Modi wechseln. Funktioniert auch wirklich!
Wenn das Programm (also der Modus) geändert wird, höre ich in meinen Hörgeräten die entsprechenden Signaltöne für die Modi.

Ansonsten bin ich nach wie vor und immer noch glücklich mit diesen wunderbaren Prothesen – ich will diese Funktionen und die Zusatzgeräte nimmer missen.
Dies wird für längere Zeit der letzte Eintrag zu meinen Hörgeräten sein. Der jährliche Servicetermin wird erst im Herbst stattfinden, vielleicht gibt es wieder einen Bericht dazu. Ansonsten bekommt Ihr von Sori wie gewohnt die Konzertberichte und hier und da kleine „Unterwegs“-Eindrücke.

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