Dienstag, 10. März 2015

Aus meiner Musiksammlung: Keiner mag Faustmann "Stück von mir"

Quelle: keinermagfaustmann.bandcamp.com
Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, über DIESES Album zu schreiben. Aber manchmal haben gerade die besch…eidensten Arbeitstage ihre speziellen Momente. Mit einer Kollegin sprach ich kurz über Berlin und ihr fiel „Ich hab eine Wohnung in Berlin…“ aus einem Lied ein. Aber weder sie noch ich kamen darauf, von wem das Lied stammte, also wurde Onkel Google um Rat befragt. Als ich das Ergebnis sah, rief ich ein „Jö, die sind lieb. Ich habe sie sogar einmal live gesehen.“
Metropol, 23.01.2014
Und nun ließ mich der Refrain „Wien – Berlin, wir wollten doch zusammen ziehen“ aus dem Kopf nicht mehr los. Ein wenig später fiel mir ein, dass ich sogar eine CD von Keiner mag Faustmann besitze. Die CD habe ich mir kurz nach dem oben erwähnten Konzert gekauft und nur einmal gehört, aber für gut befunden. Aber da ich nun einen ordentlichen Ohrwurm hatte, nahm ich mir vor, die CD bei der nächstbesten Gelegenheit wieder anzuhorchen.
Ergebnis: Nach wie vor solides Werk, die CD würde ich auch nicht hergeben. Es sind zwar ein paar plätschernde Lala-Lieder auf diesem Album („Hier will ich sein“, „Klick“, „Guten Morgen“), andere hätten richtig gut werden können, sind aber teilweise textlich seicht („Stück von mir“, „Schneller“, „Lass mich bitte nicht gehn“, „Heimweh“) und „Wien – Berlin“ sticht sowieso als Ohrwurm heraus.
Da für die Musik keine großartigen Effekte kreiert worden sind, sondern nur die wichtigsten Instrumente wie Gitarren, Bass, Tasten und Schlagzeug, kommt sie mir nur nebensächlich vor.
Aber es hat mir sehr viel Freude bereitet, die CD wieder zu hören und die handschriftlichen Texte zu lesen – Ihr habt mit „Wenig Zeit“ und „Hoffnung“ wunderbar berührende tiefgehende Worte geliefert.

Und zum Abschluss das offizielle Video aus "Wien - Berlin":

Freitag, 20. Februar 2015

13.02.2015 - Christoph Michalke & Carl Majneri im Bamkraxler

Die Rohfassung schrieb ich am Samstag Abend – es ging mir überhaupt nicht gut und das Schreiben therapierte mich ein wenig. Daraus entstand eine recht schonungslose Version des Textes. Nun stehe ich vor der Aufgabe, den Text zu entschärfen. Damit laufe ich wahrscheinlich Gefahr, das Geschriebene im Ganzen zu verstümmeln, aber schauen wir mal:
 
An und für sich sind diese albernen Freitage, der 13. für mich Tage wie jede andere.
Aber DER Freitag, 13. Februar 2015 wird sich in meiner Erinnerung einbrennen. Das erste Anzeichen eines schlechten Tages erlebte ich auf Arbeit, wie eine Kollegin plärrend aus unserem Büro davonlief, weil unsere Abteilungsleiterin einen immensen Druck auf sie ausübte. Eine solche Situation ist in der Zeit, wo ich in der Abteilung, in der Firma arbeite, noch nie passiert. Mit dem Ausbruch der Kollegin war unsere Stimmung im Büro gedrückt. War die Chefin tough oder ist die Untergebene nicht tough genug? Kurze Zeit später beging ich den Fehler, dass ich endlich ein lang ersehntes Lebenszeichen in Form einer SMS-Nachricht las. Die mich dann in meinen Grundfesten erschütterte. Ich mich fragte, ob ich auf beide Augen blind war. Mir die Bestätigung wieder einholte, was ich schon seit Jahren von mir zu glauben schien. Und der Arbeitstag hat gerade erst begonnen. Ich fragte mich, wie ich meine geplanten zwei Extrastunden im Büro bewältigen wollte. Nebenbei: Nicht nur die erwähnte Kollegin steht unter Druck. Wir stehen alle unter Druck.

Irgendwie habe ich es dann geschafft, den Arbeitstag mit den zwei Extrastunden zu bewältigen. Es war nicht einfach, weil ich die ganze Zeit und auch jetzt grübel, mich selbst geißele, meine geahnten Vermutungen wieder bestätigt sehe, mich in einen Zustand der Verzweiflung und Verunsicherung befinde und dann noch eine kurze Begegnung mit einer Arbeitskollegin aus einer anderen Abteilung, die am Tag zuvor im Krankenstand war (Übelkeit, Erbrechen), hatte. Da ich über ihre etwas außergewöhnliche Ehesituation einen groben Überblick habe, meinte ich zu ihr, dass ihr Krankenstand eher psychisch bedingt sei. Und nun mir selber einen schwachen Trost zusprechen wollte: „Anderen geht es viel schlechter als mir. Es geht dir eigentlich immer noch sehr gut.“ Nach der Arbeit ging ich zu meinem Hörgeräteakustiker, um mit der Logopädin eine weitere Sitzung in Hörtraining zu absolvieren.

Es war hart. Auch weil mich die private Sache nie loslassen konnte. Und bei Geräuschen aus einer bestimmten Richtung (sie kamen aus Lautsprechern, vorne oder hinten) deuten zu können, lag ich jedes Mal daneben. Zur Abwechslung wurden die „G“- und „D“-Silben trainiert. Die Sitzung dauerte eine Stunde. Eine lächerliche Stunde. Aber ich war nachher groggy.

Und da ist das Konzert von Christoph Michalke & Carl Majneri am Abend. Scheiße, ich habe mich so darauf gefreut. Kann ich es irgendwie noch genießen? Genießen wollen? Ein Rest von meiner Selbstsüchtigkeit behalten wollen? Ist das richtig oder falsch?

Ich kam gegen 19 Uhr ins Bamkraxler. Eine Freude, CMCM wiederzusehen. Ich freute mich auch, dass meine zwei Mitstreiter da waren. Dem einen (Schurli) habe ich die Reservierung und dem anderen (Alex) habe ich die Motivation für die Tischreservierung zu verdanken. Dafür danke ich die beiden immer noch.

Der Abend war unglaublich gut. Es liest sich vielleicht eigennützig an, aber ich war so dankbar und erleichtert, bei diesem besonderen Konzert dabeisein zu können und dass dieser BESCHISSENE Tag mit einem schönen Konzert noch einen guten Ausklang fand.
Das Konzert wurde mit einem Gitarrensolo von Carl Majneri eröffnet. Christoph Michalke stieß dazu und kündigte an, dass das Programm balladenlastig sein werde und uns aufmerksames Publikum ein Balladenabend erwarte. Das erste Lied ist – überraschenderweise – eine Ballade. Schon streichelte mich Bob Dylans „Don’t Think Twice It’s All Right“, begleitet von Christophs Stimme und Carls Akustikgitarre, meine innere Unruhe. Die Freude war ganz meinerseits, dass auch an Herrn Tom Waits gedacht und mit „I Hope That I Don’t Fall In Love With You“ eine weitere – wen überrascht es? – Ballade geliefert wurde.

Nach weiteren Balladenklassikern, wo auch Christoph selbst zu den Saiten griff, erwähnte derselbe die Traumfrau seiner Jugend: Melissa Etheridge. Und was mich zu meiner jahrelangen Liebe weiterleitet, die einmal so glutendheiß wie Lava ist, aber auch dann nur ein wenig vor sich hinköchelt, aber die Liebe ist immer da – und das schon seit knapp 20 Jahren: Die Musik und die Texte von Bruce Springsteen. Christoph erzählte, dass er Melissa das erste Mal live im Fernsehen sah, als sie für „MTV Unplugged“ das Konzert mit Bruce Springsteens „Thunder Road“ (und auch mit IHM) eröffnete. Christoph gab uns den Tipp, auf YouTube das Video anzusehen. „Es ist empfehlenswert.“ (O-Ton CM) Ich kenne das Video schon länger, aber ich bette es sehr gerne ein: 

„Schluss mit der Fremdwerbung. Und hier kommt etwas ohne Springsteen.“ „Schade!“, war mein Einwurf. „I Will Never Be The Same“ habe ich im Original sicher nicht gehört, aber ich fand es sehr schön vorgetragen von CMCM. Und der Titel wirkt so programmatisch.
Nach „Free Fallin‘“ wurde es Zeit für eine Pause und so wurde noch „Time“ gespielt. Wunderschön das sogenannte Outro, wo wir alle „Time Time Time“ sangen und Christoph das (für unser Geschmack grelle) Licht auf der Bühne abdimmte.

In der Pause realisierte ich kurz, dass mir das Konzert unheimlich gut getan hat und dennoch aber auch die Strapazen des Hörtrainings. Meine Mitstreiter am Tisch verstand ich kaum. Oft neige ich dazu, dass ich an solchen Abenden an solchen Tischen wirklich zufrieden bin, wenn ich ein Krügerl vor mir hab und mir die Leute im Lokal anschaue. Mehr kann ich nicht dazu aufbringen. (Kein Wunder, dass ich im Grunde genommen eine leidenschaftliche Misanthropin bin.)

Der zweite Teil des Abends wurde mit „Ka Idee“ eröffnet. Nach diesem Lied merkte Christoph an, dass sie die Sprache gewechselt haben. (Oiso, vom Änglischen in den Dialekt.) Nun kündigte er ein Lied von Stefan Schubert an, „seinerzeit Kapellmeister bei den Stubnblues, einer junger, aufstrebenden Band“ (O-Ton Christoph) – ich meine, DIE Stubnblues ist eine junge Band, über das Alter der jeweiligen Bandmitglieder lässt sich streiten. (Nicht bös gemeint, ich habe die Konzerte von Willi R. und den Stubnblues genossen und meine liebste Nummer stammt aus Stefans Feder, „Zum letztn Mal“.) Hier nun das Lied, was im Original eher eine druckvolle Nummer ist (wurde beim voi aufdrahten Teil des Dopplerabends 2013 auch gespielt) und von Carl pomalisiert wurde – also, Christophs Ausführungen habe ich zu 95 % folgen können, bin ich auch ziemlich weit vorne gesessen. „Wegn dera G’schicht“ war die Nummer, und um bei den Stubnblues zu bleiben und auch im Dialekt, gehen wir rüber zu H. C. Artmann. 

H. C. Artmann ist tatsächlich schwer zum Lesen, ich muss nur die Gedichte aus „med ana schwoazzn tintn“ laut verlesen, damit ich auch weiß, wovon er schreibt. Aber es macht Spaß, das Vorlesen… natürlich, solange ich alleine bin. Es trainiert die Stimmmelodie. Muss ich der Logopädin sagen, der Dialekt ist ja am Aussterben. Leichter zu vertonen ist er alle Mal, weiß ich aus der „Bucht von Wien“ und auch aus den „Abendlieder“. Und hier berührte, streichelte mich „alanech fia dii“ wieder aufs Neue. 
Ein Fall für den klassischen Akkudativ lieferte „I hob Di gern (germ)“. Mit „Herr Herrgott“ wurde Tribut an Erich Meixner gezollt, nun überlege ich, das Matinee am 21. März 2015 im Stadtsaal anzupeilen. Aus dem [rema’su:ri]-Fundus wurde auch die pomalisierte Version von „Am leiwandsten daham“ präsentiert. Zwar ist keiner aufgestanden, aber der Applaus war sehr kräftig. Mit der „Hiebeserklärung“ gelangten wir zur „Fluchthelferin“ und nun war es erst einmal aus.

Hobt’s mi wieder gestreichelt, dass „Oabeit“ zum Schluss in „Factory“ gesungen wurde. Bruce ist allgegenwärtig. Christoph erwähnte, dass er nicht immer Wirt war, sondern auch Elvis-Imitator. Als Beweis lieferte er uns eine wunderschöne Version von „Can’t Help Falling In Love With You“. Lauter programmatische Titel. Lauter Liebeslieder. (Wir sind aber von Christoph vorgewarnt worden.)

Die Augustiner haben mir sehr gemundet, ich war froh, angesichts meines psychisch angespannten Zustandes am Abend die nächste Mahlzeit nach meinem Müsli-Frühstück (noch bevor ich zur Arbeit aufgebrochen bin) einnehmen zu können.

Ich habe sehr viel Geschirr in meinem Leben zerschlagen, mehr als ich je gehabt hatte, aber ich bin immer noch unglaublich dankbar für diesen schönen Abend und dass das Schicksal manchmal gnädig ist mit mir.

Nachtrag: Ich habe noch lange an diesem Text "gearbeitet" und auch herumprobiert, ihn weiter zu verkürzen. Aber das Geschriebene würde dann sehr viel von seinem Ursprünglichen verlieren und so lasse ich diese "entschärfte" Version stehen.

Ois wird guad! 

Sonntag, 15. Februar 2015

Zeilen des Tages

Ich habe heute morgen nach langer Zeit in einer wunderschön-traurigen Textinterpretation gelesen und möchte dies hier veröffentlichen:

Bei dem Mammutwerk "Born to run" ist es eigentlich sehr schwer, ein einzelnes Lied zur Interpretation auszusuchen, da das Album in einem engen Zusammenhang der jeweiligen Songs verfaßt wurde. Die LP erzählt eine Geschichte, eine Geschichte mit Anfang und Ende, eine Geschichte über Helden und solche, die glauben welche zu sein.

"Thunder Road" ist hierbei das klassische Beispiel zur Erläuterung dieser Aussage, denn das Stück weist unter anderem den Grundgedanken dieser Platte auf: GEBOREN ZUR FLUCHT. Das Lied ist ein Teil von der Chronik über Menschen, die Angst vor Verantwortung haben, die immerwährend versuchen, aus ihrem Leben zu fliehen und die ihr trübes Dasein durch Ignoranz der Realität verdrängen wollen. Beschrieben wird hier zunächst ein Vorhaben der Hauptperson - ein Mann, der seine Freundin bei ihr zuhause abholen will. Sie erwartet ihn bereits, doch weiß noch nicht, daß er beabsichtigt, sie dieses Mal nicht wie gewohnt nur auszuführen, sondern eine für ihn lebenswichtig scheinende Entscheidung von ihr verlangt. Für ihn gibt es nur eines: "... Roy Orbison singt für die Einsamen, hey, das bin ich und ich will nur dich allein." Er kennt keine Kompromisse, kein Hin und Her und ein "Nein" wird er schon gar nicht akzeptieren. Seine Absichten sind genauso gradlinig wie unmißverständlich. Doch Mary, die Freundin, hegt noch immer Zweifel an seinen Verheißungen, in denen er verspricht, sie mit seinem allesbedeutenden Auto in die Freiheit zu führen. Sie zögert weiterhin und er kann ihre Gedanken genau lesen: "... und so hast du Angst, und du denkst, daß wir dazu nicht mehr jung genug sind." Die Unzufriedenheit des Mannes, der stellvertretend für viele seiner Altersgenossen steht, basiert auf der Furcht, etwas zu versäumen, alt zu werden, ohne die vorstellungsgemäßen Freuden des Jungseins ausgeschöpft zu haben.
Ohne es zu wissen oder wahrhaben zu wollen, ist er dabei, in den Träumen von diesem so romantischen Paradies zu versinken. Dies ist jedoch auch bloß ein Ort, der letztendlich nur Zuflucht für jene Illusionisten ist, denen es nicht gelingt, mit ihrer Lebenssituation fertigzuwerden. Noch immer versucht er durch seinen Optimismus, den Gedanken der Ergebung zu verdrängen. Dasselbe wird von Mary gefordert: "...zeig' etwas Vertrauen, es liegt ein Zauber in der Nacht." Diese verführerische Angeberei kennzeichnet seine Überredungskunst, die sichtlich nicht immer sehr überzeugend wirkt.
Auch der Charmeur in Springsteen gibt noch sein bestes von sich: "...du bist keine Schönheit, aber Du bist genau richtig." Und dieser zuversichtliche Rebell hat natürlich noch mehr Einfälle, mit denen er versucht, sie aus dem Haus zu locken. Dabei stellt sich immer wieder heraus, wie jämmerlich seine verfügbaren Mittel doch sind, denn: "...die ganze Erlösung, die ich Dir bieten kann, ist unter dieser dreckigen Motorhaube." Er gesteht auch ganz offen, daß er sich selbst nicht als Helden sieht. Was also sollte da Mary noch überzeugen? Die Gitarre, die er "...zum Sprechen bringen kann" gewiß nicht. Auch nicht die Feststellung, daß Mary ohnehin all ihre Freunde verloren hat, die jetzt in ausgebrannten Chevrolets auf den staubigen Strandwegen umherstreunen. Er kann ihr zwar nicht den Himmel auf Erden schenken, doch bezeugt er felsenfest, sie ins "...promised land" bringen zu können.
Der einzige Weg, dorthin zu kommen,  führt jedoch über die "Donnerstraßen". Es ist schon der Bezeichnung gemäß ein nicht ganz unbeschwerlicher Weg, denn alles ist geprägt von der Scheinheiligkeit des Lebens der Rastlosen, der zielstrebenden Menschen in ihrem ständigen Umherirren auf der Suchen nach einem kleinen Stückchen Glück.

Springsteen setzt an den Schluß des Liedes kein Happy End, und es bleibt auch offen, ob es seinem Song-Helden gelungen ist, Mary zu überreden. Doch die letzte Zeile gibt noch einmal haarscharf die Lebenseinstellung der Hauptperson wieder, wobei der Entschluß des Mannes auch zugleich eine Botschaft an all jene Zurückgebliebenen in dieser düsteren Kleinstadtwelt ist. Er spricht alle damit an, die zur Erkenntnis gelangt sind, daß nur e i n e Möglichkeit existiert, d.h. alles oder nichts: "...es ist eine Stadt voller Verlierer und ich hau' von hier ab, um zu gewinnen."

Quelle: Club-Magazin des "Springsteen Club Jersey - Unofficial", Ausgabe I/87
verfasst von Anja Schlegel, W-7941 Göffingen
 

Mittwoch, 28. Januar 2015

23.01.2015 - [rema'su:ri] in der Sargfabrik

Erster Beitrag 2015!
Nein, ich leide nicht wirklich unter einer Schreibblockade. Im Gegenteil, ich verschwende recht viel Energie an meinen gedanklich-schriftlichen Ergüssen. Nur, sie sind halt woanders zu lesen. (Nein, nicht öffentlich. Pech! Oder auch Glück!)

Erster Besuch in der Sargfabrik!
Sie haben Kozel dort, das ist gut. Wenn auch zu einem recht stolzen Preis. Ansonsten ist die Sargfabrik in Penzing mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Der Saal ist recht klein, aber fein und leider haben meine Kamera und die Beleuchtung sich nicht immer gut verstanden.

Erstes Konzert mit [rema:su'ri]!
Auch wenn ich das Jubiläumskonzert im Stadtsaal auslassen werde, glaube ich unerschütterlich daran, dass ich die Partie heuer noch öfters live erleben werde. Der Wirt und seine Stammgäste haben den Jahreswechsel sehr gut verlebt. Sie waren alle mit außerordentlicher Sanges- und Spielfreude dabei und begeisterten das Publikum von Anfang an bis zur "Sperrstund'".

Was bis jetzt immer noch offen ist: Haben sie "Soi des ois g'wesn sei?" gespielt oder nicht?

Beim Penzinger Programm wurde Bezug auf das aktuelle Tagesgeschehen in der Politik genommen, dennoch blieben die anderen großen Aufzählungspunkte wie "Menschliche Beziehungen", "Liebe" und vor allem "Alkohol" nicht unerwähnt.
Eröffnet wurde das Konzert mit "Austrian Way (Of Singin' The Blues)", ein besseres Lied als Antwort auf das politische Geschehen gibt es nicht. Da auch sehr viel Religion dabei ist und ob jeder einen Gott hat, wurde im [rema'su:ri]-Wirtshaus schnell beantwortet: "Herr Herrgott".
Für die nächsten Lieder übernehme ich keine Garantie der richtigen Reihenfolge, ich weiß immer noch nicht, ob "Soi des ois g'wesn sei?" gespielt worden ist.
"Di man i" wurde mit Leidenschaft vorgetragen, dafür dankte das Publikum - das "SCHLECHT SCHAUST AUS" ist schon lustloser herübergekommen. (Is zwoa ned die Schuid von da Frau Marie...)  Ist "Ned ganz woa" dann die Schlussfolgerung aus dem vorherigen Lied oder umgekehrt? "Ganz oft" genoss ich an diesem Abend ganz besonders und musste beim Text mitmurmeln. (Gesungen habe ich nicht wirklich.) "Maronibraterin" hat immer noch Saison und "Entschuidige wer bist du" musste einfach gefragt werden. Mit der obligatorischen "Fluchthelferin" ging es in die Pause.

In der Pause brauchte ich eine neue Lagund - ich lasse diesen Tippfehler stehen! - Kozel und sah die leeren Suppenteller, erinnerte mich an das Motto des Bandjubiläums und verband das eine mit dem anderen. (Freut mich, dass mein Foto auch andere Besucher des Wirtshauses dazu inspiriert hat.)

Nach der Pause teilte uns Herr Wirt mit, dass er in der Pause die Beanstandung aufgeschnappt hat, er möge bitte nicht so viel reden. (Dabei gibt es wirklich Musiker, die auf Konzerten ihre Papp'n halten sollten. Wenn ich nicht derrisch wäre, würde ich jedes einzelne gesprochene Wort des Wirten genießen.) Zum Glück ließ sich der Wirt nicht davon entmutigen und gab seine Einleitungen zu dem einen oder anderen Lied, weil's afoch sei muass. Mit "Was ned sei deaf" erlebte ich meine Premiere. Zum Schlucken.
Aus dem neuen Album wurden auch "Zwaa linke Händ" ("über eine ganz oarme Sau", O-Ton Herr Wirt), "Hans im Glück" (An das dachte ich eher, das Lied nahm ich an diesem Abend sehr intensiv auf - wie gut uns allen geht!), "WHDV" (Die Klimaanlage war sehr lange in Betrieb.), "Pinsch" und "Hiebeserklärung" gespielt.
Frau Maries Darbietung von "alanech fia dii" (Es muss doch sein, dass Herr Wirt vorher den Namen H.C. Artmanns erwähnt. Es können immer noch Nichtwissende im Publikum sitzen.) war wieder sehr leiwand - ich habe zwar mit Blumen nichts am Hut, aber das vertonte Gedicht bringt mich jedes Mal zum Schmelzen.
"Schiache Zechn" war an diesem Abend eine der "Hitte". Besonders vom Ehepaar Mitterlehner konnte ich schwer meine Blicke abwenden - wie die beiden nebeneinander getanzt haben und Herr M. zum Schluss auf die Füße von Frau M. geschaut hat. Mit "Am leiwandsten daham" wurde das Konzert vorerst beendet. Weil das Publikum so leiwand war (Sie haben kräftig bei der "Hiebeserklärung" mitgesungen und sind auch brav bei der Hymne aufgestanden.), wurden als Zugaben "Angelina" und "Sperrstund' is" gespielt.
Danke für das wirklich leiwande Konzert, es hat mir sehr große Freude bereitet. Bis zum nextn Moi!

PS: Haben sie nun "Soi des ois g'wesn sei?" gespielt? Für hilfreiche Antworten danke ich Euch im Voraus.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Rückblick: Konzerte 4. Quartal 2014

10.10.2014 - Schneida im Felsenkeller des Café Concerto, 1160 Wien
Der Girmindl betreibt noch ein weiteres Musikprojekt mit Dylan Whiting und Othmar Loschy. Zu Ehren von Todd Snider tranferieren die drei Herren seine Musik ins Österreichische. Ein vergnüglicher Abend mit Ostbahn-Nachschlag, da an diesem Tag auch der Todestag von Günter Brödl jährt.

20.10.2014 - Birgit Denk "Musik am Montag" in der Kulisse, 1170 Wien
Ein sehr kurzweiliger Abend: Birgit Denk stellt musikalische Gäste vor, plaudert mit ihnen und lässt sie musizieren, sie selbst singt nicht und horcht nur zu. Auf dem Foto ist die Formation "Will-lee" zu sehen.

25.10.2014 - Mary Broadcast Band im Theater Akzent, 1040 Wien
Die Albumpräsentation von Mary Broadcast Band fand ich leider nur mäßig gelungen, besser wurde es in der zweiten Hälfte, als die musikalischen Gäste auf die Bühne kamen. Auf dem Foto singt Birgit Denk mit MBB "Let's Dance". (Ach ja, die französische Truppe im Vorprogramm war richtig gut.)

07.11.2014 - [rema'su:ri] im Café Schopenhauer, 1180 Wien
Dass ich mich geärgert habe, ließ ich in diesem Bericht heraus. Aber es war ansonsten ein sehr feines Konzert der (fast) halben [rema'su:ri]-Partie.

15.11.2014 - Harry Ahamer & Band im Event Café, 1010 Wien
Eines der besten Konzerte in 2014 - was soll ich noch dazu schreiben?

03.12.2014 - Ernst Molden & Thomas Pronai im Lilarum, 1030 Wien
Ein Konzert im Rahmen des "Musikalischen Adventkalenders" muss einfach drinnen sein. Die erste Hälfte des Abends bestritt Ernst Molden solo und spielte alte Nummern aus seinem neuen Best of-Album "Regn en Wien", in der zweiten Hälfte hat si hoid mit Thomas "Kantine" Pronai gaunz sche z'saum geleppad. Wunderbar!

07.12.2014 - [rema'su:ri] in der Kulisse, 1170 Wien
Der traditionelle Einkehrsamstag wurde auf den Sonntag verlegt, weil der darauffolgende Tag für die meisten ein Feiertag war. Ein sehr schönes Konzert und danke für "Ois wird guad".

11.12.2014 - DENK in der szene, 1110 Wien
War persönlich nicht mein bestes DENK-Konzert, aber Fischamend zwei Tage später hat mich dafür entschädigt.

12.12.2014 - Harry Ahamer & Markus Marageter auf dem Riesenradplatz, 1020 Wien
Gut war, dass an diesem Abend keine "arktischen" Temperaturen wie dieser Tage herrschten. Aber, selbst wenn, die Musik von Harry & Markus war sehr erwärmend und es ist richtig, dass "Es gheat amoi xogt" und "Ka Zeid" passende Weihnachtslieder sind.

13.12.2014 - DENK im StandUp-Club, 2401 Fischamend
Unschlagbar, immer wieder gut. Freue mich schon auf das nächste Mal.

27.12.2014 - Local Session Band im Local, 1190 Wien
Fogerty-lastiger Abend, der Schwager von Christian Becker am Les Paul war unglaublich gut, aber die anderen Musikanten sind auch nicht zu verachten. Es hat einfach Spaß gemacht.

Zusammenfassend: Wenn ich mich konsequent an die Termine (Reservierungen UND gekaufte Karten) gehalten hätte, hätte ich heuer mehr Konzerte als 2013 gemacht. So kam ich aber zu weniger Konzerten als 2013. Aus mehreren Gründen habe ich fast auf Konzertreisen verzichtet, aber wir ziehen daraus den Schluss, dass in Wien viele Gelegenheiten gibt, gute Konzerte zu besuchen.

Ausblick: Bruce Springsteen kommt wohl auch nicht in 2015 nach Europa. Wenn jemand eine normale Stehplatzkarte für Herbert Grönemeyer in der Stadthalle für mich übrig hat, würde ich mich darüber freuen. Ansonsten habe ich schon die ersten Termine für 2015 ins Auge gefasst.

Guten Rutsch!

Montag, 29. Dezember 2014

Rückblick: Konzerte 3. Quartal 2014

08.07.2014 - DENK im Local, 1190 Wien
Das allererste Musikvideo von DENK wird präsentiert: In diesem Rahmen lud uns die Band ins Local ein, um mit uns die gelungene Premiere von "Let's Dance" zu feiern. Unvergesslich und untrennbar verbunden bleibt in Erinnerung das Fussballspiel danach - Deutschland zerstört Brasilien mit 7:1 und steht im Finale.

19.07.2014 - Thomas Andreas Beck im Event Café, 1010 Wien
Ein sehr intimes und stimmiges Konzert, ich hoffe, ich grabe noch mein Fragment in Form eines Konzertberichts aus und veröffentliche sie irgendwann.

23.07.2014 - Neil Young & Crazy Horse in der Stadthalle, 1150 Wien
Wie sehr ich das Konzert gebraucht habe, wurde mir nachher richtig bewusst. Als ich den Bericht im Zuge dieses Rückblicks las, musste ich an einer Stelle einen ziemlich dicken Kloß im Hals schlucken.

26.07.2014 - Molden, Resetarits, Soyka & Wirth beim Popfest am Karlsplatz, 1040 Wien
Nach drei Jahren kehrte ich wieder auf ein Konzert im Rahmen des Popfest am Karlsplatz zurück. Der Zustand von Willi Resetarits hat mich ziemlich erschüttert und so beschloss ich zum x-ten Male, mir für längere Zeit kein Konzert in dieser Formation zu geben.

14.08.2014 - Thomas Andreas Beck im Café 7Stern, 1070 Wien
Eine weitere Spielstätte kennengelernt, klasse Konzert mit einem anderen Publikum. Und eigenartigerweise für längere Zeit das letzte Konzert von Thomas Andreas Beck. Aber das wird sich im nächsten Jahr ändern!

28. und 29.08.2014 - DENK im Theater am Spittelberg, 1070 Wien

Zwei klasse Konzerte in unterschiedlicher Besetzung - das hat den Reiz ausgemacht!

05.09.2014 - Thomas Stipsits, Ulli Bäer und Willi Ganster im Orpheum, 1220 Wien
Ich hatte das Glück, dass ich vor sechs Jahren beim Ursprungskonzert in Stinatz dabei war. Und es ist auch als ein Glück zu bezeichnen, dass ich an diesem Abend im Orpheum dabei sein konnte. Ein feines Programm, der nur jedem Danzer-Fan und -Hörer zu empfehlen ist. (PS: Herge, lang ist es auch her mit STS.)

06.09.2014 - Girmindl beim Sackgassenfest, 1060 Wien
Weil's an einem Samstag stattgefunden hat, war der Johannes so nett und hat meine Lieblingsnummern "Samstag Nachmittag, Geschlossen" UND "Nur die Sunn" gespielt - mir wird wieder warm ums Herz, wenn ich daran denke!

13.09.2014 - Eva Billisich und die derrische Kapelln am Wiener Sportclub-Platz, 1170 Wien
Im Rahmen einer Benefizveranstaltung, "Goodball", gaben sich Eva Billisich und ihre Musikanten auch die Ehre, für uns zu spielen. Da das Wetter ziemlich bescheiden war, wurde die Spielstätte in einem Raum verlegt. Das tat dennoch der Stimmung keinen Abbruch und es waren begeisterte Zuhörer dabei.

19.09.2014 - Harry Ahamer im Event Café, 1010 Wien
Heute fehlen mir die Worte, wenn ich an das Konzert denke. Aber die Gedanken habe ich schon in diesem Bericht herausgelassen.

23.09.2014 - Local Session Band im Local, 1190 Wien
Anlässlich des 65. Geburtstages von Bruce Springsteen gab sich der Wirt Christian Becker die Ehre, mit seinen Musikanten aufzuspielen. Ich erlaube mir, hier ein Foto hochzuladen, welches nicht von mir stammt. Es war mir einfach nicht möglich, bei diesem Auftritt Fotos zu machen.

24.09.2014 - Ernst Molden im tiempo nuevo, 1020 Wien
Nach einem halben Jahr kehrte ich wieder ins tiempo nuevo zurück, weil mir der erste Abend so gut in Erinnerung bleiben wird. An diesem Abend wurde leider nicht vorgelesen, aber dafür wurden mehr Lieder vorgetragen - die Intensität und Intimität ist schlicht ergreifend.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Rückblick: Konzerte 2. Quartal 2014

15.04.2014 - "Sir" Oliver Mally's Blues Distillery im Porgy & Bess, 1010 Wien
Um den Blues oder den Blues zu bekommen, macht schon einen großen Unterschied. Nach diesem fantastischen Konzert habe ich den einen Blues bekommen.

01.05.2014 - Marcus Wiebusch in der Ampere/Muffatwerk, 81667 München
Das Konzert ist für mich umso wertvoller geworden, nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen seinen Auftritt am 3. November 2014 in der Wiener Arena auslassen musste.

10.05.2014 - Local Session Band im Local, 1190 Wien
Anlässlich des 6. Geburtstags des "Local" spielte die Band um den Hausherrn Christian Becker auf. Ein vergnüglicher Abend.

15.05.2014 - Girmindl im Café Amadeus, 1150 Wien
Ich musste zwar auf The Doors Experience im Reigen verzichten, aber der Abend mit Johannes G. im Café Amadeus war genauso gut. Und es wurden noch munter Berichte geschrieben...

16.05.2014 - [rema:su'ri] beim Stadt.Fest.Wien, 1010 Wien
Nun wird am Heldenplatz gezeltet, es war auch schon kalt genug. Es war gut!

17.05.2014 - Trio Lepschi/Die Strottern/Hans Theessink/Michael Seida beim Stadt.Fest.Wien, 1010 Wien
Die Musikanten, die nicht auf dem Foto sind, erlebte ich wieder im Zelt. Hans Theessink mit Insignizi dagegen am Michaelerplatz - war eine klasse Darbietung.

22.05.2014 - Birgit Denk & Ludwig Ebner mitten im Achten, 1080 Wien
Es begann alles damit, dass ich eigentlich mit Karl A. "nur" auf ein, zwei Bier gehen wollte. Der Facebookler war gut informiert und teilte mir mit, dass Birgit mit Ludwig auf einer Vernissage musizieren würde. Ich habe mir die Adresse bzw. die Galerie nicht gemerkt, erlaube mir aber, es einfach "mitten im Achten" zu nennen. Ein sehr schöner und stimmiger Abend.

24.05.2014 - Thomas Andreas Beck & Band auf der GreenExpo-Messe, 1020 Wien
Sehr nette Geste von Thomas A. Beck, Freikarten zu hinterlegen. Das Konzert war klass' und sehr stimmungsvoll.

26.05.2014 - DENK/Girmindl im Schikaneder, 1040 Wien

Der Abend mit der Kombination meiner Lieblingsmusikanten hat mich sehr begeistert, so dass ich wieder darüber geschrieben habe. Dass dies tatsächlich für längere Zeit mein letzter Konzertbericht war, war zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellbar.

30.05.2014 - DENK am Bärenkogel, 8682 Hönigsberg
Dank lieben DENK-Mitstreitern konnte ich mit auf den Berg fahren und erlebte meine Vorpremiere von "Durch die Wüste". Ein sehr schöner Abend, auch wenn es für "unter Sternen" zu kalt war.

03.06.2014 - VOCALgeSTÖBER in der VHS Längenfeldgasse, 1120 Wien
Ein Konzert der anderen Art, welches ich besucht habe. Aber sehr beeindruckend.

22.06.2014 - [rema'su:ri] im Bamkraxler, 1190 Wien
Erst VIEL später fand ich Worte für dieses Konzert.

24.06.2014 - [rema'su:ri] im Theater am Spittelberg, 1070 Wien
Das Jahr, wo ich mich relativ selten im Theater am Spittelberg aufhielt, viele geplante Konzerte in diesem Theater und auch überhaupt (trotz gekaufter Karten) ausließ. Im Nachhinein eine rare Begebenheit, dass ich an diesem Abend im Theater am Spittelberg war - und aber nicht bis zum Schluss blieb.