Dienstag, 28. Juli 2015

Hörgeräte-Tagebuch # 8

Eine Abbildung aus dem Flugblatt zum "Hörtraining"
Wie schon im letzten Tagebuch-Eintrag angekündigt, bezieht sich dieser Beitrag auf meine Eindrücke des Hörtrainings. Wie ich indirekt von anderen Hörgeräte-Akustikern erfahren habe, dürfte es in Mode gekommen sein, dass die Hörstudios nun auch Logopäden beschäftigen. Bei meinem Hörgeräte-Akustiker des Vertrauens nahm ich nun zu Jahresbeginn das Angebot des Hörtrainings in Anspruch. Aus dem vielversprechend gestalteten Flugblatt zähle ich ein paar Vorteile auf: Alltagsklänge erkennen und zuordnen, Richtungshören trainieren, Sprache und Hintergrundgeräusche trennen. Notwendig waren noch eine Verordnung meines HNO-Arztes und ein Gang zur Gebietskrankenkasse. Mit dem abgestempelten Fetzen konnte nun das Hörtraining beginnen. Die Logopädin werde ich im folgenden Text „SW“ nennen, das sind auch die Initialen ihres Namens. Wenn ich von einer Sitzung schreibe, meine ich die sogenannte Stunde bei ihr, die auch tatsächlich eine Stunde dauert. Da ich beim Hörtraining keine Fotos gemacht habe, werde ich zur Auflockerung meine abfotografierten handschriftlichen Notizen einfügen.
Die erste Sitzung am 30.01.2015 begann mit einem kurzen Kennenlernen, die ich im Nachhinein als vorsichtiges Beschnuppern bezeichnen würde. Mit SW konnte ich nicht gleich ein perfektes Band knüpfen, aber das änderte sich zum Glück in den nächsten Sitzungen. Nun startete SW an ihrem Computer ein Programm, wo zuerst ein Geräusch vorgespielt wurde, das ich mir einprägen sollte. Anschließend wurden fünf ähnlich klingende Geräusche abgespielt und eines davon war das vorgegebene und ich musste mich für eines entscheiden. Bei dieser Spielerei mit fünf ca. weiteren, anderen Geräuschen konnte ich immer das richtige erraten. Meine Trefferquote lag also bei 100 Prozent. Wenn das nicht ein guter Anfang ist… Anschließend las sie mir Wörter vor, die ich wiederholen musste. Dabei verschlechterte sich meine Trefferquote, aber ich musste mich auch an ihre Stimme gewöhnen und zum Abschluss wurden die „G“- und „D“-Silben mit An- und Auslauten geübt. Bevor ich mich von ihr verabschiedete, ersuchte sie mich, dass ich mir im Alltag einfach bewusst machen soll, auf Geräusche besser hinhorchen und sie möglicherweise richtig lokalisieren zu können. (Ist für mich eine Herausforderung, weil mir einmal eine HNO-Ärztin eine hochgradige Perzeptionsschwerhörigkeit diagnostizierte.)

Die zweite Sitzung am 13.02.2015 war aus meiner Sicht ein Flop. Richtungshören: Im Raum waren mehrere Lautsprecher installiert, SW spielte Geräusche von ihrem Computer ab, sie teilte mir mit, dass dieses Geräusch von da und dort kam und ich musste hinhorchen, dass dieses Geräusch auch tatsächlich aus dem einen Lautsprecher kam. Meine Trefferquote lag bei stolze 0 %, weil meine Hörbereitschaft auch extremst gering war. Zwischendurch übte ich wieder mit ihr die „G“- und „D“-Silben und musste von ihr vorgelesene Wörter mit diesen Buchstaben wiederholen. Und weil ihr dies nicht genug war, startete sie wieder mit dem leidlichen Richtungshören. Die zweite Runde war wieder vom Erfolg gekrönt, ich konnte einfach nicht nachvollziehen, dass das Geräusch tatsächlich aus diesem Lautsprecher kam. Ich teilte ihr mit, dass das Hören bei mir auch psychisch bedingt sei und ich oft in der Annahme verfalle, dieser Klang sei tatsächlich lauter oder leiser oder dieses Geräusch käme von da und dort. Warum ich bei dieser Sitzung nichts zusammenbrachte, habe ich in diesem Bericht auch ausführlich beschrieben. 
Bei der dritten Sitzung am 27.02.2015 funktionierte das Richtungshören etwas besser als beim letzten Mal. Ich machte mir das Ganze ein wenig leichter, als ich SW darum bat, dass sie mir die Entscheidung überlassen soll, wann ich ein „vorne“ und „hinten“ vermutete, ohne dass sie es mir vorher ankündigte. Dadurch konnte ich die feinen Unterschiede etwas herausfiltern. Das Gehirn und die Psyche spielen beim Hören eine große Rolle. Nun wurden sowohl die „F“- und „W“- als auch die „N“- und „L“-Silben geübt und damit das Ganze nicht zu fad wurde, durfte ich wieder die dazugehörigen Wörter mit diesen Silben (er)hören. Da SW und ich erst die dritte Sitzung hatten, hatte sie die irrige Annahme, dass ich eher Probleme mit diesen letztgenannten Lauten hätte, aber nun war sie überzeugt davon, dass die Zischlaute meine besten Freunde sind und sie werden in der nächsten Sitzung in Angriff genommen.
Die vierte Sitzung am 06.03.2015 begann wieder mit dem Richtungshören – dieses hors d’oeuvre mutierte sich nun zum fixen Bestandteil bis zur letzten Sitzung des Hörtrainings. Da SW schon in der letzten Sitzung bemerkte, dass ich in einem speziellen Verhältnis zu den Zischlauten stehe, wurde zuerst der Schwerpunkt auf „CH“ und „SCH“ gelegt und auch dazugehörige Wörter gehört und aufgesagt. Nun kam es zum großen „eS“. Interessant war ihre Frage, nachdem ich etliche Wörter mit „S“ mit einer guten Trefferquote wiederholt habe, ob ich in den Wörtern das „S“ überhaupt höre. Und hier erwähne ich wieder, dass das Gehirn, das Gelesene, das Erlernte eine große Rolle spielen. Ich antwortete ihr, dass ich beim Nichthören des „S“ einfach „weiß“, dass dieser Buchstabe in diesem Wort vorkommt. (Nehmen wir als Beispiel das Wort „interessant“. Ich höre „intere[_]ant“ und greife auf mein Wissen zurück, dass es sich um das Wort „interessant“ handeln kann.) Nun stand SW auf und stellte sich links vor mir, in einem halben Meter Abstand zu meinem linken Ohr betonte sie das „S“. Sie soll es getan haben, ich hörte natürlich nichts. Sie bewegte sich nun auf der rechten Seite und wiederholte dieselbe Prozedur. Ich (Ich? Mein rechtes Ohr mit Unterstützung meines wunderbaren Hörsystems.) vernahm zumindest ein hauchendes Zischen. Leichtes Entsetzen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Ja, was soll ich dazu sagen? Ist es nicht Ironie des Schicksals, dass sogar in meinen Vor- und Nachnamen die Buchstaben „S“ sich verirrt haben? Wir übten nachher noch weitere „S“-Wörter.

Zur fünften Sitzung am 20.03.2015 weiß ich nicht zu berichten. Bis dahin fehlte mir der Wille, gleich nach dem Hörtraining meine Eindrücke niederzuschreiben.
Nach einer etwas längeren Pause (abgesagter Termin wegen Heuschnupfen, Heimaturlaub) fand die sechste Sitzung am 17.04.2015 statt und da wurde eher wiederholt als etwas Neues ausprobiert. Beim Richtungshören war ich dieses Mal nicht so ganz erfolgreich, ein gewisser Mangel an Konzentration war da und eher gesagt, diese Übung kann manchmal nerven und in dieser Sitzung war sie mir einfach nur lästig. Dazu wurden sowohl die „L“- und „N“-Silben als auch die „S“- und „SCH“-Silben und deren dazugehörigen Wörter geübt.

Die siebente Sitzung fand dieses Mal an einem Mittwoch, 22.04.2015 statt. Die bisherigen Sitzungen liefen an den Freitagnachmittagen ab, weil ich dies mit der Arbeit gut vereinbaren konnte, aber mein Wunschtermin am 24.04.2015 konnte mir nicht erfüllt werden, daher einigten wir uns auf diesen Tag. Schon am Vormittag rief mich SW auf Arbeit an, dass die Soundkarte am Computer Probleme machte und sie fragte mich, ob ich dennoch zur Sitzung kommen will und aber das Hauptaugenmerk daher auf sprachliche Übungen gerichtet werde. Da ich mich irgendwie schon auf diese Sitzung gefreut habe, sagte ich ihr mit Begeisterung und einer gewissen Erleichterung, dass das blöde Richtungshören ausfallen würde, zu.
Und DIESE Sitzung, weil sie an einem Mittwoch statt an einem Freitag stattfand, weil das Richtungshören ausfiel, wurde zu der bisher besten Sitzung. Die „G“- und „D“-Silben gelangen mir leicht von den Lippen, die dazugehörigen Wörter noch besser und nun wurde trotz problematischer Soundkarte ein Abspielen des Störlärms möglich. Also hörte ich mit linkem Ohr dem Störlärm und mit dem rechten ihre Worte zu, die sie mir vorlas und ich sie wiederholte. Ging fast zu einfach, was ich ihr auch mitteilte. SW schlug vor, dass ich doch mit dem guten Ohr dem Störlärm zuhorchen und mit dem schlechten die Wörter erkennen soll. Diese Übung wurde zu einer Herausforderung, die ich gut meisterte. Störlärm abgedreht. Ich hörte mit dem linken Ohr den Wörtern zu, wo meine Freunde, die Zischlaute, sich versteckten. Es macht für mich einen großen Unterschied, solchen Wörtern mit dem linken Ohr zuzuhorchen als mit dem rechten. Aber ich fühlte mich nach der Sitzung unglaublich gut wie noch lange nicht, weil diese Stunde so wunderbar verlaufen ist. Und auch in dieser Zeit habe ich die positiven Momente sehr gebraucht.

Bevor ich zur achten Sitzung am 08.05.2015 schreibe, hier zu etwas ganz anderem: Im letzten Tagebuch-Eintrag berichtete ich, dass mir der Bügel meines rechten Ohrpassstückes abgebrochen ist und ich dadurch für beide Hörsysteme neue Ohrpassstücke erhielt. Seit ungefähr zu diesem Zeitpunkt (das wurde mir auch viel später klar) stellte mein ehemaliger Lebensgefährte des Öfteren fest, dass er ein unangenehmes Rauschen empfand, wenn er ganz in der Nähe meines linkes Ohrs kam – auch bemerkte ich selbst, dass mein linkes Hörsystem häufiger pfiff, wenn es mit irgendetwas in Berührung kam. ...aber manchmal ist es schwer, die Zeit aufzuhalten und wir haben schon Anfang Mai 2015… am Montagmorgen des 30. März 2015 passierte mir schon wieder das Missgeschick, dass mir der Bügel von meinem rechten Ohrpassstück abbrach. (Ja, auch wieder beim Putzen des Ohrpassstückes. Etwas, was ich schon JAHRELANG tue.) Ich war darüber sehr verärgert, weil ich vor kurzem in einer tiefen persönlichen Krise hineingeschlittert war und weitere negative Erlebnisse nicht gebrauchen konnte. Es kam noch dazu, dass ich durch den fehlenden Bügel das Hören komplett anders empfand bzw wahrnahm. Besser geht’s nicht! Am Tag danach nutzte ich meine Mittagspause, indem ich ins Institut marschierte und dem Meister von meinem Missgeschick berichtete. Er wunderte sich darüber, dass mir dies innerhalb von wenigen Monaten wieder beim selben Ohrpassstück passiert sei. Er versprach mir, dass das nächste Ohrpassstück aus festerem Material bestehen würde, damit es nicht wieder zerbrechen sollte und nahm sich persönlich Zeit für einen neuen Abdruck. (Und nebenbei: Auch die Ohrpassstücke gehen mit der Zeit, die Dinger gehen auch schneller kaputt wie die angesagtesten Elektrogeräte.)
In der Zwischenzeit (ca. drei Wochen) musste ich mit dem verstümmelten Ohrpassstück zurechtkommen. War ich froh, dass ich davon eine Woche in Erfurt verbringen konnte und dort das Hören dank lautloser Kommunikation mit meinen gehörlosen Eltern nicht so gefordert war.
Vor der Sitzung am 17. April 2015 bekam ich das neue Ohrpassstück und Soris kleine eigene Hörwelt war somit einigermaßen wieder hergestellt.
Aber das Pfeifen wollte nicht aufhören, trotz Abgang des Lebensgefährten traten weitere unangenehme Situationen auf und in letzter Zeit bekam ich auch öfters auf Arbeit zu hören, dass mein Hörgerät pfeift – auch daran erkennbar, dass meine Kollegen plötzlich schmerzverzerrende Grimassen schnitten, Lieblingskollegin # 2 ihre Ohren mit ihren Fingern zuhielt und Lieblingskollegin # 1 ein „Sorina! Aua! Aua!“ rief. Diesen Idioten kannst Du tausendmal sagen, dass ich auf dem linken Ohr fast gar nichts höre, geschweige denn ein blödes Pfeifen meines linken Hörsystems und sie kommen mit solchen geistreichen Bemerkungen daher. Sag’s meinem linken Ohr, dass das Pfeifen meines Hörgerätes sooo unerträglich ist. (Ach, rutscht mir doch den Buckel herunter…)

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 30. Juni 2015

Thomas Andreas Beck & Band und die Donau

Die Donau gehört zum zweitgrößten und zweitlängsten Fluss Europas, die ihren Ursprung in Donaueschingen im Schwarzwald hat und mit fließender Zwischenstation Wien in das Schwarze Meer mündet. (Quellen: Mein Allgemeinwissen und Tante Wikipedia)

Nachdem die Sori es geschafft hat, auf die Konzerte unter dem Motto „DONAU“ (Donaukanaltreiben und Donauinselfest) zu gehen, fühlt die Sori sich von der Sori genötigt, zu schreiben.  

31.05.2015 – Donaukanaltreiben
Der alljährliche Pfingstbesuch von meinen Eltern endete an diesem Tag mit ihrer Abreise. Sehr selten, aber doch kommt es vor, dass bei Besuchen vergessen wird, etwas mitzunehmen. (Nein, nicht mich!) Meine Eltern waren schon unterwegs auf der A1, als mir dieses Missgeschick auffiel und ich wusste noch nicht, ob sie noch einmal umkehren würden. Ich sah schon meinen Nachmittag am Donaukanal gefährdet. Aber eine SMS-Nachricht von meinem Papa mit einem lapidaren „Schick’s per Post.“ bannte die Gefahr und ich konnte rechtzeitig zum Konzert fahren. (Wen’s interessiert: Die Postsendung ist auch beim Empfänger gut angekommen.)
Überpünktlich bei der Bühne angekommen, konnten Thomas Andreas Beck & Band aufgrund soundtechnischer Probleme nicht rechtzeitig anfangen. Aber das gehört zum (Konzert-)Leben.
Als das Konzert mit „Flieg übers Meer“ eröffnet wurde, versprach der sommerliche Sonntag ein schöner Nachmittag am Donaukanal zu werden. Die Welt braucht einfach ein paar Leute mehr, die zuhören können und wollen. Fans und Neugierige versammelten sich stehend vor der Bühne, ein paar Leute zogen es vor, im Schatten zu sitzen und der Musik zu lauschen. Wiederum andere gingen am Donaukanal spazieren und blieben stehen, manche andere gingen weiter. 


Die Trommel-Einlage bei "Großer Held"
Eine passende Gelegenheit für Thomas Andreas Beck, Thomas Mora, Christoph Schödl, Valentin Oman und Bernhard Krinner, ihre Musik in diesem Rahmen zu präsentieren.
Diejenigen, die dort geblieben sind, bekamen „Der Schrei“, „Die Erde bebt“, „Tanz mit Deine Tränen“, „Andrea“ und „Schaut’s hi“ in geballter Ladung präsentiert – Kawumm sozusagen! Das Percussion-Outro bei „Großer Held“ war wieder unbeschreiblich klass‘! Es fing zum Knistern an, als „Geh doch weg zu mir“, „Anna“ und „Liebeslied“ gespielt wurden. Nachdenklich wird die Zuhörerschaft und die vorbeigehenden Leute verwandeln sich zu stehend-konzentrierten Menschen, als „Opa ohne Kopf“ aus der kleinen Bühne erklang. Nach der „Großen Mutter“ und dem treibenden „Kum zag di“ musste das Konzert schon mit „Opfebam“ enden.

Es war mein erster Besuch beim „Donaukanaltreiben“, das Wetter war perfekt und der Sonntagnachmittag ein idealer Zeitpunkt, wo doch sehr viele Leute am Donaukanal spazieren gehen und irgendwo ungeplant Halt machen können. 

28.06.2015 – Donauinselfest
Ja, Donauinselfest. Mein letzter Besuch war in 2011 (Nach Peter Cornelius legte ich mit meinem Mitstreiter einen braden Weg zurück, die anderen Leute zwingen einem zum Langsamer Gehen und irgendwann waren wir dann bei den Hot Pants Road Club auf der anderen Seite.) und ich bin an und für sich kein Fan vom DIF. Doch an diesem Tag hatte ich das Glück, dass jemand mit mir zum Konzert auf die Donauinsel gehen konnte und kaum stiegen wir aus der U1 aus, fing ich schon in Gedanken an, über die Menschenmassen zu jammern. Und wo die Radio Arabella-Bühne war, ich hatte keinen blassen Schimmer, ich überließ alles dem Orientierungssinn meines Mitstreiters. Und darf ich noch einmal erwähnen, wie sehr mich die Menschenmassen und das dadurch gezwungene Langsamer Gehen genervt haben? (Ich neige dazu, beim Gehen ein recht flottes Tempo zurückzulegen.)
Als wir bei der Bühne ankamen, wurde ich dennoch positiv gestimmt. Das Platzerl machte einen sympathischen Eindruck auf mich (Wien-Energie-Festbühne-geschädigt, wie ich bin) und ich bekam dann eine Art Déjà-vu-Erlebnis: Thomas Andreas Beck & Band fangen wieder später an. Für Kathi Kallauch wurden die Instrumente noch gestimmt. Also wurde ich mit ihrer Musik zwangsbeglückt.
Meine Freude wuchs, als die Bühne für Thomas Andreas Beck & Band frei wurde. Statt Thomas Mora bediente Rue Kostron die Bassgitarre und das Konzert wurde mit „Mei Bua“ eröffnet. (Und nebenbei: Es ist schön und nicht so alltäglich-selbstverständlich, wenn Väter sich so sehr zu ihren Söhnen bekennen.) Nach einem berührenden „Tanz mit Deine Tränen“ und dem treibenden „Schaut’s hi“ stieß Celina Ann zur Band und es wurde gemeinsam zu „Kum zag di“ gerockt. 
Mit Celina Ann bei "Kum zag di"
Ich bin dafür, dass Celina Ann zu diesem Lied öfters auf die Bühne kommen soll. Nach „Der Schrei“ wurde „Großer Held“ gespielt, ich sah schon vorher die Trommeln und freute mich schon auf diese spezielle Einlage. Das Lied wummerte ziemlich heftig aus den Boxen, ich hörte die Stimme von Thomas kaum und dann wurde es für Rue und Valentin ernst. Bei Rue vermute ich, dass dies sein erstes offizielles Trommelsolo war und er konzentrierte sich so sehr auf diese Aufgabe und die Freude war ihm anzusehen, dass er genauso gut wie Thomas Mora das „Drum-Solo“ bewältigt hat.
Konzentration!

Trommelwirbel!

Geschafft!

Nach „Anna“ und „Geh doch weg zu mir“ (Bei der Einleitung befürchtete ich, „Liebeslied“ wieder zu hören – aber das wurde aufgeschoben!) kam noch „Opa ohne Kopf“ und schon kündigte Thomas das Finale mit „Opfebam“ inklusive Bandvorstellung an, was vom Publikum nicht akzeptiert werden wollte. Nach „ZUGABE!“ wurde gerufen, einer aus dem Publikum rief „Tanz Tommi tanz“ und es hat einfach Spaß gemacht, Freude bereitet, dem Lied zuzuhorchen, Thomas bei seinen wilden Tanzbewegungen zuzusehen und auch selbst zu tanzen.

"Opfebam"

Die Band war wieder super drauf, Christoph Schödl hat gehämmert, Bernhard Krinner spielte wunderbare Soli, Valentin Oman harmonisierte die Musik mit den Tasten und Rue Kostron hat seinen Job mit leidenschaftlicher Hingabe gemeistert. Ich habe ihn ein paar Mal im „Local“ spielen gesehen, wo er sich auf der kleinen Bühne kaum bewegen konnte und ich erlebte ihn auch sitzend bei den VOCALgeSTÖBER-Konzerten. An diesem Sonntagabend erlebte ich einen ganz neuen Bassisten. Hut ab! 
Danke Dani für das Foto!

Ich habe in den letzten Wochen, was das Schreiben betrifft, viel erreicht. Mir geht es nicht um 10 oder 100mal gelesene Beiträge. Ich freue mich über jede einzelne persönliche Rückmeldung und dafür danke ich den Wortmeldern noch einmal ganz herzlich. Ich bin glücklich darüber, dass ich in meiner knapp bemessenen Freizeit noch so viele Gedanken ans Licht bringen konnte. Ich werde mich im nächsten Monat in Sachen Geschreibsel etwas zurückziehen, weil ich mein Augenmerk auf andere, auch wichtige Sachen richten möchte und ich lasse mich überraschen, was das Leben sonst noch mit mir vorhat.

Sonntag, 21. Juni 2015

20.06.2015 - [rema'su:ri] auf der Tschauner Bühne

[rema'su:ri] sind nun heimgekommen. Nach einer ausgedehnten Wirtshaustour durch ganz Österreich ist die Partie wieder in der Maroltingergasse eingekehrt. Nur das Wetter wollte ihre Heimkehr etwas erschweren, aber wir ließen uns nicht davon erschüttern.
Bei meinem ersten Besuch in der Tschauner Bühne lief ich gleich in bekannte Gesichter hinein und war ein wenig irritiert, dass dort im tiefsten Ottakring nur Schwechater angeboten wurde. Aber ja…
Mit den bekannten Gesichtern wurde noch ein wenig geplaudert, es wurde immer windiger und frischer und ich redete mir und der Mitstreiterin C. ein, dass nichts Schlimmeres geben kann als München 2013.
Diese Erinnerung rief ich mir im Laufe des Abends noch sehr oft ab und so überstand ich temperaturmäßig das Konzert ohne Sitzpolster und Decken. (Und die Schwechater waren auch noch ordentlich gekühlt!)

Die Ankunft der Partie wurde vom Publikum mit einem frenetischen Jubel begrüßt und nach der ersten Nummer ging es zu „GEMMA (Ned am Oasch)“, worüber ich mich sehr gefreut habe, weil ich dieses Lied live schon recht lange nicht mehr gehört habe. Im scheinwerfergewärmten Zustand spürte Herr Wirt dennoch, dass uns Publikum auf den Sitzplätzen bei weitem nicht so warm war wie oben auf der Bühne. Nun muss man sich das bildlich vorstellen: Die ersten zehn Reihen waren recht dicht besiedelt, dahinter ein paar leere Reihen und in den hintersten Reihen wieder eine kleine Gruppe von Leuten. Herr Wirt dürfte auch „Die Reise der Pinguine“ gesehen haben und erwähnte, dass die Pinguine bei mehr als arktischer Kälte sich zu einer schwarmhaften Gruppe bilden und sich somit gegenseitig aufwärmen. Er wollte so gern dieses Verhaltensmuster bei uns sehen, aber bis zum Schluss des Konzerts sah die Verteilung des Publikums auf den Sitzplätzen fast genauso aus wie am Anfang.
Der „WHDV“ unternahm wieder eine weite Reise ohne Ziel und wenn ich mich an die vergangenen Wochen erinnere, hat es bei mir nicht wirklich lang gedauert, bis ich wegen den neumodischen Geräten einen Grant bekommen habe. Trotzdem war’s „afoch leiwand“, auch „Hans im Glück“ wieder zu hören.
Was ist eine Heimkehr ohne ein Mitbringsel? Das „Liederkochbuch“ oder „Lieder Bindestrich Kochbuch“ oder auch „Liederkoch Bindestrich Buch“ (O-Töne Herr Wirt) wurde präsentiert. Mit tatkräftiger Unterstützung von Tino „Kistenmann“ Klissenbauer, Stefan „grüner Tee“ Mayrhofer, Peter „sie nannten ihn“ Barborik, Jürgen „da Dokta“ Mitterlehner und Carl „da Sinnierer Koal“ Majneri (mit fescher Kopfbedeckung) haben sich Christoph „Herr Wirt“ Michalke und Maria „Frau Marie“ Mitterlehner bei der Präsentation ordentlich ins Zeug gelegt, so dass die Bücher über die Gustostückerln beim Klumpertstandl recht schnell weggegangen sind. 

"Hiebeserklärung" an Matthias Kempf.
Nach „Entschuidige, wer bist du“ betrat der Verfasser der „Hiebeserklärung“ die Bühne: Matthias Kempf. Mit ihm wurde gemeinsam die „Hiebeserklärung a la [rema'su:ri]“ und ein weiteres Lied aus der Feder von Herrn Kempf musiziert. Die „Fluchthelferin“ schlug uns in die Pause.
"Fluchthelferin"
Der zweite Teil wurde mit einem Lied von Frau Marie eröffnet und keiner von uns dachte daran, an diesem Abend „schmähstad“ sein zu wollen. Ist die G’schicht über „Schiache Zechn“ „ned ganz woah“ oder umgekehrt? (Schunkeln sollte man bei diesem Lied! Das wärmt auch!) Nach „Di man i“ kehrte Matthias Kempf wieder auf die Bühne zurück und ich musste schlucken, als er den bevorstehenden Todestag von Georg Danzer erwähnte und dass dieser Musiker für Matthias Kempf immer präsent sein wird. Zu Ehren und in Erinnerung wurde „Traurig aber wahr“ gespielt. 

Der Trauermarsch in "Pinsch".
In „Pinsch“ lieh Matthias dem „Onkel Gusti“ seine Stimme – hat es einen Live-Auftritt mit allen Originalstimmen aus „Pinsch“ gegeben? Ich glaub nicht, aber vielleicht gibt es irgendwann einmal diesen Moment? Der Trauerpart in „Pinsch“ war optisch nicht zu verachten.
Nun bat uns der Wirt, sich zu erheben. (Ich kann zum Glück die Gedanken anderer Leute nicht lesen, aber ich bin mir sicher, dass der Großteil darüber erleichtert war. Die Pinguin-Mission hätten wir eh noch erfüllen können…) „Am leiwandsten daham“ wurde aus vollen Kehlen gesungen und nach dem Lied nutzte ich die Gelegenheit, aus Reihe acht Mitte zum Rand zu hüpfen und schüttelte somit die Kälte mit meinen ungelenkigen Tanzbewegungen ab.
Besser hätte es nicht sein können, als „Bonnie & Clyde“ zu spielen. Das Publikum war dennoch zu drei Viertel erfroren (Ich rief mir wieder München 2013 ins Gedächtnis und mir war sofort mollig warm.) und rief trotzdem nach „ZUGABE“! Matthias Kempf kehrte wieder auf die Bühne zurück und „Ding oda wos“ wurde für uns aufgewärmt. Kempf machte keine Anzeichen, wieder von der Bühne abzugehen. Da Wirt setzte sich wieder seine Sonnenbrille auf und ich dachte mir in diesem Moment, das wird spaßig und holte meine Kamera hervor. Nun intonierte Kempf „Es gibt so Tog…“ – aber WIE er die ersten Zeilen sang, ließ ich sofort die Kamera wieder sinken und musste mich sammeln, bevor ich mich doch noch zu einem Foto entschloss. 
"Ois wird guad"
Nach einem – vor allem erwärmenden – „Angelina“ kündigte uns das Wirtshaus die „Sperrstund‘“ an. Das Konzert war auch Punkt 22 Uhr aus.
Was soll ich noch dazu schreiben? Es war „afoch leiwand“. 
"Sperrstund' is" - tatsächlich steht vor dem Sinnierer ein Tablet, welches die Uhrzeit anzeigt.

Nachsatz: Ich habe zwar dem Herrn Wirten versprochen, dass mein Bericht mit der „Sperrstund‘“ enden soll. ABER: Ich will nicht unerwähnt lassen, dass der Alpaka-Pullover vom „grünen Tee“ für ein paar Damen eine lebensrettende Funktion hat. UND: Gibt’s tatsächlich ein Kontaktstudio „Linse“, wo man beim Betreten des Ladens auf die Maulwurfhügel achten soll, damit man mit zwei Promille auf dem rechten Auge nicht gleich darüber stolpert?

[In Graz bin ich oft und gern gewesen, meinen letzten Geburtstag habe ich in dieser Stadt verbracht und meine Gedanken sind auch dort.]

Sonntag, 14. Juni 2015

11.06.2015 - DENK in der SimmCity

Im Rahmen des alljährlichen "Wir sind Wien"-Festivals gastierten DENK in 2015 am 11. Juni im 11. Bezirk.

Endlich hat sich für mich die Gelegenheit ergeben, DENK heuer das erste Mal live zu erleben, nachdem die vergangenen Termine in 2015 für mich unpässlich waren. Mit der "SimmCity" habe ich auch nun eine weitere "Location" in Wien kennengelernt. (Es könnte doch genügend Material für einen zweiten Teil von "Wo die Goldfisch' geigen..." vorhanden sein? Ich mag dieses Werk!)

Nach einem guten Essen und vorzüglichen Bieren mit Konzertfreunden in einem Simmeringer Lokal marschierten wir zum hiesigen Einkaufszentrum und erklommen die Stiegen zur SimmCity. Anfangs schreckten mich die Sitzplätze im recht großen Veranstaltungssaal ein wenig ab. Außerdem empfand ich die Bühne als ein wenig zu groß für DENK (obwohl die Besatzung nicht wirklich klein ist) - kleinere Bühnen, so wie ich es von ihnen gewohnt bin, wollte ich mir trotz der anfänglichen Bedenken nicht die Freude nehmen lassen, nach langer Zeit (Hier sind sechs Monate entschieden zu lang.) wieder in den Genuss feinster Live-Musik zu kommen.
DENK eröffneten den Abend mit "Es is guad" und dieses Motto trug mich durch das ganze Konzert hinein. Die gestandenen Live-Musikanten boten eine sehr gut durchdachte Auswahl aus ihren "Schmankerln" der letzten 15 Jahre an: "FAN" (An dem Lied kann ich mich nie satthören.), "Kumm ned her", nach "Na, des los ned aus" mit dem klangmäßig sehr feinen Gitarrensolo von Ludwig wurde eine meiner Lieblingsschmankerl aus ihrem aktuellen Studioalbum "Durch die Wüste" gespielt: "Söbe Stodt". "Du kannst die ganze Nacht" in der Version vom 11. Juni 2015 kam beim Publikum, welches aus den üblichen Verdächtigen und aus neuen Gesichtern bestand, sehr gut an. Nach "Wieda zwieda", "An Augenblick/Un Attimo" und "Was i eh" wurde in meinem Lieblingsschmankerl # 2 aus "Durch die Wüste", "Ned allan", die Band vorgestellt und leider steuerte das Konzert in Richtung Schluss zu. Als Zugabe wurde noch "Komplett out" gespielt, da wurde mir das weitere Sitzen wirklich zu blöd und ich verdrückte mich an den Rand des großen Saales, um mich meinen ungelenkigen Tanzbewegungen hinzugeben.
Dadurch, dass im Anschluss die Tschuschnkapelln aufspielte, spielten DENK nur eine kurze Setliste, die es aber in sich hatte. Den Großteil der Lieder hörte ich in einem neuartigen Gewand (Tempo, Instumentierung), die klangmäßig sehr gut herüberkam und auch von der Hörerschaft anerkannt wurde.
An und für sich ist mir schon während des ganzen Konzerts das Sitzen sehr schwer gefallen, DENK haben überwiegend beschwingte Nummern gespielt und irgendwie war die Wiedersehens- und Wiederhörensfreude bei mir so groß, so dass ich beim Großteil ihres Auftrittes eine weitere Trainingseinheit in "Sitztanzen" absolviert hatte.
Ich freue mich schon auf die nächsten Konzerte. Es werden ganz sicher keine weiteren sechs Monate vergehen. Gaunz sicha ned!

Dienstag, 9. Juni 2015

Finitolavoro!

Es ist vollbracht.
Mit "Finitolavoro (The Rimini Flashdown Part III)" haben Patent Ochsner mir meine erste 2015er Veröffentlichung in Sachen Musik beschert, auf die ich sehnsüchtigst gewartet habe.
Nun kann der lange Sommer beginnen...

[Und ich arbeite an einem Traum, deren Verwirklichung mir sehr viel bedeuten würde und ich richte ein großes, unvergessliches Dankeschön an M., der mich auf Patent Ochsner aufmerksam gemacht hat. Dankbar bin ich auch für die Ereignisse # 1 Konzert von Bruce Springsteen and the E Street Band am 9. Juli 2012 in Zürich und anschließend # 2 Ausflug nach Rapperswil, wo ich meine ersten Patent Ochsner-CDs gekauft habe.]

Hier geht es zur Webseite von Patent Ochnser mit einem überaus lesenswerten Logbuch.

Sonntag, 7. Juni 2015

Hörgeräte-Tagebuch # 7

@schurlichecker: Jetzt musst Du ganz stark sein, aber ich bin zuversichtlich, dass mein nächster Eintrag sicher auf ein Konzert oder vielleicht auch zum Thema "Unterwegs" bezieht. 

Den nächsten Beitrag zu meinem Hörgeräte-Tagebuch habe ich immer wieder verschoben. Ideen, Fotos und Gegebenheiten für kleine Einträge waren und sind immer vorhanden, aber ich war mit dem bisherigen Geschreibsel nicht ganz zufrieden und die Buchstaben, Worte, Satzzeichen, die ich vorerst in einem Word-Dokument eingab, ergaben auch keinen wirklichen Zusammenhang und befriedigten mich nicht. Aber in letzter Zeit wurde der Wunsch zu einem weiteren Eintrag immer größer. Hauptausschlaggebend sind die nun absolvierten Sitzungen bei der Logopädin. Mehr dazu aber im nächsten Eintrag. (Sonst wird es zuviel...)
Ein Konzert von Bruce Springsteen und der E Street Band via Unite TV Streamer führt zum höchsten Hörgenuss!

Basierend auf die Rohfassung im Herbst 2014:
Eine Fortsetzung des Hörgeräte-Tagebuchs ist auch wieder überfällig. Nur, ich bin seit dem letzten Eintrag glücklich-zufrieden-genügsam mit den Hörsystemen und konnte daher nicht wirklich Neues berichten. Außer, dass ich irgendwann im heurigen Februar entdeckt habe, dass ich via Telefonclip Musik von meinem Samsung Galaxy S4 hören kann. Vorausgesetzt, Bluetooth ist aktiviert und das Telefonclip ist aufgeladen und eingeschalten. Also, bitte nicht wundern, wenn mich jemand auf der Straße sieht und ich auf dessen Rufe nicht reagiere. (Nicht nur, weil ich derrisch bin, sondern weil ich dann öfters im Soundtrack meines Lebens bade.)
Derzeit gibt mein linkes Hörgerät ein nervtötendes Piepen von sich. Die Batterie wird leer. So weit, so gut. Mir fällt gerade ein, dass mit nicht vollständig geladenen Batterien ein Fernschauen via Unite TV Streamer nicht möglich ist. Da zeigt mir sogar die schlaue Fernbedienung auf dem Display an, dass die Batterie des einen Hörgerätes leer ist und somit ein genussvolles Fernschauen inklusive gutem Hören nicht möglich ist. Beim Mini-Mikrofon ist es anders, da kann ich das Ding noch „überlisten“.

Die intelligente Fernbedienung zeit mit "2 Musik" den aktuell eingestellten Modus meines Hörsystems an.

Das "B" zeigt nun die erfolgreiche Verbindung zum Unite TV Streamer an.

Ansonsten bin ich nach den Startschwierigkeiten im vergangenen Herbst, hier ausführlich berichtet, mit dem Zubehör rundum zufrieden. Ich möchte die Kleinodien gar nicht missen.

Dennoch, Technik hat auch ihre Tücken. Und wenn ich solche High-Tech-Hörsysteme trage, sind sie auch anfälliger als die Hörsysteme der vorherigen Generationen. Ab und zu erlebe ich, dass die Hörgeräte wie von selbst zu ihren Programmen springen (hörbar durch die symbolischen Piepen). Eine im Moment nervtötende, aber im Nachhinein betrachtet erheiternde, Situation war folgende, als ich im Sommer 2014 in einer Garnitur der Badner Bahn saß und während der Fahrt vom Meidlinger Schedifkaplatz zu einer niederösterreichischen Ortschaft waren meine Hörgeräte auf Bluetooth aus. Ständig sprangen die Zustände zwischen Normal (Basis) und Bluetooth (da gibt es auch eine eigene Melodie). Aber ich dachte nicht daran, die Prothesen herauszunehmen, warum auch immer… (Ich hoffte während der ganzen Fahrt, dass die Spinnerei von selbst aufhören würde.) Kurze Zeit später fuhr ich wieder mit der Badner Bahn, diese Begebenheit blieb vorerst einmalig. Vielleicht saß an diesem Tag auch ein (angehender) Hörgeräteakustiker und hat auf dem Smartphone irgendein App offen. Oder es war auch ein Träger der Bluetooth-tauglichen Hörsysteme im Waggon.

Auf Arbeit hat sich meine Telefonsituation nicht merklich verbessert. Aber hier muss ich mich an die Nase fassen und womöglich selbst jemanden von GN ReSound ansprechen, wie ein störungsfreies Telefonieren ermöglicht werden kann. Mit dem Knopf ist auf Dauer ein ruhiges Telefonieren unmöglich, wenn meine Arbeitskollegen in meiner Nähe laut reden. Der Knopf sorgt tatsächlich dafür, dass sogar das Gerede meiner Kollegen lautstärkemäßig verstärkt wird und ich nicht mehr vernünftig mit dem Gesprächspartner telefonieren kann.


September 2014: Sonne tanken am Grazer Karmeliterplatz inklusive Musik.
Musikhören hat sich mittlerweile zu einem Luxus für mich entwickelt. Auf Reisen ist das Mini-Mikrofon unverzichtbar geworden. Ich stecke das technische Wunderding mit einem dazugehörigen Kabel an meinen mp3-Spieler an und ich drücke einmal ganz lang auf den Programmknopf meines Hörsystems und so höre ich halbwegs "kabelfrei" Musik. Das Herausnehmen meiner Hörgeräte und Einstöpseln der In-Ear-Hörer kann ich mir nun ersparen - ich liebe es!

Im September 2014 verbrachte ich ein paar Tage in Graz und machte bei einer Stadtführung mit. Da ich meine Kleinodien (Mini-Mikrofon und Telefonclip) dabei hatte, fiel mir zu Beginn der Stadtführung ein, dass ich der netten Dame das Mini-Mikrofon anbieten könnte. Sie war zunächst irritiert, glaubte tatsächlich an ein Aufnahmegerät und ich erklärte ihr meine Hörsituation. Die Rückmeldung von ihr und von den anderen Leuten, die auch bei der Führung mitmachten, war überaus positiv und ich bekam recht viel von ihren Ausführungen mit. Dennoch ist das Mini-Mikrofon kein "outdoor"-geeignetes Gerät. Hochempfindlich, wie es ist, nahm das Gerät alle Geräusche auf - sogar Windrauschen (vor allem, wenn wir von A nach B gingen und schließlich zu C gelangten). Aber einen Versuch war es wert und ich glaube, ich würde bei so einer ähnlichen Führung wieder dem Sprecher das Mini-Mikrofon aushändigen. Man soll ja die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen.

Der Anstoß für die Rohfassung im Herbst 2014 war mein Missgeschick, der mir an einem Novemberabend passiert ist. Ich wollte meine Hörgeräte samt Ohrpassstücke in die Trockendose hineingeben, dazu putze ich immer vorher die Ohrpassstücke mit einem Papiertaschentuch. Dadurch ist mir der Bügel des rechten Ohrpassstücks abgebrochen. 
Demzufolge suchte ich am Tag danach den Akustiker auf. Mir wurden dann gleich auf beiden Ohren  neue Abdrücke gemacht. Und all das führte endlich zum Schreibfluss und zu einem bald neuen Beitrag.

Durch den neuerlichen Besuch beim Hörgeräteakustiker zwecks Abholung der neuen Ohrpassstücke fiel mir ein, dass ich schon länger das Angebot des sogenannten "Hörtrainings" in Anspruch nehmen wollte. Mehr dazu im nächsten Beitrag, ich muss nur noch meine handschriftlichen Notizen herauslesen und zusammenfassen.