Sonntag, 30. August 2015

21. und 29. August 2015 - DENK im Doppelpack

Ich sitze in meiner schattigen Küche und fühle mich leer und ausgelaugt. Zwischen den beiden DENK-Konzerten hatte ich ein dichtes Programm aus Lernen, Arbeiten und ein paar Tage Berlin zu absolvieren. Berlin war dieses Mal kein reines Vergnügen. Umso mehr freute ich mich auf das Konzert am 29. August in Wulkaprodersdorf. Doch der Reihe nach:

21.08.2015 - Theater am Spittelberg
Vom „Ausg’steckt“ sein zum „hoit’s eich au“ wurde es dann „LAUT“ und in Rappoltenkirchen steckte man wieder aus. Nach dem Motto „Tua weida“ marschierten wir „Durch die Wüste“ und gelangten zu einigen „Schmankerln“. Als Vorspeise erlebte ich das Konzert am 11. Juni 2015 in der SimmCity und freute mich auf das erste „richtige“ Konzert von DENK im Jahre Zweitausendundfünfzehn am 21. August im Theater am Spittelberg. Leider konnte ich aus privaten Gründen das zweite Konzert am 22. August nicht besuchen – dabei habe ich seit 2008 kein DENK-Konzert im Theater am Spittelberg ausgelassen.

„Und i bin net allan, goa net so allan
Allan wia a Moment, der den Nächsten scho verdrängt…“ 
(aus „Durch die Wüste“, M&T: Denk/Tinhof)
Der Refrain geht mir gar nicht aus den Kopf. 
Birgit waß, was guad is, guad fia sie, sie hod ihr'n Rhythmus, ihre Partie, ihre Koatn san ned meine, sie spüt dann aus, waun se wü. „Liag mi au“ im neuen Klanggewand fuhr so sehr in das Konzert hinein, dennoch wurde mir wieder bewusst, dass die Lautstärke im Theater am Spittelberg eine Spur zu leise war. (Das Gleiche erlebte ich auch bei Meena Cryle am 4. August  am selben Ort.) „Na, des los ned aus“ scheint fast unvermeidlich, das wichtigste Zutat für ein Schmankerl ist nach wie vor das Gitarrensolo von Ludwig Ebner. „Schlof an Tram“ hörte ich zum ersten Mal live, nachdem „Durch die Wüste“ schon mehr als einem Jahr draußen ist und ich in diesem Zeitraum nur spärlich Konzerte von DENK besuchte. DIE Katastralgemeinde, wo Mannswörth, Schwechat und Co. eingemeindet worden sind, wurde in einem neuen Kataster, äh, Klang präsentiert. Der Übergang in der Full-Band-Version ist einfach unbeschreiblich und ich erlebte den ersten liedtechnischen Höhepunkt an diesem Abend: „RANNERSDORF“.
(Ach, können wieder Leiberl mit dem Ortseingangsschild bedruckt und verkauft werden? Ich tue mich nämlich seit wenigen Jahren schwer, neue DENK-Leiberl zu kaufen…) Aus der Wüste erschienen die Fata Morganas, nein, andere mögen es Oasen nennen: „Pensionsanlagekonto“ und „Severin“. Mit dem piefkinesisch anmutenden Lied werde ich einfach nicht warm und es ging erst einmal in die Pause.
„Was i eh“ als Eröffnungslied in der zweiten Hälfte passt wirklich gut in die Setliste und für ein ausgestecktes Konzert ist „Graue Mäus“ mit dem langen Instrumental ein bereichernder Teil. (Hat mich sogar am letzten Wochenende dazu veranlasst, nach langer Zeit die „Ausgsteckt“ wieder zu hören.) „Komplett out“ verschwand aus dem Zugabenblock, aber noch nicht aus der Setliste und nach einem sehr gesangsfreudigen Outro erhielten wir das „Blattl Papier“. Der zweite liedtechnische Höhepunkt folgte im Anschluss: „Brada Weg“.
„An Augenblick/Un Attimo“ gab mir den Schwung zurück, nachdem „Brada Weg“ mich in tiefe Gedankenwelten gestürzt hat. Mit „Ned allan“ gingen wir zur Bandvorstellung „durch die Wüste“ und das Konzert endete mit „Wieda zwieda“.
Nach dem Konzert dachte ich nicht daran, darüber zu schreiben. Eigentlich habe ich bis heute Morgen nicht daran gedacht, über die Konzerte zu schreiben, aber ich muss es einfach tun. 

„Und i bin net allan, goa net so allan
Allan wia a Moment, der den Nächsten scho verdrängt…“ 

Aus Berlin zurückgekehrt, freute ich mich so richtig auf den Ausflug in das burgenländische Wulkaprodersdorf. Bei Wein (Jeweils ein Achterl vom Chardonnay 2012, Chardonnay Spätlese 2007, Welschriesling, Blaufränkisch und Blaufränkisch Reserve genossen.), Weib (Frau Birgit Denk) und Gesang (Birgit & Buben) kehrten wir nach zwei Jahren wieder beim Wohlrab ein und stellten fest, dass trotz schriftlicher Reservierungsbestätigung mein Name für zwei Personen nicht auf der Liste stand. Dennoch wurde uns ein halbwegs guter Tisch zugeteilt und als Entschuldigung erhielten M. und ich jeweils ein Glas vom spritzigen Prosecco. Nochmals Dankeschön für die Aufmerksamkeit! Nach einem recht lauten Soundcheck, gutem Essen und ersten Achterln konnte nun das Konzert beginnen.



Soundcheck
Akustik von Anfang bis Ende: 1A! 1A! 1A! Ich zähle gar nicht mehr, wie oft ich DENK live erlebt habe, aber ich kann mich an kein Konzert erinnern, wo die Musik so fein und Birgits Geschichtl’n so verständlich herüberkamen.
Die Setliste fast 1:1 wie im Theater am Spittelberg, „Graue Mäus“ wurde in der ersten Hälfte vorgezogen, „Schlof an Tram“ wurde nicht gespielt, aber dafür wurden wir mit „Kumm ned her“ und zum Schluss mit einem weiteren Lied belohnt.
Birgits Einleitung zu „Graue Mäus“ war vergnüglich. Sie klärte den unwissenden Teil des Publikums auf, dass der selige Günter Brödl der eigentliche Ostbahn war und die meisten Texte schrieb und DENK auch ein paar seiner schriftlichen Werke überlassen hat, welches Birgit mit einem freudigen „Heheh“ abschloss. Die Einführung zu „Rannersdorf“ verlief ähnlich wie im Theater am Spittelberg und das Lied selbst war wieder ein Hörgenuss vom Feinsten.
Im Publikum waren auch recht viele junge Mädels im Vorschulalter. Es war spaßig mit anzusehen, wie fünf von denen auf dem Rücken ausgestreckt vor der Bühne lagen und mit einer Ehrfurcht „Pensionsanlagekonto“ zuhorchten. Jaja, das Brieferl habe ich auch erhalten…
Ein Schmankerl des Abends war Alexander Horstmanns Gesangseinlage zu „Komplett out“, seine sonore Stimme hat den Publikumsgesang bei Weitem übertroffen. (Nun, es war auch ein Mikrofon dabei.) „Brada Weg“ konnte mich wieder aufs Neue berühren und bevor „Durch die Wüste“ gespielt wurde, erzählte Birgit mit Stolz, dass sie nach einer langen Odyssee mit Abstechern an einzelnen Flecken in Niederösterreich nun im burgenländischen Neusiedl wohne. Sie verriet uns, dass sie ihren Kollegen Thomas Stipsits auch erzählte, dass es sie in sein Heimatbundesland verschlagen hat. Und der Stinatzer fragte tatsächlich, wo denn Neusiedl liege? (Musikgeschichtlicher Abriss: Es ist auf das Datum genau sieben Jahre her, als ich mit ein paar lieben Leuten beim „Baut’s a Freibad in Stinatz“ dabei sein durfte. Der Abend bleibt unvergesslich.)
Nach „Wieda zwieda“ kam das Schlusslied, worauf wir schon sehnsüchtigst gewartet haben: „FIA DI“.
Es berührt! Immer noch! DANKE! 
Aufgrund des ungünstigen Sitzplatzes sah ich nur die Hälfte der Musikanten in Aktion – aber der unglaublich gute Sound und die wieder ordentliche Beleuchtung (Sie war im Theater am Spittelberg auch sehr zufriedenstellend.) haben mich für vieles entschädigt.

Samstag, 29. August 2015

Berlin

Aus weniger erfreulichen Gründen war ich für ein paar Tage in Berlin. Ich nahm dennoch ein paar positive Eindrücke mit - vor allem die Fliegerei es mir angetan.
In diesem Jahrtausend bin ich schon ein paar Mal geflogen und aus der sich einbildend ängstlichen Sori wird eine, die sich sogar Fensterplätze aussucht und es einfach genießt, die Städte und Umgebung von oben anzusehen.


Mödling von oben: Gut erkennbar sind die Kirche und das Aquädukt.

Dinner in the Sky

"Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein..." (R. Mey, "Über den Wolken")

Berlin als Lego-Bausatz


In den wenigen Tagen blieb uns auch ein paar Stunden Freizeit vergönnt und ich entdeckte in einem Musikladen in der Schönhauser Allee ein paar Schätze für meine Musiksammlung. Die "High Hopes - Ultra Rare Tracks Vol. 1" ist mein Favorit.

Freitag, 28. August 2015 - Alexanderplatz, hinter mir das Rote Rathaus.

Sieht auch wer von Euch das Olympiastadion?

"Ich bin wieder in Wien..." (G. Danzer, "Wieder in Wien")
Berlin, wir sehen uns bald wieder!

Freitag, 14. August 2015

Zeilen des Tages

Ich habe mir heute einen Urlaubstag genommen und aufgrund des morgigen Feiertages in Österreich durfte ich schon heute gegen 7 Uhr die letzte Seite des KURIERfreizeit aufschlagen.
Kolumne Nr. 333 von Ernst Molden im KURIERfreizeit

Nach "Das ist mein letzter Text." vergoss ich viele Tränen.
Was erwartet mich nächstes Wochenende?
Nun dürfte das Einscannen der Kolumnen (was ich bisher immer noch getan habe) bald ein Ende haben und ich kann die nächsten KURIERfreizeit-Ausgaben meinen Eltern zum Lesen weiterleiten, ohne dass ich an meiner Pinwand die Notiz hinterlegen muss: "Molden-Kolumnen einscannen".

Schön waren die Buchpräsentationen von "Wien Mitte" im vergangenen Jahr - an den 25. März 2014 erinnere ich mich sehr gern.

Danke Ernst Molden für die Worte, die manche meiner Samstage richtig beeinflusst haben.

Und ich freue mich auf das Konzert am 3. September 2015 im Theater am Spittelberg.

"... ollas kennd es ledsde moe sei, 
drum soed ma se s uandlech gem, 
wos d heid no ned glaum kaunsd, 
wiad muang scho da foe sei, 
drum nimm da s, 
do liegds dei lem." (Ernst Molden, "es lem", 2011)

Mittwoch, 12. August 2015

Hörgeräte-Tagebuch # 9

Die Fortsetzung von Hörgeräte-Tagebuch # 8:
Nun sind wir beim 8. Mai 2015 angelangt, ich hatte auf Arbeit wieder ein solches „Schlüsselerlebnis“. Ich nahm mir nun vor, bei der bevorstehenden Sitzung dem Hörgeräteakustiker mein Anliegen mitzuteilen. Stellte er tatsächlich fest, dass der Schlauch von meinem linken Ohrpassstück gerissen ist, was das häufig auftretende Pfeifen meines linken Hörgerätes erklärt. Ich erinnerte mich an die Rückmeldung wegen dem unangenehmen Rauschen, welches von meinem linken Hörgerät ausging und ich beschrieb ihm auch die Eindrücke. Der Akustiker selbst nahm auch ein unangenehmes Rauschen in der Nähe meines mit dem Hörsystem besetztes linkes Ohr wahr und veränderte nun im Studio die Einstellung an meinem linken Hörsystem. Das sollte nun behoben sein!
Zum Hörtraining: Zuerst starteten wir mit – Überraschung! – dem Richtungshören. Auf die wollte ich keinen Pfifferling geben, weil das unschöne Hörerlebnis auf Arbeit noch an mir nagte. Dann wurde – ohne die Silben zu trainieren – gleich mit den „S“-, „CH“- und „SCH“-Wörtern geübt. Es war wieder eine Herausforderung, auch weil ich sehr oft in meinem inneren Wortschatzlexikon durchwühlen und nach einem möglichst passenden Wort suchen musste. Diese Wörter erhielten eine höhere Wertung, als dazu der Störlärm eingeschaltet wurde.

Im Nachhinein war es doch eine gute, befriedigende Sitzung. Es stehen mir noch die letzten zwei von zehn bevor, ich denke über eine Fortsetzung im Herbst nach.

Die neunte Sitzung am 13. Mai 2015 war extremst befriedigend. Ich sollte öfters an „ruhigeren“ Arbeitstagen in der Mittagspause vom Büro weghüpfen und eine solche Sitzung absolvieren. Das Richtungshören hat sehr gut funktioniert, ich war entspannt – auch wenn mir bewusst war, dass mir für den Rest des Tages und auch für die nächsten Tage volles Programm bevorstand. Dann wurden die Wörter mit den Zischlauten wiederholt, ging sehr gut – auch mit Einsatz von Störlärm. (Der Störlärm gab die Geräuschkulisse in einem gut besuchten Restaurant wieder.) Erforderte zwar hohe Konzentration, holte viel aus mir heraus. Aber gut. Kurze Pause. Nun die Wörter mit den „W“- und „F“-Silben, verlief auch mit Störlärm ganz gut. Da uns noch fünf Minuten überblieben, schlug ich vor, wieder die Silbenübungen zur „Auflockerung“ durchzuziehen. 

„Edu, adu, es, uso, es, ige, ela…“ – es ist nicht ganz ohne, diese scheinbar sinnlosen Silben richtig hören und wiederholen zu können. Aber es hat gefruchtet.

Ich teilte SW mit, dass die letzten Sitzungen in meinen Augen erfolgreich waren und fragte, woran es liegen möge. 
An meinem innerlich psychischen – trotz allem – ausgeruhten Zustand? Lernfortschritte? Eingewöhnung? Bewusstsein?

Am Mittwoch, 3. Juni 2015 wird die letzte Sitzung stattfinden. Schauen wir dann, wie es weitergeht. Auf jeden Fall hat sich das Ganze gelohnt, das kann ich seit der siebenten Sitzung sagen.

Zur zehnten und letzten Sitzung am 03.06.2015 schrieb ich folgendes: Aufgrund der Feiertage lag der zeitliche Abstand zwischen den letzten beiden Sitzungen etwas weit auseinander. Was aber im Hinblick auf die kommende letzte Sitzung überhaupt nicht schadete. Am Vormittag des 3. Juni 2015 erinnerte ich mich an meine persönlichen Ereignisse des 3. Juni vergangener Jahre. Mir fiel nur ein, dass ich am 3. Juni 2004 bei Phil Collins in der Stadthalle war und ein schönes Konzert bekam. (Auch heute werde ich immer wieder berührt, wenn ich an „A Groovy Kind Of Love“ denke oder ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich ausgelassen zu „Dance Into The Light“ tanzte und mitsang. „Because the train is coming to carry you home/Come dance with me…“) Beschämenderweise fiel mir viel viel später ein, dass der 3. Juni 2013 noch beeindruckender war: SAN SIRO. Dabei habe ich auf Arbeit ein Foto von der „OUR LOVE IS REAL“-Choreographie als einer der stündlich wechselnden Hintergrundbilder auf meinem Bildschirm. 

Naja, abgesehen davon hatte ich auf Arbeit auch einen anspruchsvollen Tag gehabt und ich fragte mich, wie sich die Arbeit auf die Sitzung auswirken würde. In den letzten fünfzehn Minuten im Büro gelangen mir perfekte Korrekturbuchungen und beschwingt von dem, marschierte ich nun ins Hörstudio. Richtungshören mit einer Trefferquote von geschätzten 98,5 % - wow, kann’s noch besser werden? Das Abhören und Wiederholen von zusammenhanglosen Wörtern mit/ohne Störlärm verlief so gut wie einwandfrei. An einen erheiternden Moment erinnere ich mich, als SW mir das Wort „Bild“ vorlas und ich „Pils“ wiedergab. Sie: „Nein, B-I-L-D.“, wobei ich sie ansah und das Ganze mit einem „Ich kann wohl mein Bier heute Abend kaum erwarten.“ kommentierte.

Ich schlug ihr zum Schluss, quasi zur Auflockerung, vor, die scheinbar sinnlosen Silben mit mir zu trainieren. Anscheinend hatte ich meinen perfekt-sarkastischen Tag, weil SW mich ungläubig ansah, dass ich das Abhören und Wiedergeben der Silben als „Auflockerung“ bezeichnete.

Nun kam das Unvermeidbare. Die letzte Stunde war um.
1. Was habe ich nun davon?
2. Was lerne ich daraus?
3. Was mache ich anders?

Die drei Fragen versuche ich in einem Ganzen zu beantworten: Auf jeden Fall bin ich sensibler geworden, darauf zu achten, WAS für Geräusche mir in die Ohren kommen – natürlich, mangels einer guthörenden Begleitperson ist es ein schwierig, diese richtig interpretieren zu können. Aber ich trainiere darauf und versuche zu orten, WOHER das Geräusch kommt. Alles in allem nicht einfach, weil wir in einer lärmüberfluteten Welt leben. Ich glaube, meine geneigten Leser wissen, was ich meine und ich erspare es mir, näher darauf einzugehen.

Gut taten mir das Artikulieren der scheinbar sinnlosen Silben und der Wörter mit den Zischlauten. Ich versuche mir seit Jahren bewusst zu machen, beim Sprechen auf die Zischlaute zu achten. Seit dem Hörtraining mache ich dies bewusster und ich beobachte auch meine Gesprächspartner dabei, wie sie mein Gesagtes aufnehmen. Es ist ein lebenslanges Lernen…

Ich strebe weitere logopädische Stunden mit speziellem Augenmerk auf meine neuralgischen Punkte, Zischlaute, und auch das Training der Sprachmelodie an. Aber meine Freizeit (die Zeit neben der Arbeit) ist auch sonst sehr ausgefüllt und ich glaube, dass eine Pause für wenige Monate auch nicht schadet, um weiter Resümee ziehen zu können und neue hörenswerte Erkenntnisse zu sammeln.

Montag, 3. August 2015

24. bis 26. Juli 2015 - Krems und Umgebung

Ein schöner Kurzurlaub, der im wahrsten Sinne des Wortes viel zu kurz war...
Nachdem ich die erste Etappe meiner beruflichen Weiterbildung erfolgreich gemeistert habe, waren nun Lernpause und Wegfahren angesagt.

Freitag, 24. Juli 2015
In Krems am Bahnhof angekommen, fuhr ich mit dem Bus in Richtung Stein.
Eindrücke vom malerischen Innenhof des Gästehauses
Im wunderschönen und überaus empfehlenswerten Gästehaus Einzinger bezog ich Quartier und suchte kurze Zeit später die Kunsthalle auf.
Dort besuchte ich die Ausstellungen von Ernesto Neto und Ines Lombardi, beide Ausstellungen würde ich nicht unbedingt weiterempfehlen, obwohl die Installationen von Ernesto Neto schon von einer gewissen Besonderheit zeugten - einige davon waren begehbar:
Nachdem ich meinen Rundgang in der Kunsthalle abgeschlossen hatte, fotografierte ich ein paar Bilder von Mordillos "Comic Walk", das Karikaturmuseum würde ich am nächsten Tag beehren, denn es ging auf 18 Uhr zu und mein Hunger meldete sich.
Ein paar ausgewählte Schnappschüsse vom "Comic Walk"
Bei der Kunsthalle, gegenüber vom Karikaturmuseum, sind ein paar Werke von Mordillo gratis und ohne Eintritt zu bewundern.

Nach einem guten Essen im wunderschönen Gastgarten der "Alten Post" fing ich noch ein paar Eindrücke von Krems ein, bevor ich wieder nach Stein in mein Quartier zurückkehrte.
Steiner Tor




Samstag, 25. Juli 2015
Die Wettervorhersage warnte für diesen Tag Regen und Gewitter vor, was mir nicht wirklich recht war. Aber am Wochenende davor erreichte Krems temperaturmäßig einen Hitzerekord mit ca. 37 Grad Celsius, was ich wiederum auch nicht brauchte.
Ich wachte nun an diesem Morgen auf, warf mehrere Blicke aus meinem Zimmerfenster, machte davon zwei Fotos (die ersten zwei Bilder aus dem obigen Quartett), dachte mir, dass das Wetter halten wird und nach einem guten Frühstück fuhr ich mit einem Kleinbus nach Melk.

Was soll ich darüber schreiben? Ich lasse die Bilder sprechen:





Die Rückkehr von Melk nach Krems habe ich mit einer Schifffahrt bei brandner.at gebucht. Bevor ich "vor Anker ging", kaufte ich bei einem Standl echte Wachauer Marillen und sie schmeckten köstlich.
Die Schifffahrt war ein Erlebnis und ich hatte auch das Vergnügen, dass ich neben einer sympathischen Dame aus Chiemsee saß (während ihr Mann mit dem Bus von Melk nach Krems fuhr) und mich ganz nett mit ihr unterhielt.
Oben: Das Schiff, Abfahrt von Melk; unten: Schloss Schönbühel, Burgruine Aggstein.

Oben: Spitz, unten: Weißenkirchen.


Dürnstein

Eine Grußkarte, die ich via WhatsApp an lieben Menschen schickte.

In Krems angekommen, steuerte ich das Karikaturmuseum an, welches sich in unmittelbarer Nähe von der Station befand.
Dort genoss ich die Ausstellung von Mordillo, über viele seiner Werke konnte ich herzlich lachen und diese Reaktion vernahm ich auch bei den anderen Besuchern. Das Karikaturmuseum ist immer wieder ein Besuch wert - nach Haderer in 2005, Donald Duck in 2007 und Pammesberger in 2008 war es sogar mein vierter Besuch.

Nun streckte ich für einige Zeit meine Füße im Quartier aus, hörte Musik, schrieb ein paar Zeilen und machte mich anschließend auf den Weg zu einem Heurigen in Stein. Im Gastgarten genoss ich den Blick auf Stift Göttweig, las Buch, aß ein sehr gutes Speckbrot, wollte mein drittes Achterl bestellen, als es am Himmel recht finster wurde und der Wind immer stärker auffrischte. "Was machst Du jetzt?", fragte ich mich. "In der Minibar von meinem Quartier wartet ein Stift Weißwein auf mich." Ich entschloss mich nun, zu gehen und nahm noch ein paar bildliche Eindrücke mit.

Im Gästehaus angekommen, knotzte ich noch ein wenig im Innenhof auf der Bank herum und bekam die Gesellschaft einer Katze. Sie zu fotografieren, gestaltete sich als recht schwierig, die spärlichen Ergebnisse sind hier zu sehen. Aber ich habe vorher noch nie eine Katze mit so einem flauschig-seidenweichen Fell gestreichelt und ich spüre immer noch ihr tiefes Schnurren in meiner Handfläche.
Nach dem Abgang der Katze (sie war sehr genügsam, nach knapp zehn Minuten hatte sie genug) kam das angekündigte "Unwetter". Ich blieb weiter auf der Bank sitzen und sah dem Wolkenbruch zu, während ich mich im Trockenen befand.
Anschließend ging ich auf mein Zimmer, genoß den Weißwein aus der Stiftsflasche und verschlang ein paar Kapitel aus Noah Gordons "Der Medicus".

Sonntag, 26. Juli 2015
Nach einem kräftigenden Frühstück und Lektüre im Sonntags-KURIER musste ich - hoffend auf ein nächstes Mal - auskehren. Ich legte dann vom Steiner Ortskern einen ordentlichen Fußmarsch in Richtung Sandgrube 13, mit Zwischenstation Bahnhof (um die Tasche in das Gepäckschließfach zu deponieren), zurück.
Bei der Sandgrube 13 angekommen, schloss ich mich einer sehr interessanten und überaus empfehlenswerten Führung an und lasse wieder die Bilder sprechen:



Da der Sonntag sich alle Mühe gab, den Quecksilberpegel so hoch wie möglich steigen zu lassen, waren mir meine weiteren Abkühlungen (sprich: Museumsbesuche) sehr willkommen. Ich kühlte mich sowohl im Forum Frohner am Minoritenplatz


als auch im Stadtmuseum mit ihrer Sonderausstellung zum Kremser Senf ab.
Ich fing noch weitere Eindrücke von Krems ein, bevor ich in den Wiener Alltag zurückkehren musste:
Zum Bild rechts oben: Wenn ich wüsste, dass ich mit solchen Ohrwaschln herauskommen würde, hätte ich sicher kein Hörgerätestudio aufgesucht. Sprich, ich halte das Testimonial für kontraproduktiv.
Oben: Stein, Gozzoburg; unten: Obere Landstraße.

Ich zehre noch von diesem Kurzurlaub und freue mich schon auf meine nächste Reise, egal wohin sie auch immer gehen mag.