Dienstag, 16. Dezember 2014

11. und 13. Dezember 2014 - DENK und ihre Weihnachtskonzerte

Die Vorweihnachtsstimmung hat uns wieder im Griff. Schon machen sich im November in den Geschäften Adventkalender, Lebkuchen, Weihnachtsschmuck für meine Augen sichtbar und in den Auslagen schleicht sich der Weihnachtsschmuck, der das übliche Deko umrankt. Ich werde in E-Mail-Aussendungen an die stille und besinnliche Zeit erinnert – nein, um nicht innehalten zu dürfen, sondern um etwas konsumieren zu müssen. Müssen? Die Entscheidung treffe ich, zum Glück, immer noch selbst.
In diese Stimmung habe ich mich Anfang Dezember hineingestürzt: Mit einem recht gesunden Adventkalender von Sonnentor (24 verschiedene Teebeutel, obendrein noch bio und nachhaltig erzeugt - beruhigt mein Gewissen ungemein), Glühwein auf Christkindlmärkten, Verzehr von Nikoloschokolade und Kletzenbrot. Auch die Konzerte, die ich bisher in diesem Monat besucht habe, waren alle irgendwie auf Weihnachten getrimmt. Ernst Molden am 3.12. im Rahmen des „Musikalischen Adventkalenders“, am 7.12. der Einkehrsonntag von [rema‘su:ri] in der Kulisse, Harry Ahamer & Markus Marageter am 12.12. auf dem Riesenradplatz und davor und danach die Weihnachtskonzerte von DENK. Wobei, die Konzerte gehören zu den schönsten Erscheinungen der Vorweihnachtsstimmung.

So, ich halte mich offensichtlich an die Gliederung von meinem 2013er Bericht. Aber der Inhalt wird definitiv ein anderes sein, weil kein Konzert dem anderen gleicht.

11.12.2014 – Weihnachtskonzert Teil 1 in der szene
Nachdem mein Mitstreiter M. und ich vorher in einem Lokal eingekehrt waren, kamen wir gegen 19:30 Uhr bei der szene an und wir fanden durch Erkennen von lieben und bekannten Gesichtern heraus, dass noch kein Einlass gewährt wurde. Also, noch ein wenig in der abendlichen Kälte ausharren, bis wir hinein durften. Was auch irgendwie typisch für die szene ist: Der Saal füllt sich extrem langsam mit Besuchern und ich vermute, dass durch dieses zögerliche Zusammenkommen der Leut das Konzert an diesem Abend recht spät losgegangen ist. Aber egal, Birgit Denk und die Buben waren nun endlich auf der Bühne und starteten „Durch die Wüste“. Doch, nach ein paar Takten stellte ich fest, dass der Sound miserabel war. Teilweise zu laut, ich spürte die Bässe in meinem Körper und empfand die Vibrationen als unangenehm. So stand es mit meiner Stimmung irgendwie nicht mehr zum Besten. Außerdem fühlte ich mich unvollständig, weil ich meine Kamera zuhause vergessen hatte und das Fehlen erst bemerkte, als ich direkt von der Arbeit zur szene aufbrechen wollte. Einen Umweg nach Hause konnte und wollte ich nicht machen – also musste mein Smartphone her und mit dem Ding Konzertfotos machen, naja. Dann glaubte ich auch, in der falschen Reihe zu stehen (2. Reihe Mitte) und irgendwie kam mir der Großteil meiner Mitstehenden desinteressiert vor. Der Gipfel war, dass ein Paar schräg hinter mir permanent redete, während Ludwig da oben sein geniales Gitarrensolo aus „Ned wos i wü“ zelebrierte. Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich seit den letzten Konzerten im Theater am Spittelberg nicht sehr oft dazu gekommen bin, mir „Durch die Wüste“ anzuhorchen. 

Aber bitte, eine Deiner Lieblingsbands singen und spielen da oben sich die Seele aus dem Leib und Du da unten hast nichts Besseres zu tun, als Deine Missstimmung zu hegen und zu pflegen. Dennoch kam ich nur langsam in das Konzert hinein und mit dem Erscheinen des Nikolo wurden alle meine Sinne (zwar unvollständig, weil ich an diesem Abend Brille getragen habe und selbst die besten Hörgeräte können mein "Hörvermögen" nie zu 100 % ersetzen) wieder auf das Bühnengeschehen gelenkt. Der Nikolo sah diesmal aus wie ein typischer Nikolo. Stämmig, tiefe Stimme, brauchte eine Brille zum Vorlesen – ich kann mich an keinen idealeren Nikolo auf einem DENK-Weihnachtskonzert erinnern. Nachdem dieser Nikolo sich als kein Geringerer als Wilfried entkleidet hatte, brachten er und DENK mit „Masgumje“ und „Lauf Hase Lauf“ das Publikum so in „Rage“, dass ich hinter mir viele gesangswütige Stimmen hören konnte. Nach „ZUGABE“ wurde gerufen, aber Birgit kündigte an, dass die Zugabe erst in Fischamend kommen würde. 
Wilfried
Mit „An Augenblick/Un Attimo“ und „Let’s Dance“ kam der Schwung zurück und eine etwas zu lange Pause hielt dann an. Ich sah die zweite Hälfte mit gemischten Gefühlen entgegen und überlegte, ob ich mich nicht nach hinten verziehen sollte, weil ich von einigen Mitstreitern erfahren hatte, dass die Stimmung hinten ganz gut sei. Nichtsdestotrotz blieb ich an der söbn Stö und es ging mit „Söbe Stodt“ weiter. Dieses Lied und „Ned alla“ gehören nach wie vor zu meinen Lieblingen auf „Durch die Wüste“. 

"Rannersdorf"
Nach ein paar Nummern gingen Alex und Philipp von der Bühne ab, Birgit erzählte von irgendeiner Katastralgemeinde und der Jubel war sehr groß, dass nach langer Zeit wieder „Rannersdorf“ gespielt wurde – sehr schön! Und sehr berührend!
Nun musste das Christkind auch auf die Bühne und die güldenen Locken hat sich Sabine Stieger, damals bei Global Kryner aktiv, überzogen. Da besagtes Christkindl, ursprünglich aus dem Mostviertel stammend, seit wenigen Jahren an der Waterkant lebt, verarbeitete sie die sprachlichen Unterschiede in „Servus, Tschüss“. Das in einem Musikstück kleine Lexikon Deutsch-Österreichisch kam beim Publikum gut an und nun wurde mit weiteren Klassikern auf das Finale zugesteuert. An den „King of Pop“ wurde gedacht und Harald W. gab wieder ein wunderbares Hemmungsorgel-Solo (leider ohne Gesang) in „Wieda zwieda“. Für mich endete das Konzert mit „Ned alla“. Ich war müde, dachte mir ein „Den Rest hole ich mir in Fischamend“ und hatte nur noch das Bedürfnis, ins Bett zu kommen.
Sabine Stieger

13.12.2014 – Weihnachtskonzert Teil 2 im StandUp-Club
Wie ich aus vergangenen Jahren weiß: DENK und Fischamend ist eine unschlagbare Kombination und ich sah dieses Konzert wieder mit einer unerschütterlichen Zuversicht entgegen, sprich: Ich freute mich sehr darauf!
StandUp-Club bummvoll, wie ich es noch nie gesehen habe, es ist heiß, die Stimmung brodelt, die Luft steht, es riecht nach Schweiß & Bier – das macht für mich ein gutes Konzert aus. So etwas gibt das sogenannte „Konzertfeeling“ am besten wieder.
Christkindl Sabine Stieger zieht sich aus.

In der Setliste wurden nur geringfügige Änderungen vorgenommen, der Besuch des Christkindls wurde in der ersten Hälfte vorgezogen, damit Nikolo in der zweiten Hälfte ordentlich schwitzen konnte. Ein weiterer Grund für den Vorzug war vermutlich die stimmliche Verstärkung von Sabine bei Wilfrieds „Masgumje“.


Nikolo liest einen Brief an das Christkind vor.



"Masgumje" - Sabine ist auch dabei.
Und die Stimmung war von Anfang an bestens. In das Fischamender StandUp-Club gehen Leute hin, die DENK feiern. Die G’schichtl’n von Birgit verstand ich akustisch besser (meine Stimmung war auch besser) und ich empfand sie viel bissiger und witziger – vor allem ist mir dieses „Bist Du blad worn“ hängengeblieben, wenn man einem lieben Menschen ein XL- oder XXL-Leiberl von DENK im Abverkauf schenken will. (Schade, dass die Leibchen nicht in XS gibt – ich hätte brutal zugeschlagen.) Der weitest angereiste Gast wurde mit einem netten Geschenkkorb belohnt, in Manebach war ich schon einmal! (Wenn ich „Manebach“ verstanden habe und es sich um Manebach in Thüringen handelt! Oder spielt mir jetzt mein unterbewusstes Heimweh einen Streich?) Die Münchner, die sogar „ihr neugeborenes Kind in fremde Obhut gegeben haben“ (O-Ton Birgit), hatten mal wieder das Nachsehen.
Nach „Ned alla“ konnte und wollte ich auch nicht weg vom Geschehen. Die Zugaben kamen dann Schlag auf Schlag: Ein groovendes „Was i eh“, bei dem fast jeder mittanzte, soweit es die Platzverhältnisse zuließen. In „Komplett out“ wurde ich ziemlich durstig – verzog mich nach hinten, um mir die letzten Getränke (Mineralwasser zum Durstlöschen und ein Abschlussseiterl) zu holen und genoss das Lied aus einer anderen Perspektive. Und machte so das schönste Foto von diesem Konzert:
Bei „Fan“ kehrte Sabine wieder auf die Bühne zurück und mit „Fia Di“ lieferten DENK wieder das passende Schlusslied des Konzerts und überhaupt.
DANKE!

PS: Dieses Geschreibsel und bildliche Ergänzungen widme ich Petra W. aus München. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Dir in 2015.

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