Montag, 14. Juli 2014

Weltmeister 2014

Quelle: de.fifa.com
Ja, ich freue mich!
Und wie!
Der Mann, der wieder ordentlich gemüllert hat, bleibt mein Liebling, aber meine Hochachtung gilt vor allem Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger!

Freitag, 20. Juni 2014

Zeilen des Tages

In dem Lied bzw in diesem Text geht es nicht um ein gefladertes Auto und auch nicht, wie ein Auto gestohlen wird. Wie kommt man dennoch zu einem gestohlenen Auto? Nein, ich meine nicht die Vorgangsweise der Autodiebe. Sondern metaphorisch. Was macht man im Leben, um irgendwann in solch einem Auto zu sitzen und – schlimmer noch – zu fahren?

Nach der Textversion aus „Tracks“ (1998) muss man eine Frau, anscheinend die Liebe des Lebens, gefunden haben, sie auch heiraten, einander das „ewige“ Versprechen geben und schon kracht es. Nein, kein kaputtes Auto oder ist ein gefladertes Auto die Konsequenz eines kaputten Autos? Mein eigenes Auto funktioniert nicht mehr, also nehme ich mir einen anderen Wagen – hier in diesem Sinne: Stehlen. Nehmen wir einfach an, dass das eigene Auto das Ideal einer perfekt funktionierenden Ehe bzw Partnerschaft widerspiegelt.
„Then little by little we drifted from each other’s hearts“ – dem ist nichts hinzufügen – und nun fährt die Ich-Person mit einem gestohlenen Auto durch die pechschwarze Nacht und versucht, daraus das Beste zu machen.

Im Lichte von einem Ort (hier „Stanton“) hält die Ich-Person an und hofft, dass er mit dem gestohlenen Auto erwischt wird. Aber dazu kommt es nie – so wie man hofft, darauf kommen zu können, dass das ewige Versprechen Risse bekommt und man darauf aufmerksam gemacht wird. Dass ein Außenstehender dem Paar mitteilt, dass mit den beiden etwas nicht stimmt. Dass die „Liebe des Lebens“ anders aussieht. Dass das Versprechen etwas anderes für die beiden beinhalten soll.
Die Ich-Person gibt zu, dass das Ganze nur auf die eigene innere Unruhe zurückzuführen ist. „Restlessness“ ist ein vielschichtiges Wort. Offiziell übersetzt heißt es „Ruhelosigkeit“, „Rastlosigkeit“. Aber es ist auch mit „Unsicherheit“, „Zweifel“, aber auch ein wenig „Unreife“ zu interpretieren. Oft glaubt man, so auch die Ich-Person, dass dieses sogenannte „restlessness“ irgendwann mit der Zeit gehen wird und die Liebe wachsen würde. Aber dennoch dürfte mehr dahinter stecken, vermutet die Ich-Person, was die beiden schlussendlich eher entzweit und traurig macht als bindet. Anstatt jetzt nach den Ursachen zu forschen, fährt die Ich-Person wieder in einem gestohlenen Wagen und wartet auf das kleine rote Licht.
Wofür steht das kleine rote Licht? Mag es das Licht von der Ampel sein. „Rot“ signalisiert Stehenbleiben. Möchte die Ich-Person nicht mehr mit dem gestohlenen Auto weiterfahren und hofft auf eine rote Ampel, um ein wenig stehenbleiben zu können? Nur ein wenig… weil das rote Licht dann auf gelb und grün springen wird. Die Ich-Person will nicht unbedingt das gestohlene Auto abstellen und verlassen, es kann sich nicht aus diesem Wagen befreien, es fährt und fährt und fährt und ist dennoch dankbar für einen kurzen Halt, welches das kleine rote Licht ermöglichen kann. Wenn das rote Licht einen kurzen Halt ermöglicht, kann der Fahrer die Gelegenheit nutzen, beim kurzen Innehalten sich selbst einreden zu können, dass alles in Ordnung kommen wird. 

In diesem Moment muss die Ampel auf Grün gesprungen sein und der Fahrer erkennt, dass er in der Nacht fährt und die Angst begleitet ihn, dass er in der Dunkelheit verschwinden würde.
Im Dunkeln mit einem gestohlenen Auto erwischt zu werden, ist weniger möglich als bei helllichtem Tage. So verschwinden auch seine sogenannten Partnerschafts- bzw. Eheprobleme im Dunkeln… und niemand sieht es. Dabei scheint es der Ich-Person lieber und einfacher zu sein, am helllichten Tage mit einem gestohlenen Auto zu fahren, damit er erwischt wird, damit seine Sorgen und Probleme ans Licht kommen, erkannt werden. Aber so bleiben sie unausgesprochen und im Dunkeln verborgen.

Nun fällt ihm ein, dass sie ihn einmal gefragt hat, ob er sich an die Briefe erinnern kann, die er an sie schrieb, in der Zeit, als ihre Liebe noch jung und sie zuversichtlich waren („bold“ ist auch ein vielschichtig interpretierbares Wort). Sie teilte ihm mit, dass sie in der Nacht zuvor diese Briefe gelesen hat und ihr das Gefühl gab, sie zu einer 100jährigen zu machen. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass diese Liebe, die einmal zwischen den beiden existiert haben musste, schon SEHR lange zurückliegt, obwohl sie jetzt sicher keine 100 ist – eher 35, 40, 45.

Szenenwechsel: Irgendwo fließt ein Fluss durch diese kleine Stadt in den See bzw in das Meer. Dort in dem Schatten legt sich die Ich-Person hin und das Wasser fließt so mühelos in den Fluss dahin. Während das Wasser weiterhin selbstverständlich vor sich hin plätschert, steigt irgendwo (hier „County Line“) eine Feier und die Ich-Person beobachtet die Lichter und stellt sich die rhetorische Frage, dass sie möglicherweise dort sein könnte und nach ihm Ausschau hält. 

Dieses Bild bzw dieser Vers ist entweder ein Bild aus der Vergangenheit, eine Erinnerung. Oder nur eine Vorstellung, dass die Ich-Person in der Gegenwart aus dem falschen Leben für kurze Zeit entschwindet, für kurze Zeit aus dem gestohlenen Auto aussteigt, um im Schatten in der Nähe eines Flusses Halt zu machen und dadurch dass in der Nähe eine Feier im Gange ist, stellt er sich gerade vor, dass dort seine „Richtige“ auf ihn wartet.

Die Ich-Person erzählt von seinem Traum in der vergangenen Nacht. Er rief seine Liebste an, schwor ihr, zu ihr zurückzukehren und für immer bei ihr zu bleiben. Nun stehen sie wieder vor den Stufen zu ihrer Hochzeitskapelle und gehen Arm in Arm durch das Tor hinein. Er kann sich erinnern, wie gut er sich darin fühlte, als der Priester ihm gebot, dass er nun die Braut küssen dürfe. Aber als er sich zu ihr beugte, um ihre Lippen zu berühren, fühlte er in diesem Moment, dass ihm alles aus seinen Händen entgleitet.

Nun fährt die Ich-Person wieder in dem gestohlenen Wagen durch eine pechschwarze Nacht. Sagt sich immer wieder, dass alles in Ordnung sei. Aber er fährt während der Nacht und die Angst, die Furcht ist sein ständiger Reisebegleiter. Egal, was er tut und wohin er fährt – niemand sieht ihn, wenn er davonfährt.

Das „ride by“ interpretiere ich schon als Davonfahren… aber es dürfte kein buchstäbliches Davonfahren sein. Im Grunde genommen bleibt die Ich-Person bei der angetrauten Frau, auch wenn ihm beim Hochzeitskuss alles entglitten ist. Mithilfe eines gestohlenen Autos wird es ihm auch nicht gelingen, das zu finden, was ihm verloren gegangen ist. Es müssen nicht materielle bzw gegenständliche Dinge sein, die ihm entglitten sind… es sind eher Ideale, Vorstellungen, Wünsche, Ziele, Einstellungen, die er mehr oder weniger über Bord warf, als er die Braut geküsst hat.
Er wird bei ihr bleiben (müssen), am Anfang des Textes steht „we got married and promised never to part“. Von einer Trennung ist nie die Rede, aber den beiden ist die Instabilität der Partnerschaft bewusst. Sie fühlt sich ziemlich alt und er fährt ein gestohlenes Auto. Und hoffen noch lange darauf, dass jemand oder etwas die beiden aus ihrer festgefahrenen Situation rettet.

Was hat das Lied mit mir zu tun? „Stolen Car“ auf „The River“ (1980) blieb lange Zeit unbeachtet, erst aufmerksam wurde ich auf die Version von „Tracks“ (1998), die ich vor wenigen Jahren erst intensiv hörte und seitdem bin ich in diesem Lied gefangen. Kürzlich lernte ich eine ähnliche Version kennen, die ich auch oft und gern höre.

Was es trotzdem mit mir zu tun hat? Ich glaube, ich bin in meinem Leben manchmal mit einem „stolen car“ gefahren, aber verglichen mit dem Text, mit dem ich mich oben beschäftigt habe, darf ich behaupten, dass ich nie über den Status einer Fahrschülerin hinausgekommen bin.

Ich hatte in letzter Zeit mit Menschen zu tun, die ein „stolen car“ fahren oder bei denen ich zumindest glaube, dass sie einen solchen Wagen lenken. Sie sind mit den angetrauten oder künftig angetrauten Partnern zusammen und fahren doch die ganze Zeit in einem gefladerten Auto. Selbstbetrug und das Aufrechthalten eines Klischees werden durch das „stolen car“ symbolisiert. Es liegt zwar an ihnen, was sie damit tun sollen. Bloß, ich glaube, dass es einen auf Dauer ziemlich deprimiert und schlussendlich desillusioniert, wenn man beständig ein sogenanntes „stolen car“ fährt.

Dienstag, 27. Mai 2014

26.05.2014 - DENK & Girmindl im Schikaneder

In diesem Beitrag habe ich noch erwähnt, dass ich bis zur nächsten Standortbestimmung in die neue CD warmhören würde – weit gefehlt. Mein Gedanken- und Privatleben (eher das Gedankenleben) kommt nicht zur Ruhe und viele Ereignisse, Gedanken, Geschehnisse, Menschen, Überzeugungen, Zweifel gleichzeitig beschäftigen mich im Moment.

Dennoch kein Grund, nicht ins „Schikaneder“ zu kommen.

Von Birgit Denk & Ludwig Ebner im Duo bekam ich dank Karl A. eine Kostprobe am Donnerstagabend zuvor in einem richtig netten Garten mitten im Achten. Das Vorglühen besorgten wir uns in der „unsagbar“, landeten wir nachher im Nachbarbezirk während einer Vernissage bei einem sehr aufmerksamen, begeisterungsfähigem Publikum und mitten im lauen Sommerabend horchten wir Birgits Gesang & G’schichtl’n und Ludwigs exzellentem Gitarrenspiel zu. Aus anderer Quelle (die heißt „Johannes G.“) erfuhr ich, dass Birgit & Ludwig im Duo bei „Liederlich im Schikaneder“ auftreten werden.

DENK und Girmindl – beide haben einiges gemeinsam: An vorderster Stelle Kurt Ostbahn, die beiden nehmen kein Blatt vor dem Mund, sagen und singen das, was sie denken und werden – leider, leider, leider – immer noch nicht vom ach so großen Publikum beachtet und geschätzt.

Den Anfang machten Birgit Denk & Ludwig Ebner. Köstlich, wie Birgit von ihrem „Kino-Trauma“ erzählte, als sie den Film „Shining“ in DIESEM Kino sah und die Filmrollen in den ungünstigsten Momenten gewechselt wurden. Im Anschluss wurde mein Höhepunkt, "Fan", gespielt. „I bin schuid“ wird in dieser Version rehabilitiert und in der recht intimen Wohnzimmer-Atmosphäre kam das Konzert von Birgit & Ludwig sehr stimmig herüber. Die Lieder in diesem Gewand zu hören, ist sicher für jeden DENK-Fan etwas Besonderes. Von der neuen CD, die offiziell am 13. Juni 2014 erscheinen wird, wurde "Bled" vorgestellt, aus dem Novakschen Repertoire haben Birgit & Ludwig "Der Papa wird's scho richten" ausgegraben und im DENK-Fundus kamen "Es is guad", "Kumm ned her", "Des, wos i wü" ans Licht. Das, wenn auch recht kurze, Programm im Duo sollte öfters gespielt werden.


Erleichterung breitete sich in mir aus, dass meine drei DENK-Mitstreiter bis zum Schluss beim Johannes G. geblieben sind und was ich aus ihrer Gestik und Mimik herauslesen konnte (es war ja finster), befriedigte mich schon sehr. Ich habe zum Zählen aufgehört, bei wie vielen Auftritten ich schon beim Girmindl war – aber der Abend war das akustisch beste Konzert, was ich von Johannes erleben konnte. Er hat das Publikum schon mit der ersten Nummer, „TV Talkin‘ Blues“, in seinen Bann gezogen und Karl A. fühlte sich in „Bedarfsalkoholiker“ so sehr angesprochen, dass er die aktuelle CD von Girmindl kaufen musste. (Er nach dem Konzert zu mir: „Hast du viele CDs von ihm?“ Ich: „Nicht alle, aber einige.“ Er: „Auch die aktuelle?“ Ich: „Ja.“ Er: „Ist sie gut?“ Ich: „Muss mich noch warmhören.“ Er: „Oje…“ Ich: „Das heißt immer noch lange nicht, dass sie nicht gut ist!“ Also, mit diesen Worten hat er dann seine „Standortbestimmung“ gekauft.)
Vielen Dank für „Samstag, Nachmittag (Geschlossen)“ – das Lied in diesem akustisch feinen Rahmen zu hören, ist das Nonplusultra für mich. Auch das Daumenhoch von Franz D. in meiner Richtung nach diesem Lied ist nicht zu verachten! Die Prophetsche „Pass auf“ kam sehr stimmig herüber und ich bedauerte es, dass der Liederabend so schnell zu seinem Ende kam.


In diesem Sinne: Lang lebe die österreichische Liedermacherszene und ich hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe "Liederlich im Schikaneder" und mia segn uns.

Montag, 19. Mai 2014

15.05.2014 - Girmindl im Café Amadeus

Hinter mir läuft gerade die "Standortbestimmung" zum ersten Mal, nachdem ich ein intensives Wochenende (vom "Stadt.Fest.Wien" geprägt) verbracht habe.

Am 15. Mai 2014 lautete die Standortbestimmung Café Amadeus im 15. Hieb. Das Lokal kenne ich von früheren Ausklängen nach Konzerbesuchen in der Stadthalle, aber dieses Mal endlich eine Gelegenheit, ein Live-Gig IM Café Amadeus zu erleben. Und nebenbei: Nach mehr als einem halben Jahr Live-Abstinenz von Herrn G. - da hat einiges (im Sinne von "vieles") gefehlt und der Abend hat mir sehr getaugt.

Ich stelle fest, dass ich mich noch mit der aktuellen CD anfreunden muss - an "Brot & Spiele" habe ich mich recht schnell gewöhnt.

Das Konzert an und für sich war ein idealer Abend zum Fortgehen. Sollte es spät werden, "morgen ist ja Freitag." Schwieriger wird es dann am Montag, 26. Mai im Schikaneder - aber das wird schon.


Ich habe nicht darauf geachtet, wie das Publikum im Hintergrund war. Die "üblichen Verdächtigen" sind nicht erschienen, aber ich hatte dennoch den Eindruck, dass Johannes G. bei den anderen auch angekommen ist. Die Atmosphäre im Café Amadeus fand ich für dieses Konzert stimmig. Neben den neuen Liedern wurde auf Chuck Prophet ("Mach ma an Bledsinn") und auf ältere Werke (Wenn "Mit nasse Fetzn" ein älteres Werk gemeint ist.) nicht vergessen. Aber, Johannes, eh schon wissen... meine Favoriten "Nur die Sunn" und "Samstag, Nachmittag (Geschlossen)" - auch wenn Du letztere mit einem "Des a no." kommentiert hast.

Mal schauen, wie weit ich dann mit meiner "Standortbestimmung" gekommen bin, wenn wir uns am 26. Mai im Schikaneder sehen. (Mir wurscht, wenn die halbe Welt nun weißt, wo die Sori sich an diesem Abend aufhalten wird. Auf Gesichtsbuch muss ich zum Glück meine Teilnahme nicht zusagen.)

Oiso, bis dann!

Montag, 5. Mai 2014

01.05.2014 - Marcus Wiebusch in München

Es hat alles mit Gutscheinen begonnen. Ich erhielt zum Jahreswechsel einen 10-EUR-Gutschein von eventim.de und diverse Gutscheine von der ÖBB. Da ich für das heurige Jahr eigentlich ganz andere Pläne habe – wenn überhaupt, weil Leben ist nicht planbar – verwarf ich sehr bald den Gedanken einer Konzertreise nach Deutschland. Doch ich entdeckte dann die Ankündigung auf marcuswiebusch.de, dass nun seine Solo-Platte fertig sei und die Lieder ans Licht kommen müssen. Kein Termin in Österreich, aber München am 1. Mai 2014 las sich gut an. Obwohl, ich war nicht unbedingt scharf darauf, nach knapp einem Jahr wieder nach München zu fahren. Aber dennoch: Wenn ich nicht die Gutscheine bekommen hätte, dann fände ich es schade, erst recht nicht zu Marcus Wiebusch nach München zu fahren.

Marcus Wiebusch hat mich schon als „Kopf“ von kettcar überzeugt, letztes Jahr bekam ich die ersten drei Solo-Nummern „Nur einmal rächen“, „Das Böse besiegen“ und „Schwarzes Konfetti“ zu hören. Ich bin mit diesen Liedern nicht richtig warm geworden, aber dennoch hatte ich so viel Vertrauen in sein zukünftiges Solo-Album und dass das Konzert gut sein würde. Also, noch im Jänner die Karte gekauft, Hotel gebucht und nun musste ich auf „Konfetti“ warten. Wenige Tage vor dem Veröffentlichungsdatum konnte ich mich in „Der Tag wird kommen“ und „Was wir tun werden“ via YouTube hineinhorchen. Spätestens bei „Der Tag wird kommen“ glaubte ich unerschütterlich an ein gutes Werk und kaufte mir die CD während meines Heimaturlaubs in Erfurt.

Mit „Off“ als Eröffnungslied zog mich das Album sogleich in seinen Bann und nach mehrmaligem Hineinhorchen gefallen mir auch sogar die neu abgemischten „Das Böse besiegen“ und „Nur einmal rächen“ mittlerweile sehr gut, nur mit „Schwarzes Konfetti“ und „Haters Gonna Hate“ hatte ich meine Schwierigkeiten und „Der Fernsehturm liebt den Mond“… naja. Das alles konnte dennoch die Vorfreude auf das Konzert nicht trüben und nun hieß es tatsächlich: „Der Tag wird kommen“.

Mit der „Ampere“ im Muffatwerk habe ich eine weitere „Location“ in München kennengelernt und die gemütliche Halle dürfte nun zu der schönsten, die ich nach Olympiahalle, Lustspielhaus, Olympiastadion und Tonhalle besucht habe, gehören. Heimelige Atmosphäre, niedrige Bühne, klasse Bier (HB) und ich entschied mich, hinauf zum Balkon zu gehen und das Geschehen von oben zu verfolgen. Nach etwas zu langer Wartezeit auf die Vorgruppe (Ein-Mann-Band namens "And The Golden Choir"), ging der Umbau rasch vonstatten und die siebenköpfige Band betrat mit Marcus Wiebusch die Bühne. Schon allein zu beobachten, wie Marcus W. wie ein verlegener Lausbub ins Licht trat, machte ihn noch sympathischer.



Das Konzert wurde mit „Das Böse besiegen“ eröffnet. Das Publikum in der ausverkauften Ampere ging von Anfang an mit. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, mir die CD anzuhorchen und die Texte zu lesen, hätte ich gern Wort für Wort mitgesungen. Aber so blieb mir großteils nur das Mitwippen, Kopf hin- und herschwingen, ein wenig Mitsingen und ein paar Fotos zu machen. MW und die Band spielten alle Lieder aus dem Album „Konfetti“. Spaßig war, dass MW bei „Jede Zeit hat ihre Pest“ und „Haters Gonna Hate“ sich ohne Gitarre, aber dafür sehr rhythmisch mit Händen und Füßen tat. Live kamen alle Lieder aus „Konfetti“ sehr gut rüber, sogar auch die, die mir auf der CD weniger gefallen haben. Sollte ich einen Favoriten haben, dann kann ich mich schwer für einen entscheiden: „Das Böse besiegen“, „Off“, „Nur einmal rächen“, „Wir waren eine Gang“, „Der Tag wird kommen“. Als Zugaben wurden kettcar-Nummern gespielt: „Schrilles buntes Hamburg“, „Balkon gegenüber“ und „48 Stunden“. Und zum Schluss wurde nach dem Motto „Wünsch Dir was“ noch einmal „Was wir tun werden“ gespielt, obwohl ich eher mit dem Begehren des Gitarristen (Das liegt an der Herkunft! Erfurt grüßt Weimar!) konform gehe: Er hat sich „Off“ gewünscht. Leider war das Konzert dann aus, dennoch war ich sehr beseelt von diesem Abend. Lobenswertes Publikum, die Band hinter MW machte musikalisch einen sehr vordergründigen Eindruck, die Musiker waren allesamt klasse und dass viele Blasinstrumente (Tuba, Posaune, Trompete, Saxophon) zum Einsatz kamen, rundete den musikalischen Rahmen so richtig ab. Und Marcus Wiebusch selbst: Eine äußerlich schlichte Erscheinung im schwarzen T-Shirt, Jeans und Converse – mehr brauchen wir auch gar nicht. Er besitzt eine gewisse Ausstrahlung und seine Lyrik ist so kraftvoll.
"Haters Gonna Hate"



Nachdem ich Autogramme von Marcus holen konnte und meine dritte Flasche HB ausgetrunken habe, erlebte ich beim Verlassen der Ampere beinahe ein Déjà vu! Es regnete in Strömen… genauso wie am 26. Mai 2013 … mit einem Unterschied: Am Abend des ersten Mai Zweitausendundvierzehn war es wärmer! Glücklich und zufrieden kam ich dann sehr bald im Hotel an und ließ noch das Konzert nachklingen. 

Die Befürchtung steht im Raum, dass kettcar das gleiche Schicksal wie Tomte erleiden würden. Gerade bei kettcar fände ich es schade, weil ich die Band einmal live gesehen und ich mich auch mit ihrem Gesamtwerk beschäftigt habe (sprich, ich habe alle Studio-Veröffentlichungen und eine Live-CD). Bei Tomte lernte ich zuerst den Solokünstler Thees Uhlmann kennen und dann die Band.
Aber dennoch… „Konfetti“ hat es verdient, ans Licht zu kommen. Das Album und Konzert gehören zu den Höhepunkten des zweiten Quartals im Musikjahr 2014!

Donnerstag, 17. April 2014

15.04.2014 - "Sir" Oliver Mally's Blues Distillery im Porgy & Bess oder Sori's got the Blues again

Keine Sorge, mir geht's wirklich gut. Nur innerlich erschöpft aufgrund der persönlichen Erlebnisse und Ereignisse der letzten Wochen, Monate. Nun werde ich von der Erkenntnis in einem beinahe grellen Licht beleuchtet, dass es mir verdammt noch mal gut geht. Blues again? Meine vorherigen bluesigen Einträge (zum Beispiel der hier vom April 2011) waren auch nicht wirklich von Traurigkeiten geplagt, da habe ich schon andere persönlichere Beiträge geschrieben, in der ich mich tatsächlich in negativer Stimmung befand.

Ich kann nicht viel zum Konzert schreiben: Selbst beim 3. Mal nach Februar 2010 und Februar 2012 (leider mussten wieder zwei weitere Jahre vergehen) hat mich die Musik von "Sir" Oliver Mally mit seiner Blues Distillery, bestehend aus Martin Gasselsberger (key), Willy Hackl (dr) und Walter "Shakey" Kreinz (b), wieder beglückt - oder auch positiv "bebluest".

Ein Höhepunkt: Das lange Stillhalten, was scheinbar nie aufhören sollte.

Ich bekomme die Full-Band-Version von "Down With The Blues", welches ursprünglich auf "Sir" Oliver Mally's Solo-Werk "Strong Believer" (2012) erschien, nicht mehr aus meinen Gedanken, aus meinem Körper, aus meinem Ich heraus. Swusssssssssshhhhhhhhhhh... das hat wirklich gesessen!

Und hier noch einmal die ursprüngliche Version - sollte jemand die Band-Version haben, bitte bei mir rühren!

Freitag, 28. März 2014

Ernst Molden und sein "Wien Mitte"

Quelle: hanser-literaturverlage.de
Bis auf wenige Ausnahmen (in der Heimat, in fremden Betten, einmal kam sogar ein Mann dazwischen) pflege ich an Samstagen mein Ritual nach dem Aufstehen: Die Wohnung verlassen und den KURIER aus meinem Briefkasten holen. Die Wohnung wieder betreten und aus dem KURIER die „freizeit“ herausfischen, die letzte Seite aufschlagen und die Kolumne lesen. Meistens breitet sich ein fröhliches Grinsen auf meinem Gesicht aus, manchmal lache ich laut heraus, wenige Male schlucke ich einen Kloß im Hals hinunter. Am 9. März 2013 konnte ich nach dem Lesen nichts anderes tun, als meine Hörgeräte in die Ohren hineinzustöpseln, die „ohne di“ aus dem BENNO zu holen, aus der Anlage das Lied Nr. 4 von der CD anzuhorchen und mit dem Autor der Kolumne zu fühlen.

In einem Beitrag erwähnte ich, dass ich ein mögliches Buch über seine gesammelten Kolumnen kaufen würde. Ich tat es am 24. Februar 2014 im Rahmen der Buchpräsentation im Rabenhof-Theater.

Die Buchpräsentation mit lesender Unterstützung von Ursula Strauss und musikalischer Unterstützung von Walther Soyka wurde schon länger angekündigt, aber ich ließ mir relativ lange Zeit, um eine Karte zu kaufen. Irgendwann entschied ich mich dafür und fand noch einen einsamen freien Platz in der vierten Reihe und schickte die Bestellung los. Dennoch sah ich dem Abend mit gemischten Gefühlen entgegen, weil ich Frau Strauss gegenüber ambivalente Gefühle hege. Ich habe sie mit Ernst Molden bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2013 im Fernsehen gesehen (zum Rathausplatz gehen wollte ich nicht mehr, weil es so heftig geschüttet hat) – mich hat ihre Interpretation von „flagduam“ nicht besonders begeistert. Dafür hat sie mich aber mit ihrem Auftritt im Schauspielhaus wenige Tage zuvor überzeugt. Den Abend eröffneten Ernst & Walther mit „Rudolfstiftung“, Ursula Strauss ist eine wunderbare Vorleserin der Kolumnen, wobei „Vorleserin“ sich wie „abgespult“ und „heruntergerattert“ anliest. Sie hat nicht nur vorgelesen, sondern den geschriebenen Worten Leben eingehaucht. (Leider habe ich es mir nicht notiert, welche Geschichten sie vorgelesen hat – ich bin mir sicher, ich würde mich wieder daran erinnern, wenn ich anfangen würde, das Buch zu lesen. Aber eine Lieblingsstelle habe ich schon gefunden, das ist die auf den Seiten 29 und 30.)

Viele Lieder aus „Ho Rugg“, „ohne di“ („da wind“ war besonders schön) und „es lem“ wurden gespielt und aus letzterem sogar das selten gespielte „flagduam“. Geschmäcker sind verschieden, aber auch live konnte mich Ursula Strauss mit ihrem Gesang nicht überzeugen.
Es war dennoch ein sehr schöner und gelungener Abend mit einem gemischten Publikum im ausverkauften Rabenhof-Theater. Mit meinem Sitznachbar konnte ich nachher ein paar Worte wechseln, er kennt Ernst Molden von seinen Kolumnen und er schätzt das Lokalkolorit sehr.

Einen Monat später holte ich mir im Nachbarbezirk ein Autogramm von Ernst mit einer sehr lieben Widmung auf mein „Wien Mitte“. Den Termin am 25. März 2014 im Leopoldstädter „tiempo nuevo“ hatte ich mir auch schon lange vorgemerkt, aber erst am Vormittag diesen Tages entschied ich mich nun, hinzugehen. Die Entscheidung habe ich nicht bereut. Wie schön solche „Happenings“ im kleinen Rahmen stattfinden! Die Klappsessel waren bis auf die letzten Reihen besetzt, ursprünglich konnte ich einen freien Platz in der zweiten Reihe ergattern, aber dann saß ein recht großer Mann vor mir und ich sah nichts und – Wunder! – in der ersten Reihe wurden drei Plätze frei und ich nahm eines in Anspruch.
Ich komme gleich dazu, warum ich diese kleineren Rahmen bevorzuge: Ich verstehe auch nämlich besser. Viel besser. Ernst war mir an diesem Abend näher und auch viel persönlicher als im Rabenhof-Theater. Er erzählte von seiner früheren Laufbahn als Romanschriftsteller, aber da er ein schlechter Vorleser sei, habe er sich für die Musik entschieden. (Dennoch danke für „doktor paranoiski“ und „Austreiben“! „Biedermeier“ habe ich mir nun endlich gekauft und freue mich schon auf den Lesegenuss.) Die Lesung eröffnete er mit „Da Schnee“ und im Zeichen des trügerischen Frühlings las Ernst einige ausgewählte Kolumnen vor, die großteils mit dem Frühling zu tun haben. Mitten im „Frühlingspotpourri“ und was für „ein Jammer“ es sei, die Lesebrille herausholen zu müssen, bekamen wir „Rudolfstiftung“, „74A“, „Schlachdhausgossn“, „Malipop“ und „Drom en Noadn“ zu hören. Berührend wurde es mit dem Lied „Heanoisa Oma“, die Kolumne vom 9. März 2013 wurde vorgelesen und als ausgleichendes „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“-Gegenpol bekamen wir die Kolumne über den Tod von Hamster Greg Molden, welches dem Erstgeborenen gehörte, zu hören. Zum Schluss wurden noch „Dei Keawal“, „Da Cerny“, „Ho Rugg“ und „Liad ibas Losziagn“ gespielt.


Das aufmerksame Publikum, welches anscheinend aus der Stammkundschaft des „tiempo nuevo“ bestehen dürfte, war sehr lobenswert. Vielen Dank für den schönen Abend und vor allem für das gemeinsame Foto!
 Und hier noch ein interessanter Artikel auf kurier.at!