Freitag, 3. Oktober 2014

27. und 28. September 2014 - Wiener Weinwandertage

Wiener Weinwandertage gibt es schon lange, wie ich in Wien weile. Das vergangene Wochenende nutzte ich dieses Vergnügen zum ersten Mal - und gleich im Doppelpack:

27. September 2014 - Von Ottakring bis Dornbach (Neuwaldegg)
Viel gibt es nicht zum Schreiben, außer dass ich mir endlich eine neue Digitalkamera gekauft und diese ohne großartiges Studieren der Bedienungsanleitung (Neuerdings muss man so etwas von einer bestimmten Webseite herunterladen, ätzend!) einfach ausprobiert habe. Die Wiener Weinwandertage kamen wie gerufen, um die Canon PowerShot SX700 näher kennenzulernen.

Die Route von Ottakring nach Dornbach ist zu den bestehenden (Neustift - Nussdorf; Strebersdorf - Stammersdorf) neu hinzugekommen und wurde gleich am Samstag ausprobiert. Wetter war bescheiden, es hat ab und zu geregnet, aber für die recht städtische Strecke machbar.
Ausgangspunkt Endstation 51A Ottakringer Bad



Schloss Wilhelminenberg im Hintergrund



Stärkung mit Sturm und Eiaufstrichbrot bei der Labestation vom Heurigen Leitner




Labestation bei der Pfarre Dornbach
Zwar bekommen die Spaziergeher die netten Flugblätter ("Flyer" auf neudeutsch) in die Hand gedrückt, aber sie erfüllt eigentlich nur ihren Zweck, wenn Stempel und daraufhin eine Erinnerungsnadel gesammelt werden. Für den eigentlichen Fußmarsch sind die "wein wandern wien"-Schilder, die an fast jeder Ecke, manche sogar zu viert in verschiedenen Richtungen an einer Ecke, ausgestellt werden, ohnehin hilfreich genug.
Fazit: Ein netter, kurzer Spaziergang, wobei man sich mehr im "Städtischen" als im Grünen bei den Weinbergen aufhält und "Dornbach" als Ziel ist etwas verwirrend, denn die Route hört bei der 43er Station "Neuwaldegg" auf.

28. September 2014 - Von Strebersdorf bis Stammersdorf
Der zweite Teil war eigentlich nicht geplant, aber man soll ja im Leben nichts planen...
An diesem Tag hat sich der Altweibersommer wieder gemeldet und ich testete meine Kamera weiter aus. Wieder erhielten wir am Ausgangspunkt die Flugblätter, hier auch das Gleiche wie am vorigen Tag: Man kommt mit den Schildern gut aus, es ist wirklich nicht notwendig, die Wegbeschreibungen lesen zu müssen, können sogar bei erhöhtem Sturm-Konsum verwirren. Und, nein, Stempel wurden auch nicht gesammelt.






Stürmische Stärkung beim Magdalenenhof

Eichendorff-Höhe



Fazit: Für geübtere Geher mit Ausdauer, sehr schöne Route - nur am Anfang und am Ende der Strecke städtisch, ansonsten ist man tatsächlich "im Grünen". Empfehlenswert und bei trockenem, sonnigen Wetter "genießbar".

Vielleicht klappt es nächstes Jahr mit der noch ausstehenden Route von Neustift nach Nussdorf?

Montag, 22. September 2014

19.09.2014 - Harry Ahamer im Event Cafe

Ich werde mich kopfüber in diesen Bericht stürzen.
Oft bringe ich bei meinen Berichten eine handschriftliche Rohfassung in einem Textverarbeitungsprogramm zu einer leserlichen Version und die finale Version wird dann mit kleinen Änderungen hierher kopiert.
Selten schreibe ich meine Urversion gleich an einem Textverarbeitungsprogramm. Und noch seltener gleich hier auf blogspot.com.

Oft habe ich (zu viele) Ideen, aber die wenigsten werden realisiert. Und weil das Konzert so gut war, wollte ich darüber schreiben. Aber es wäre an den Fotos gescheitert. Ich habe mich an diesem Abend kaum bemüht, ansprechende Fotos zu machen, weil ich doch lieber das Konzert genießen wollte. Aber eine spärliche Auslese werde ich Euch antun, damit Ihr eine annähernd bildhafte Vorstellung von diesem Konzert habt.

Dass Harry "a Hammer" ist, habe ich versucht, in diesem 2012er Beitrag zum Ausdruck zu bringen. Und ohne Band ist er genauso stark, hier der andere Versuch aus 2013.

Laut Programm wurde das Konzert im Duo mit dem Pianisten Markus Marageter angeboten, ich konnte mir Hoffnungen auf "Wundasche" machen. Diesen Wunsch deponierte ich auch den beiden Herren gegenüber, als ich vor Konzertbeginn mich unverschämterweise in ihrer Nähe Platz nahm, um mein Bier zu trinken. Die Anwesenheit von Matt Baumann brachte mich gar nicht auf die Idee, dass er sich auch musikalisch dazugesellen würde.

Es war aber so. Ein Duo-Konzert, dessen Großteil der Lieder vom Band-Bassisten Matt Baumann verstärkt und bereichert wurde.

Harry Ahamer und seine Mitstreiter lieferten uns begeisterungsfähigem Publikum einen Ausschnitt aus seinen zwei Solo-Alben und ein paar neuen Liedern. ("Nullhirnrunde" ist zwar seit einundeinhalb Jahren neu, aber ich hoffe sehr auf ein weiteres Mundart-Album.) Tribut an Neil Young und der für Harry Ahamer prägenden Musikrichtung wurde mit "Hey Hey, My My" gezollt.

Das Spektrum seiner Lieder umfasst auch den Bereich der menschlichen Emotionen. "Ruaf jetzt o" erinnert an Wünsche, wer will sich nicht einmal "Blau" machen? Die Farbe vermittelt auch eine gewisse Stimmung und sie lässt sich gut in "De Nocht is mei Tankstö" beschreiben. Radio Burgenland spielt (Ich schwanke zwischen "Frechheit!" und "Immerhin!") zwischen zwei und vier Uhr in der Früh "Iagendwonn iagendwie" - zum Glück bekommen wir das Lied auch zu einer moderateren Uhrzeit zu hören. "Es ghead amoi xogt", dass ich auch froh bin, dass es solche Musiker wie Harry Ahamer gibt. Berührend wird es mit "Koid" und "I wü ka Zeid valian", "Tschick tscheckn" ist DAS Pauseneinleitungslied schlechthin.

In der zweiten Hälfte kam etwas mehr Bewegung in das Konzert, in "Steh auf" fiel es mir schwer, sitzenbleiben zu müssen und so konnte ich für den Rest des Liedes zur Bar gehen, um mir ein weiteres Bier holen und gleich dort stehenbleiben, um mich ein wenig zum Lied zu bewegen - immerhin bin ich aufgestanden. In "Gib ma den Funk" und "Hoi me" sah ich die begeisterungsfähige Tänzerin wieder, die ich am 3. Mai 2013 in der Brut zu den selbigen Liedern in Aktion erlebte.
Ein viel zu schönes Konzert geht viel zu schnell um und ich war etwas, hmm, verstimmt, dass an "Wundasche" nicht gedacht wurde. Aber das Publikum war in der Stimmung und es wird sicher nicht so schnell vorkommen, dass ich noch einmal "Amoi geht's no!" und "Wundasche!" schreien werde.

Harry Ahamer, Matt Baumann, Markus Marageter




"Steh auf"

Danke für den schönen Abend und für die "wundaschene" Zugabe!
Ich freue mich auf das nächste Mal - und bis dahin wird die "Zuwa" (auch dank fremder Hilfe) noch sehr oft Zugang zu meiner kleinen Stereoanlage finden. Trotz Vorhandensein von "Steh auf" und "Da Summa is do" ;-)
Danke, Harry!

Dienstag, 2. September 2014

28. und 29. August 2014 - DENK durch das Theater am Spittelberg

Verglichen mit dem Start von „Tua Weida“ vor vier Jahren war „Durch die Wüste“ bei mir eher ein Hineinstolpern am Nebenpfad. Sehr wohl hörte ich die ersten Lieder schon im vergangenen Jahr im Theater am Spittelberg (Juni 2013), in Wulkaprodersdorf und in der Arena (August 2013), in der Trio-Formation im Oktober 2013 und bei den Weihnachtskonzerten
Den Abschluss der „Tua Weida“-Tournee erlebte ich im heurigen Jänner im Metropol, auf den Stadtsaal mit dem neuen Programm „Durch die Wüste“ pfiff ich kräftig (Es warad nicht wegen dem Programm, sondern wegen der Spielstätte!) und so wurden die nächsten Monate recht DENK-mager… bis zu den Duo-Konzerten im Mai. Die Vorpremiere von „Durch die Wüste“ erlebte ich Ende Mai im Rahmen eines wunderschönen Konzertes am Bärenkogel. Orpheum ließ ich aus familiären Gründen aus, die Videopräsentation von „Let’s Dance“ im Local ließ ich mir nicht entgehen und verfolgte nachher noch ein DENKwürdiges Spiel Deutschland gegen Brasilien.

Und nebenbei: Die Zeit ist ein wertvolles Gut und ich hatte nicht oft Gelegenheit, mir das neue Album anzuhorchen. Zu spät gekauft (ein knapper Monat nach dem VÖ-Datum), keinen Nerv und Muße gehabt, bis vor kurzem… Meine Favoriten sind „Söbe Stodt“ und „Ned allan“.

Und nun hieß es „Durch die Wüste – durch das Theater am Spittelberg“! Wüstenmäßiges Bühnenbild, die Glühwürmchen auf den Bäumen verschaffen eine heimelige, leithagebirgische Atmosphäre und schon das erste Lied zeigt uns, wohin der Abend führt: „DURCH DIE WÜSTE“. Klassiker wie „Es is guad“, „Kumm ned her“, „Graue Mäus“ und „Na, des los ned aus“ mit dem genialen Gitarrensolo von Ludwig Ebner wurden nicht vergessen, mit „Let’s Dance“ ging es in die obligatorische Pause.
Und hallo? Seit 2008 habe ich kein DENK-Konzert im Theater am Spittelberg ausgelassen, das heißt… 2008 1x, 2009 1x, 2010 2x, 2011 1x, 2012 1x, 2013 2x… beim 9. Mal DENK im Theater am Spittelberg bemerkte ich eine große Müdigkeit im Publikum. Birgit & Buben waren in gewohnter Form klass‘ wie immer, wie wir sie auch nicht anders kennen, aber was war mit dem Großteil der Leute auf den Sitzplätzen? Man brauchte sie nur wortwörtlich in die Müdigkeit zu schubsen. Schwupps! Schnarch! Chnchr… Also wurde die Pause für Sauerstoff, Lulu, Hopfentee (ist übrigens ein Wieselburger… weil im letzten Bericht vergessen) genutzt und der zweite Teil wurde mit „Söbe Stodt“ eröffnet. Das ist gut! „Du kannst die ganze Nacht“ war eines der besten Darbietungen an diesem Abend und „An Augenblick/Un Attimo“ brachte Schwung hinein, Birgits witzige (natürlich mit einem Schuss Ironie) Einleitung zu „Pensionsanlagekonto“ machte die Leute im Publikum munterer, an diese wurde mit „Was i eh“ nahtlos geknüpft. Aufstehen und herumhüpfen wäre nicht schlecht gewesen, aber wenn die anderen eine „Nicht schon wieder die Buchstabenverdreherin Sori“ denken, also tanzte ich im Sitzen, so gut ich konnte. Die Soloeinlage von Harald W. zu „Wieda zwieda“ wird immer ausgeklügelter und professioneller. Er muss wirklich lange dafür geübt haben…
YouTube-Video (Schurli, ich darf doch?)

Auf „Ned allan“ habe ich wirklich gewartet, mir hat das Lied im Local schon sehr getaugt, beim Anhorchen der CD hat sich das verstärkt und bitte behaltet das Lied noch lange in Eurer Setliste! Egal, ob Ihr damit beim unsäglichen Songcontest dabei sein könnt oder nicht.
Als Dankeschön für den Abend, dessen zweiter Teil ein Äutzerl besser war (ich spreche das Publikum an!) wurden „Fan“ und „Fia di“ gespielt. Mit einem "Es kann nur noch besser werden" fuhr ich heim zum Schlafen und Arbeiten.

"Z'nah am Himmel"

"Du kannst die ganze Nacht"

DENK-Konzerte haben für mich auch noch etwas Spezielles: Im Laufe der Jahre bzw der Konzerte lernt man andere Leute kennen, irgendwann wird es familiär und so fanden wir uns vor dem zweiten Konzert beim Essen & Vorglühen in der Nähe der Spielstätte ein. Im Hinblick auf den ach so leiwanden Wieselburger trank ich (in Ermangelung eines Kärntners) eine Flasche Hirter zu viel. 

Am zweiten Abend wurde ein personeller Wechsel bei DENK vollzogen. Ludwig Ebner ist aus familiären Gründen verhindert und so sprang Michael Scheed für ihn ein. Ich ging davon aus, dass die Setliste eine andere sein würde. (Kennen wir von 2010 und 2013. Oder wer die Weihnachtskonzerte im Doppelpack besucht, weiß auch, wovon ich schreibe.) Ich habe dem Herrn Scheed das „Na, des los ned aus“ sowieso nicht zugetraut und „Z’nah am Himmel“ durften wir auch am ersten Abend bekommen – so wie Ludwigs Lied „Pensionsanlagekonto“.
Und wieder ging es „Durch die Wüste“. Das Motto des Abends lautete aber „Es is guad“ und ich freute mich, das Lied wieder zu hören. Aha, auch „Kumm ned her“, war aber witzig, weil Birgit den Wechselspieler Michael Scheed zu ihrem „Traummann“ erkoren hat. „Pensionsanlagekonto“ wurde sogar vorgezogen und …wie? …was? …wirklich? „Na, des los ned aus“ wurde gespielt. Was wird denn geschehen? Tatsächlich, der Michael Sch. braucht sich bei seinem Gitarrensolo nicht vor Ludwig Ebner zu verstecken. Dank espressorosi.at habe ich doch recht in der Annahme, dass „Aundas“ nur am zweiten Abend gespielt wurde und vor diesem Lied wurde sogar Aufstellung genommen. Sah  nach „Z’nah am Himmel“ aus. Gehhh, der Scheed kann doch was. „Let’s Dance“ läutete wieder in die Pause ein.
Publikum besser drauf, nur ein harter Kern vom ersten Abend ließ sich auch beim zweiten Abend blicken (ich glaube, es waren nicht mehr als zehn Leute) und ich freute mich dem zweiten Teil entgegen. „Söbe Stodt“, „Du kannst die ganze Nacht“ war wieder witzig, „Was i eh“ (Ich saß in der dritten Reihe, eingezwängt zwischen Karl A. – Du wolltest doch Deinen Namen in meinem Blog lesen! – und einer Dame und traute mich wieder nicht herumzuhüpfen, stattdessen zeigte ich Ambitionen, den Klappsessel zu zerstören.), Harald verfeinerte seine Soloeinlage in „Wieda zwieda“ und mit „Ned alla“ steuerte das Konzert in Richtung Finale. Als Zugabe wurde „Fia di“ gespielt. Und aus. Kein „Fan“? Kein anderes Schlusslied? („Nimma dabei“ vielleicht? Ich mag die Nummer viel zu sehr.)
Besetzung mit Wechselspieler

"Z'nah am Himmel"

Michael Scheeds Solo bei "Na, des los ned aus"


"Du kannst die ganze Nacht"

Irritierend an den beiden Abenden war, dass während der Konzerte viele Besucher auf und ab gegangen sind. Ziemlich heftig. Warum auch immer. Das zweite Konzert war von der Publikumsstimmung her viel besser. Ich war ein wenig ernüchtert ob der fast identen Setlisten, aber wenn der Michael Sch. nicht gewesen wäre… so bekam ich tatsächlich ein anders erlebtes Konzert geboten.
Alles in allem zwei sehr schöne Abende und ich freue mich auf die nächsten Konzerte, noch in diesem Jahr!

Sonntag, 24. August 2014

22. und 24. Juni 2014 - [rema'su:ri] im Doppelpack

Am Montag, 30. Juni 2014 schrieb ich folgendes:
Will ich überhaupt einen Bericht schreiben?
Ich gebe gern zu, dass ich einige meiner veröffentlichten Beiträge sehr mag, dass ich sie immer ganz oben auf der Startseite stehen lassen möchte.
Und in meiner Abhandlung über "Stolen Car" habe ich mich nach und nach verliebt - schwer verkraftbar, dass dieser Text nun einem neuen weichen muss.

Der Dame und den Herren aus dem Wirtshaus wünsche ich vorab einen schönen Urlaub und ich danke der Partie für die zwei schönen Konzerte (und überhaupt) mit diesem Bericht. Mal sehen, was herauskommt: [Als ob ich es schon geahnt hätte, da rollt doch die nächste Schreibblockade heran.]

22.06.2014 - Bamkraxler, 1190 Wien
Mein drittes Mal [rema'su:ri] im Bamkraxler und das erste Mal unter freiem Himmel (bevor wir noch vergessen, was "open air" auf gut Deutsch heißt).
Unser Tisch war in Hinblick auf die Bühne nicht der optimalste, aber es war der schattigste und das war an diesem recht warmen Tag nur sehr recht für die gesellige Runde von zehn Leuten.
Das Konzert gestaltete sich "Pinsch"-lastig - zwei bis drei Lieder aus diesem Album wurden nicht gespielt, wenn mich die vielen Augustiner nicht trügen.


Wieder irritierend, dass der Abend mit "Soi des jetzt ois g'wesen sei" eröffnet wurde. (Das tat die Partie auch am 16. Mai 2014 beim Stadt.Fest.Wien.) Nichts gegen das Lied, es gehört zu den stärksten auf "Pinsch", aber müssen Konzerte mit so einem Lied eröffnet werden? Oder soll das Lied Mut machen? Trotz trauriger Klangfarbe gestaltet sich der Schluss des Liedes mutig, optimistisch, zuversichtlich - der Mann bricht aus seinem tristen Ehedasein aus, er steigt auf's Gas und schwört sich, dass das nicht alles gewesen ist. (Genau, ein "stolen car" kann man auch stehen lassen!)
Der Höhepunkt war Frau Maries Darbietung von "alanech fia dii". Nach Willi R., Hansi L. und Christoph M. höre ich das Lied in einem anderen (stimmlichen) Gewand und es verzaubert mich immer wieder auf das Neueste.
Ein sehr schönes Konzert an einem lauen Sonntagabend, Publikum großteils aufmerksam (abgesehen von den Störenfrieden am Nebentisch, die aber zum Glück sehr bald das Weite gesucht haben), die Partie hat es auf der recht kleinen Bühne geschafft, keinen einzigen Stammgast zu erschlagen bzw von der Anhöhe zu stoßen und klangmäßig hatte ich nichts auszusetzen. Ich bin für eine Wiederholung.

23.06.2014 - und nun zu etwas ganz anderem...
Lief ich auf dem Weg zur Arbeit dem Wirten in einem "GEMMA!"-Leiberl hinein und bedankte mich bei ihm für das schöne Konzert vom vergangenen Sonntag. Zugleich kündigte ich ihm auch mein Kommen für das Konzert im Theater am Spittelberg an.
Fünf Minuten später wurde ich (schon mit einem breiten Grinsen im Gesicht, weil... Insider wissen es eh.) von einer Kollegin angesprochen, die uns gesehen hat, wer der Herr sei und sie merkte an, dass er ganz fesch sei... so, Christoph, Lob gebe ich gern weiter.

24.06.2014 - mit Harlequin's Glance im Theater am Spittelberg, 1070 Wien
Der Abend [so weit kam ich tatsächlich mit meinem Fragment am 30. Juni 2014] war ganz nett. Ich hätte mir die Alleinstellung von [rema'su:ri] im Theater am Spittelberg gewünscht. Bei mir hat die Symbiose aus "2 Weltsprachen - 2 Weltbands" nicht so ganz gewirkt. Aber der Reihe nach:
Das Wiedersehen mit dem Wirten wurde seinerseits mit einem "Long time no see" kommentiert ;-)
Ich fürchtete mich vor einem dritten Mal "Soi des jetzt ois g'wesen sei" als Opener.
Nein, stattdessen mussten wir uns von den Sitzen erheben, Hand aufs Herz legen, DIE Hymne wird angekündigt und endlich spielten sie nach langer Zeit wieder "Austrian Way Of Singin' The Blues".
Überhaupt gestaltete sich die Liederliste an diesem Abend anders als im Bamkraxler (und leider verkürzt). Nachdem Frau Marie ihre (vermute ich) Generalprobe im Bamkraxler bestanden hat, konnten die Spittelberg-Besucher in den Genuss von "alanech fia dii" kommen.
Das von mir "gefürchtete" Lied wurde sogar mit Klavierbegleitung gespielt. Gernot Feldner, Sänger von Harlequin's Glance, gab sich die Ehre, das Lied an den Tasten zu verstärken.
DIE Hymne!

"alanech fia dii"

Mit Gernot von Harlequin's Glance bei "Soi des jetzt ois g'wesen sei".
Nein, Harlequin's Glance möchte ich nicht unbedingt madig machen, die Spielfreude und instrumentale Vielfalt der Band sind beeindruckend, aber vielleicht, weil [rema'su:ri] zuerst an der Reihe waren und ich mich im Zustand fortgeschrittener Müdigkeit befand, außerdem wird das Bierangebot im Theater am Spittelberg immer bescheidener: Jahrelang genoss ich den Ottakringer, gab es letztes Jahr den "Dreh-und-Trink"-Zipfer (Danke M. für die legendären Worte!) und heuer haben sie ein anderes Bier im Angebot, der Schock muss so groß gewesen sein, dass ich es wieder vergessen habe, welche unsägliche Marke angeboten wird.
Aber ich schweife schon vom Thema ab... die Musik von Harlequin's Glance kam mir an diesem Abend nicht neu und altbekannt vor. Macht der Sänger etwa auf Tom Waits? Das kann doch keiner... außer Tombeck, aber der bleibt auch noch authentisch dabei.

Innerlich müde von anderen Angelegenheiten beschloss ich, nicht bis zum Schluss zu bleiben. Ich ging noch vor dem Zugabenblock (anhand der später veröffentlichten Fotos dürfte ich das Gastspiel der Partie bei Harlequin's Glance verpasst haben) und habe mir seitdem vorgenommen, [rema'su:ri] für die Konzerte mit einem Bericht zu danken. Naja, (immer noch) zuviel Arbeit, Fussball-WM, ein paar private Sachen waren wichtiger und ich schließe den Bericht mit einem treffenden "Gut Ding braucht Weile!" ab.
So jungfräulich ist die Hymne auch wieder nicht, owa des bassd schon.

Mittwoch, 6. August 2014

23.07.2014 - Neil Young & Crazy Horse in Wien

"Wirst du darüber einen Bericht in deinem Blog schreiben?“ fragte mich Herr G. nach dem Konzert und abschließendem Absacker. (Mein viertes Bier an diesem Abend. Nein, so köstlich ist der Event-Zipfer in einem Plastikbecher auch wieder nicht!)
Ich habe mir Zeit gelassen bzw ich konnte nicht früher schreiben. Sucht Euch eine Variante aus, je nachdem, welches Euch besser gefällt. Nur, ich wusste von vorne herein, dass es kein reiner Konzertbericht sein wird. Es ist auch keins geworden, nachdem ich mir mein Geschreibsel durchgelesen habe. Es ist eher ein Zustandsbericht. Aber das Konzert hat gewirkt und mir gut getan, so viel sei verraten.

Ich kaufte mir die Karte noch im Dezember vergangenen Jahres. Die Vorfreude auf das Konzert war sehr lange groß, aber je näher der Termin rückte, umso mehr ließ meine Begeisterung nach. Es war, ich korrigiere, es ist immer noch im Moment einfach zu viel los bei mir. Kaum Zeit und Gelegenheit, zwei Gänge zurückzuschalten und das Leben ein wenig schleifen zu lassen. Aus dem Geschehen aussteigen und dem Treiben zusehen. Selbst nichts tun. Nur zusehen und beobachten. Und mir meine Gedanken darüber machen. Sie vielleicht schriftlich zum Ausdruck bringen.

Am Tag des Konzerts musste ich länger auf Arbeit bleiben und ich hatte erst recht keine Lust, zur Stadthalle zu fahren. Ich wollte lieber auf meiner Bank liegen, irgendwelche Musik hören und ein, zwei Feierabendbier zischen. Nichtsdestotrotz fuhr ich zur Stadthalle und nun wird es spannend… ich habe es mir angewöhnt, nicht jedes Mal Leute zu fragen, ob sie mit mir auf ein Konzert gehen (wollen). Diese Fragerei setze ich nur selten ein. Ich kann gut alleine auf Konzerte gehen und selbst wenn, ich treffe immer irgendjemanden. Und an diesem Abend hatte ich sehr nette Gesellschaft mit Herrn G. (den ich bisher nur bei seinen Konzerten gesehen habe) und seinem Kollegen „Franz“. Der Abend versprach, gut zu werden…
Während die Vorgruppe spielte, trauten wir uns nicht, die Halle zu betreten, weil zu laut. Außerdem benötigte Herr G. meine Hilfe weiblichen Geschlechts, damit ich für seine Liebste das „PROTECT“-Leiberl ergattern konnte, während er, „Franz“ und auch ich mit „EARTH“-Leiberln gesegnet waren. Hier an dieser Stelle: Unglaublich klasse Aktion von Neil Young & Co., solche schönen Leiberln gratis zu verteilen. Wir gingen dann wieder raus an die frische Luft, damit die Herren rauchen und Fotos von den Leiberln gemacht werden konnten. Sprach uns daraufhin ein etwas finsterer Herr an, sagten wir ihm, dass die Leiberl gratis abzuholen seien. Seine Gattin (davon gehe ich heute immer noch aus) gesellte sich dazu und beide wollten uns die Geschichte mit den gratis Leiberl nicht abkaufen, wir mussten tatsächlich Überzeugungsarbeit leisten und der Typ drohte Herrn G. mit Wickel, sollte sich dies als Schmäh herausstellen.
Nach ca zehn Minuten kamen die beiden wieder zu uns, glücklich, mit ihren „PROTECT“-„EARTH“-Leiberln und erzählten uns, wie sie zu diesen Fetzen kamen und er offenbarte dem Herrn G., dass er drauf und dran war, ihn totschlagen zu wollen, als er diese Leiberl am Merchandising-Stand (dort waren sie auch, für 30 EUR das Stück) sah. Die Erleichterung war Herrn G. deutlich anzusehen und es stellte sich heraus, dass das Ehepaar aus der Nähe von Basel kommt. Inspiriert vom Leiberl, welches Herr G. tatsächlich am Leib trug, zitierte ich „So soll a Nachbar sein.“. Haben die beiden Schweizer sich einen Hax’n gefreut, als ich Büne Huber und Patent Ochsner erwähnte.

Langsam begaben wir uns wieder in die Halle und nun stand mir mein erstes (und auch sicher letztes) Live-Erlebnis von Neil Young & Crazy Horse bevor. Wir standen zwar weit hinten, aber wos wüst mit normalen Stehplatzkarten machen? Ich hatte dennoch eine gute Fernsicht auf die Bühne und es waren auch  noch zwei große Videowände da.
Mit „Love And Only Love“, welches ich schon aus der „Ragged Glory“ kenne, wurde das Konzert eröffnet. Nach einem hymnischen „Going Home“ stelle ich nicht überrascht fest, dass Neil Young gern dazu neigt, lange Gitarrensoli bzw Duelle mit dem Gitarristen Frank Sampedro zu liefern. Man darf sich einfach nicht zu viel von so einem Konzert erwarten, aber ich wurde mit der Musik, die für mich ehrlich und handgemacht wirkt, beseelt. Alltag war weit, weit weg.

Und Neil Young live erleben! Sag mir das einer vor 20 Jahren, als ich Onkel Neil das erste Mal auf MTV sah. Ein Auftritt mit Pearl Jam bei den MTV Music Awards. „Rockin‘ In The Free World“. Das prägt. Schon seit 20 Jahren. Wird auch mein restliches Leben prägen.
Neil Young grummelt auf seiner „Old Black“, singt, protestiert, gibt sich kämpferisch… aber das Alter sieht man ihm an. Ganz deutlich bei „Heart Of Gold“, wie er allein mit Akustikgitarre und Harp das Publikum verzauberte. Nach ein paar Liedern krachten die ersten Töne von „Rockin‘ In The Free World“. Unverkennbar. Erinnerung kommt hoch. Ich grinste breit und mit diesem Gesichtsausdruck sah ich Herrn G. an und wir rockten ab. Hier an dieser Stelle absolut beschämend, dass 99 % des Sitzplatzpublikums sich nicht die Mühe machten, sich von ihren Hintern zu erheben. Ausgerechnet bei „ROCKIN‘ IN THE FREE WORLD“.
Nach einer kurzen Verabschiedung kamen die Musikanten wieder. Noch einmal drischt Onkel Neil auf seiner Gitarre, dieses Mal eine Telecaster, und rief „Protect Your Rights…“. Das „Who’s Gonna Stand Up And Save The Earth?“ hallte uns noch sehr lange in den Ohren.
Bin ich froh, dass ich auf dieses Konzert gegangen bin. Ich bin nachher um viele Erkenntnisse reicher geworden und die restliche Arbeitswoche ist mir auch viel leichter gefallen.





Hier noch ein paar interessante Links: