Sonntag, 30. September 2012

27.09.2012 - Molden, Resetarits, Soyka & Wirth im Schutzhaus

Zurück ins Schutzhaus...
Am 25.10.2009 besuchte ich das erste Mal ein Konzert im "Schutzhaus zur Zukunft auf der Schmelz" (so die vollständige Bezeichnung), Musikanten waren Ernst Molden, Wilhelm Resetarits, Walther Soyka, Hannes Wirth, Marlene Lacherstorfer, Heinz Kittner und Sibylle Kefer. Das Konzert ging als "Die Nacht auf den Nationalfeiertag" in die österreichische Musikgeschichte der Neuzeit ein. Von diesem Konzert habe ich nicht so viele positive Eindrücke gewonnen - es lag sicher daran, dass wir uns bei der Einkehr im Schutzhaus Zeit gelassen haben und dadurch relativ weit hinten gesessen sind. Des weiteren empfand ich damals die langen Tischreihen als Oktoberfestatmosphäre eher störend. Dennoch war das Konzert an und für sich klass', die Premiere vom "Kätscha" bleibt mir noch in guter Erinnerung.
Die darauffolgenden Konzerte DIESER Musikanten in DIESEM Haus (Oktober 2010 und Oktober 2011) habe ich bewusst gemieden, aber DIESE Damen und Herren sah ich in anderen Spielstätten immer wieder gern und das Schutzhaus erkämpfte für mich ihre Sympathien wieder zurück, als ich dort andere Konzerte besuchte (Zwei Konzerte von W. Ambros & de No. 1 vom Wienerwald im April 2010 und der Sonntagsfrühschoppen von remasuri im heurigen April.) und dieses auch kulinarisch aufsuchte. (Am schönsten ist es, an einem warmen Spätfrühlingstag draußen im Garten zu sitzen, eine Portion Wiener Schnitzel zu vertilgen und dazu ein Krügerl Ottakringer schmecken zu lassen...)

Warum ich doch wieder zu DIESEN Musikanten in DIESER Spielstätte zurückkehrte?
Mitte Juni 2012 erschien auf der Webseite von oeticket der Termin, dass Molden & Band mit Willi Resetarits und Ingrid Lang am 27.09.2012 das Schutzhaus beehren würden. In der Zeit fühlte ich mich "Molden-konzertmäßig" zu wenig eingedeckt und war bereit, über den Schatten zu springen und kaufte mir so bald wie möglich die Karte. Später erfuhr ich von Charlie Bader, dass nur das Quartett Molden, Resetarits, Soyka & Wirth im Schutzhaus aufspielen würden... also, ein begeisterter "Hurra!"-Schrei kam aus der Sori nicht heraus, die genau diese (M/R/S/W) Konzerte auf Sparflamme stellen wollte. Doch ich konnte mich dann selbst beruhigen, als ich sah, dass ich die vier Herren sowieso nicht im Theater am Spittelberg sehen würde (ich hätte sonst mein Abo genutzt), weil unverzichtbarer Erholungsurlaub in Erfurt.

Für das Konzert, welches um 20 Uhr beginnen sollte, war der Einlass wieder auf 18 Uhr gesetzt. Unwillig, so früh zu kommen, nahm ich das Risiko in Kauf, dadurch etwas weiter hinten sitzen zu müssen. Kurz vor 19 Uhr kam ich ins Schutzhaus und konnte mit Freuden feststellen, dass drei Konzertbekannte von mir ihre besten Plätze (mittlerer Tisch und natürlich ganz vorne) erkämpft haben und zufälligerweise war noch ein Platzerl frei :-) danke, dass ich so nette Gesellschaft mit Euch hatte!

Sichtlich erfreut, wieder auf einer beliebten Bühne (Die Schutzhaus-Konzerte waren bisher immer sehr gut besucht und die Stimmung ist auch dementsprechend!) zurückzukehren, spielten die vier Herren ihr fast gesamtes Repertoire aus "ohne di" (außer "heanoisa oma", "hansldeich" und - leider! - "de blia"), Wilhelm gab sein "Niemois Soisd" und "Alanech fia dii" zum Besten. Von den bearbeiteten Liedern bekamen wir "Da Cerny", "Foan" und "Schwere Zeit" zu hören. Die Interpretationen waren klass', Willi war wieder stimmlich bei "Foan" dabei und ich hätte nie gedacht, dass ich mich mit "Hard Times" noch anfreunden könnte.
Nach der Pause hatte Ernst die Gelegenheit, solo seine Lieder "A so a scheena Dog" und "Gemma ned weida" vorzutragen. "Es Lem", "Hameau", "Hammerschmiedgossn" durften nicht ausgelassen werden und als Premiere wurde "Horuck" (Hat Ernst nicht gesagt, dass dieser Titel möglicherweise der neue Name für das Quartett sein sollte?) gespielt. Als letztes Lied gaben sie "Wöd aus Rauchfeng" zum Besten, worüber ich ziemlich erleichtert war ... ich bekam bis dahin WIRKLICH mit der Angst zu tun, dass die Herren das Lied "vergessen" könnten.

Ernst Molden, Hannes Wirth

Walther Soyka, Willi Resetarits

Ukulele nicht angesteckt

Das muss die sehr humorvolle Einleitung zu "Hameau" gewesen sein...


"Horuck"
Die Spiel- und Zugabenfreude der vier Herren war ein Genuß,
Walther Soyka habe ich noch nie so herzlich lachen gesehen (nachdem Willi vergessen hat, die richtige Ukulele anzustecken),
amüsant, wie Ernst und Willi über die Wettervorhersage geplaudert haben, bevor sie "da wind" anstimmten,
Hannes' seine elektrische Gitarre eine wunderbar klangliche Ergänzung zum sonst ausgesteckten Konzert.

Falls das mit dem 26. September 2013 stimmen sollte, bin ich wieder dabei!

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